Silke Richter/mlh

Vierzig Jahre alt und kein bisschen leise

Vielfältig, modern und bunt – so beschreibt Leiterin Jana Welsch die Bernsdorfer Kita „Pfiffikus“ die am Freitag den 9. Oktober ihr 40jähriges Jubiläum feiert. Wir ließen die Chefin zurück und nach vorn blicken.
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Im Zuge der Baumaßnahmen konnten unter anderem neue Hochbeete und eine Matschanlage eingeweiht werden. Das freute die Kinder und Kita – Leiterin Jana Welsch (blond, lange Haare). Dennoch gibt es noch viel zu tun auf den Außenanlagen. Foto: Silke Richter

Im Zuge der Baumaßnahmen konnten unter anderem neue Hochbeete und eine Matschanlage eingeweiht werden. Das freute die Kinder und Kita – Leiterin Jana Welsch (blond, lange Haare). Dennoch gibt es noch viel zu tun auf den Außenanlagen. Foto: Silke Richter

Zu DDR – Zeiten sah das Konzept der Kita „Pfiffikus“ noch ganz anders aus nicht wahr Frau Welsch?  

Damals war das Haus noch in Kinderkrippe, die zum Gesundheitswesen gehörte und in den Kindergarten geteilt, der zum Bereich Volksbildung gehörte. Um die Kita herum war Wald. Erst nach und nach wurden Häuser in der Umgebung gebaut und es entstanden Wohnviertel. Natürlich war die Wende einschneidend. Es gab auch gravierende Änderungen im personellen Bereich. Die zwei ehemaligen Leiterinnen Renate Twardowski und Margitta Haubitz widmeten sich 1991 anderen Aufgaben. Die neue Leiterin Petra Stope übernahm das gesamte Objekt als eine Einrichtung. Hier mussten sich die Kollegen erst einmal neu finden und sortieren. Als neues, gemeinsames Team, dass sich mit einer komplett neuen Arbeitsweise arrangieren musste. Im Jahre 1994 ging die Kita in die Trägerschaft der AWO Lausitz über. 2006 kam der Sächsische Bildungsplan, der die Arbeit der Erzieher wieder maßgeblich beeinflusste und dem bis heute und zukünftig Rechnung getragen werden muss.
Wie lassen sich die Entwicklungszahlen des Personals und der Kinder beurteilen? 
Zu DDR-Zeiten war der Erzieher-Kind-Schlüssel 1:18 im Kindergarten und 1:6 in der Krippe. Die Gruppen waren also voll. Einen Hort gab es erst nach der Wende in unserem Haus, weshalb wir davon ausgehen können, dass im Vormittagsbereich mehr Kinder als heute betreut wurden. Die Anzahl des Personals dürfte ähnlich gewesen sein. Wir sind aktuell 25 pädagogische Fachkräfte. Damals gehörte die Küche zur Einrichtung. Somit gehörten fünf Küchenfrauen und auch die Reinigung zum Team. Heute haben wir auch einen Haustechniker und eine Hauswirtschaftskraft.
Was hat sich baulich verändert?
Vor über zehn Jahren wurden einzelne Bäder erneuert, was dann ab 2010 bis 2011 in einer Komplettsanierung mündete. Fenster, Türen, Fassade, Fußboden, Wände, Elektrik, Dach, alles wurde bei laufendem Betrieb erneuert. Dies war zum einen eine logistische, aber auch nervliche Herausforderung für Kinder und Personal gleichermaßen. Seit 2018 sind wir am Garten dran. Hier flossen Gelder aus Fördermitteln über die Stadt Bernsdorf, so dass zum Beispiel der Zaun erneuert und ein Fußballplatz angelegt werden konnten. Viel haben wir in Eigenleistung erbracht mit Hilfe der Eltern. So entstand ein großer Sandkasten mit Wasserpumpe und eine Schaukelstrecke. Wir arbeiten auch mit und in Lernwerkstätten. Diese ändern mal ihre Funktion und damit auch ihre Ausstattung. Je nachdem, was die Kinder zum Lernen brauchen. Gerade gibt es zum Beispiel in einem Rollenspielzimmer eine Büro - Ecke.
Am Freitag wird gefeiert. Was erwartet Kinder, Mitarbeiter und die geladenen Gäste? 
In Anbetracht der Umstände feiern wir vormittags mit den Kindern. Der Kinderrat hat mit Hilfe der ErzieherInnen die Partywünsche gesammelt und im Team haben wir die Umsetzung geplant. Es wird eine Disco mit Stepptanz, Polonaise, Eis und selbstgemachte Pizza, Cocktails mit selbst gestalteten Trinkhalmen sowie eine Hüpfburg und eine Überraschung geben. Unsere Kinder werden von einer fahrenden „Elster“ abgeholt. Am Nachmittag kommen geladene Gäste zu einer Kaffeetafel und es gibt ein Kinderprogramm. Unsere Hortkinder feiern schon zwei Tage vorher Geburtstag, also am 7. September. Ich denke, es wird eine schöne Feier, von der wir noch lange erzählen werden!
Wie sieht der Blick in die Zukunft aus?
Die nächsten vierzig Jahre werden auf jeden Fall spannend und bunt. Mit den Kindern erleben wir abwechslungsreiche Tage, kümmern uns um interessante Fragen, Trösten und Lachen alle zusammen. Es kommen neue Kinder mit ihren Familien als auch neue Kollegen, da der ein oder andere in Rente geht oder eine Familie gründet. Natürlich muss in den nächsten Jahren im Garten noch viel passieren. Es gibt Wege, welche genauso alt wie unsere Kita sind. Sie müssen dementsprechend erneuert werden. Im Kletterbereich ist ein Spielgerät aus Holz, das mit seinen 26 Jahren dringend ersetzt werden muss. Auch künftig werden wir alles Erdenkliche tun, um die Kinder gut zu betreuen und ihre gesunde Entwicklung zu fördern. Dabei wollen wir weiterhin mit unseren Partnern im Sozialraum gut zusammenarbeiten. Ich möchte auch Danke sagen an alle Mitarbeiter, Unterstützer, Förderer und Kooperationspartner, an unsere Chefin Carina Israel und den scheidenden AWO - Geschäftsführer Torsten Ruban –Zeh für die gute und engagierte Zusammenarbeit.