Sandro Paufler

So umweltfreundlich ist edding in Bautzen

Bautzen. Der Standort in Bautzen möchte bis 2026 Co2-neutral werden. Clevere Investitionen, neuen Ideen und Recycling in der Produktion machen es möglich.

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Franziska Sill ist die kaufmännische Geschäftsführerin am Standort in Bautzen. Das Unternehmen hat in Sachen Klimaschutz ambitionierte Ziele.

Franziska Sill ist die kaufmännische Geschäftsführerin am Standort in Bautzen. Das Unternehmen hat in Sachen Klimaschutz ambitionierte Ziele.

Foto: Sandro Paufler

Das Jahr 1960 ebnete den Weg für eine ganz besondere Karriere: Das beliebte Schreibgerät, der edding-Stift, war geboren. Schon damals hatten die Gründerväter Carl-Wilhelm Edding und Volker Detlef Ledermann eine soziale und umweltfreundliche Firmenphilosophie im Hamburger Stammhaus gelebt – und das bis heute. Auch am Bautzener Produktions-standort steht das Thema Umweltmanagement an oberster Stelle. Perspektivisch gesehen möchte das Unternehmen bis 2026 Co2-neutral werden, sagt die kaufmännische Geschäftsführerin Franziska Sill.

 

Die Kraft der Natur nutzen

 

Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, hat die Unternehmensleitung in der Vergangenheit verschiedene Maßnahmen in Bautzen umgesetzt. Das größte Projekt ist auf dem Dach zu finden: Eine 182 kw starke Photovoltaikanlage trägt einen wesentlichen Teil zur Energiegewinnung bei. Weiter geht’s mit einem Blick in die Produktionsanlagen: Das Unternehmen hat vor, nach und nach alle hydraulischen Spritzgussanlagen gegen energiesparende, elektrische Anlagen bzw. hybride Anlagen zu tauschen.

In den Wintermonaten wird die kalte Außenluft für die Kühlung der Spritzgusswerkzeuge genutzt.

Überschüssige Abwärme, die bei der Herstellung anfällt, wird für das Heizen der Produktionsräumlichkeiten verwendet.

Mit der Absenkung der Raumtemperatur um zwei bis drei Grad Celsius – im Übrigen ohne Einbußen der Lebensqualität – konnte der Gasverbrauch insgesamt um 24 Prozent gesenkt werden. In Bautzen bezieht das Unternehmen seit fünf Jahren Ökogas und Ökostrom.

 

Den Stromverbrauch optimiert

 

Die 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden stets einen sicheren Weg zum Parkplatz – dank moderner LED-Beleuchtung. Um wirklich einen genauen Überblick über die Strommengen zu haben, wurde vergangenes Jahr in ein sogenanntes Controller-System investiert. Das Controller-System erfasst die Energieströme im Unternehmen. Die Auswertung dieser Daten bietet die Möglichkeit, unsichtbare Verbraucher zu identifizieren als auch Transparenz zu generieren, erklärt Franziska Sill. Verantwortlich dafür ist der Facility Manager Marc Brühmann. Die Maßnahmen zeigen erste Früchte: Zwar ist der Stromverbrauch von 2021 zu 2022 um 3,2 Prozent gestiegen, doch in diesem Zeitraum wurden auch zwölf Prozent mehr Schreibgeräte hergestellt. Apropos Schreibgeräte: Im Jahre 2022 wurden rund 93 Mio. Stifte produziert – bisheriger Rekord!

 

Recycling in der Produktion

 

In der Produktion wird zunehmend recycelter Kunststoff verwendet. Seit Jahren hat das Unternehmen ein Ökosortiment und Nachfüllflaschen im Angebot. Für Großabnehmer gibt es die Möglichkeit, ausgediente Marker zurückzugeben. Aus den Rückläufen werden über 70 Prozent Sekundärmaterial gewonnen, das wieder in die Produktion für Eco-Line-Serien fließen können. Die Forschung ist weiter bestrebt, in Zukunft noch nachhaltiger produzieren zu können.


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