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Tierisch schnell berühmt

Wie schafft man es auf die Titelseiten der Republik? Richtig, mit schlüpfrigen Bildchen, prominenten Entgleisungen oder irgend etwas mit Tieren. Und da kann man derzeit von Hoywoy einiges lernen...
Bilder
Bad news vs. good news: Nun sage noch mal jemand, man schafft es nur mit schlechten Nachrichten auf die Titelseiten der Republik.  Neben dem »skandalösen« Elefantenbad im Hoyerswerdaer Gondelteich punkteten nämlich auch die Kroko-Babys aus dem Zoo bei den überregionalen Blattmachern. F.: hgb

Bad news vs. good news: Nun sage noch mal jemand, man schafft es nur mit schlechten Nachrichten auf die Titelseiten der Republik. Neben dem »skandalösen« Elefantenbad im Hoyerswerdaer Gondelteich punkteten nämlich auch die Kroko-Babys aus dem Zoo bei den überregionalen Blattmachern. F.: hgb

Region. Innerhalb von nur zwei Tagen erlangt Hoywoy mit tierischen Themen überregionale Beachtung.  Und so wird‘s gemacht:
Good News
Fototermin am 21. Juli im Tropenhaus Hoyerswerda.  Stolz erklärt Zooleiter Eugène Bruins: »Zum zweiten Mal ist dem Zoo die Zucht von seltenen Kubakrokodilen gelungen. Die Jungtiere waren Ende Juni und Anfang Juli 2018 aus ihren Eiern geschlüpft.« Spitznamen haben die vier vom Zoo-Team bereits erhalten: »Two Point« trägt zwei markante Punkte am Hals, »Poco Sol - Kleine Sonne« schlüpfte als erstes. »Shorty« hat einen kurzen Schwanz und Nummer 4 heißt schlicht »Der Andere«. Über die offiziellen Namen dürfen die Besucher demnächst entscheiden. Fazit: Die Krokos schaffen es durch ihre bloße Anwesenheit  auf Anhieb in alle lokalen Blätter, die Morgenpost und die Bild.
Bad News
»Der Zirkus ist in der Stadt« - das ist von der Sache her keine schlechte Nachricht, im Gegenteil.  Streitbar wird das Thema erst, wenn der Zirkusdirektor seine Elefanten nach einem Stadtrundgang zum Baden in den Gondelteich schickt. Das ruft Stadtrat Ralph Büchner auf den Plan, der »auf Intentionen von Bürgerinnen und Bürgern« die Stadtverwaltung Hoyerswerda mit einer Anfrage überrascht. Nach wenigen Tagen antwortet diese:
 
Wer hat das Baden der Elefanten im Gondelteich genehmigt?
Das Baden im Gondelteil wurde im Vorfeld von der Stadtverwaltung und vom Pächter des Gewässers – dem Anglerverein – geduldet.  
Ist mit dem Zirkus ein Weg zum Teich und zurück verabredet worden?
Es gab keine Absprachen zwischen der Stadtverwaltung und dem Zirkus, welcher Weg zum Gondelteich zu nehmen ist.
Wer kommt für die Schäden am Baumbestand auf?
Die Schäden am Baumbestand werden als nicht so schwerwiegend eingeschätzt, dass hier Schadensersatz gegenüber dem Zirkus geltend gemacht wird.
Ist das Baden mit dem Pächter abgesprochen worden?
Zwischen dem Zirkus Africa und dem Anglerverband gab es eine Absprache.
Wer macht die Kothaufen rings um den See weg?
Die »Hinterlassenschaften« der Elefanten am Gondelteich wurden am Montag durch den Zirkus beseitigt.
Was wäre passiert wenn ein Elefant auf der Seite des Lausitzbades aus dem Wasser gestiegen wäre und hätte dort Schäden angerichtet. Wer kommt dann für den Schaden auf?
Für die Schäden wäre der Zirkus schadensersatzpflichtig gewesen. Die Nutzer des Festplatzes Gondelteich haben eine Kaution zu hinterlegen, die für evt. Schadensfälle genutzt wird.
Alles Lüge? Zumindest geht Stadtrat Ralph Büchner davon aus, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zuging, wie die Stadtverwaltung behauptet: »Mir persönlich zeigt es, dass die Stadtverwaltung nichts vom Baden wusste. Es wird zwar dargestellt, dass im Vorhinein (Fragen 1 und 4) Absprachen stattgefunden haben, was aber von der Geschäftsführung des Anglerverbandes ‚Elbflorenz‘ in Dresden vehement bei einem heutigen Telefongespräch verneint wird.« Fazit: Funktioniert! Wieder schafft es Hoywoy in alle großen Blätter. Baden gingen in diesem Fall allerdings nicht nur die Elefanten, sondern auch ein Stück weit die Illusion von Ehrlichkeit, einem harmonischen Miteinander und das Mitgefühl für schwitzende Elefanten. Und was sagt die Community im Netz zu der Geschichte? Neben den üblichen, vielen sinnfreien Wortmeldungen gibt es auch Menschen, die dieses Ereignis ganz entspannt sehen und zur Mäßigung aufrufen. Denn was ist passiert? Elefanten waren baden. Hier ein Kommentar von Thomas Howanski:
Also wie die Leute sich jetzt in die Haare kriegen wegen dem Elefant, der mal in die Neustadt gesch… hat, ist doch echt nicht mehr feierlich. Ist ja nicht so, dass wir nicht vorher schon hier und dort mal ne größere oder kleinere Beschädigung hätten in der Hoyerswerdschen Neustadt. Der Elefant hat nun mal gemacht was jedes Tier macht: Er frisst und sch… entsprechend große Haufen. Wir können ja mal die "vergessenen" Hundehaufen dagegenhalten, die hier überall rumliegen und auch keinen interessieren und die auch nicht zum Thema einer Stadtratssitzung werden... Also macht mal halblang, der Elefant hat niemanden getrampelt und auch keinem auf den Kopf gesch…. Wäre die ganze Truppe in die Altstadt gezogen, hätten sich vielleicht das halbe Rathauspersonal und noch 30 Geschäftsleute mit dem Elefanten fotografieren lassen, und die Tourismusbeauftragten hätten das als tolle Aktion für die Stadt verbucht. Wenn es jetzt drum geht, ein paar umgeknickte Äste aufzuräumen, ich komm gern mal am Wochenende zum Gondelteich und helfe dabei. Kein Problem. Da wo ich herkomme, sind früher dauernd mal ein paar Tiere durch die Gegend ausgebüchst, oder hat mal n Pferd auf die Straße gesch…, wenn einer mit nem Gespann unterwegs war. Was soll das Theater denn? Wir Menschen müssen auch mit allen anderen Kreaturen in der Natur leben, also alles halb so wild und nicht unbedingt für das Sommerloch in Hoyerswerda geeignet, um jetzt son Primborium draus zu machen.