Sandro Paufler

Ukrainische Flüchtlinge sagen Danke

Bautzen. Ukrainische Flüchtlinge versammelten sich auf dem Hauptmarkt und bedankten sich für die Bautzener Gastfreundschaft. Die Veranstaltung wurde mit Reden und friedvollen Liedern begleitet. Dabei kam der Oberbürgermeister Ahrens und der Vize-Landrat Witschas zu Wort.

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Gestern Nachmittag haben sich circa 150 Menschen auf dem Bautzener Hauptmarkt versammelt. Sie schwenkten ukrainische sowie deutsche Fahnen und stimmten friedvolle Lieder an. Es waren ukrainische Flüchtlinge, die sich für die Gastfreundschaft in Bautzen bedankten.

 

Veranstaltung von ukrainischen Pastor und kasachischen Übersetzerin ins Leben gerufen

 

Die Veranstaltung wurde von dem ukrainischen Pastor Sergey Kosyak und der Übersetzerin Angelina Burdyk organisiert. Kosyak engagiert sich seit Jahren für Flüchtlinge in der Donbass-Region und ist in der Josua Gemeinde Bautzen aktiv. Angelina Burdyk ist die Begründerin des Vereins "Neue Nachbarn". Der Verein hat es sich zum Ziel gemacht, Einwanderer besser zu unterstützen. Außerdem kümmern sich die Ehrenamtlichen des Vereins um die erst kürzlich ins Leben gerufene Anlaufstelle für Geflüchtete in Bischofswerda.

 

Oberbürgermeister Ahrens und Vize-Landrat Witschas sprachen vor der Menge

 

Bei der Danksagung wurde der Bautzener Oberbürgermeister Alexander Ahrens und der Vize-Landrat Udo Witschas auf die Bühne gebeten. Der Oberbürgermeister begann seine Rede mit emotionalen Worten: "Kriege beginnen mit Worten. Aus Worten werden Lügen. Aus Lügen werden Provokationen, und aus Provokationen werden Angriffe." Ahrens hieß alle Geflüchteten willkommen und verurteilte den Krieg in der Ukraine. Zudem bedankte er sich bei all denen, die sich freiwillig in der Spreestadt für Geflüchtete eingesetzt haben. "Die Ukrainer sind unsere Schwestern und Brüder in Europa", so Ahrens in seinem Schlusssatz.

 

Der Vize-Landrat Udo Witschas wandte sich mit ähnlichen Solidaritätsbekundungen an die Menschenmenge. Er begann sogar die ersten Sätze in Russisch zu sprechen. Da er vor sehr langer Zeit in der russischen Region gelebt hatte, konnte er sich noch an ein paar Brocken der russischen Sprache erinnern.

Im Landkreis werden weitere 3000 Flüchtlinge erwartet Derzeit leben circa 2200 ukrainische Flüchtlinge im Landkreis Bautzen. Davon wurden bereits 1800 Menschen in Wohnungen vermittelt. Der Landkreis geht davon aus, dass noch weitere 3000 Geflüchtete Menschen ankommen werden, informierte Witschas auf der Bühne. Man versuche derzeit alle Kräfte zu bündeln, um den Menschen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten, so der Vize Landrat weiter. Außerdem sprach er sich für die Möglichkeit aus, Ukrainer im Landkreis dauerhaft zu integrieren: "Jeder Ukrainer, der hierbleiben möchte, darf ein neues Zuhause im Landkreis finden."

 

Die Veranstaltung wurde von der Polizei begleitet und konnte ohne Zwischenfälle durchgeführt werden. Allenfalls der Regen und der starke Wind beeinträchtigten die Dankeschön-Aktion.