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Sehbehinderte besuchen Kamelienhaus

Die Wahrnehmung von Blumen durch Blinde Menschen ist allgemein nur schwierig möglich. Der Heimatverein Königsbrück hat nun eine neue Idee entwickelt, wie über mehrere Sinneswahrnehmungen auch diesen Personengruppen eine Teilhabe ermöglicht werden kann...
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Die Kameliendamen Linda und Caprice an der Duftkamelie minato no akebono. Foto Rene Plaul

Die Kameliendamen Linda und Caprice an der Duftkamelie minato no akebono. Foto Rene Plaul

Am Mittwoch, 28. Februar, werden 20 Blinde bzw. Sehbehinderte der Regionalgruppe Kamenz vom Sächsischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes das Kamelienhaus in Königsbrück besuchen. Ihnen werden zunächst die historischen Hintergründe mit den berühmten Standesherrschaften der Grafen von Hohenthal und den Naumanns zu Königsbrück, geschichtliche Zusammenhänge, Besonderheiten der Kamelien allgemein und die Entstehung des Kamelienhauses Königsbrück erläutert – eine Wahrnehmung über das Gehör. Anschließend führen Schüler der Grundschule (ab der 1. Klasse) und der Oberschule Königsbrück die Blinden an die großen Kamelien der Seidel'schen Sammlung heran (stehen alle unter Denkmalschutz). Dort wird ihnen die jeweilige Pflanze beschrieben und die großen Blüten können mit den Händen ertastet werden. Die beiden Kameliendamen der Oberschule - Linda und Caprice - empfangen dann die Blinden an den ältesten, fast 6 Meter hohen Kamelien - letztere gehören zu den ältesten Kamelien Deutschlands bzw. Nordeuropas. Anschließend wird an die neuen Duftkamelien herangeführt und die Blinden können den betörenden Duft der Kamelien wahrnehmen - über den Geruchsinn. Eine besondere Herausforderung werden zwei Taubblinde aus der Gruppe darstellen, sie werden von einem Spezialbetreuer und den Schülern geführt. Ebenfalls anwesend sein werden die Landesvorsitzende des Sächsischen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, Angela Fischer, sowie der Oberbürgermeister der Stadt Kamenz, Roland Dantz. Der Heimatverein möchte mit dieser Aktion ein Zeichen setzen, wie man durch Entwicklung von Ideen blinden Menschen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und gleichzeitig eine Begegnung mit Kindern und Jugendlichen ermöglichen kann. Es soll somit zur Nachahmung angeregt werden.