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Polizeihund findet Brandbeschleuniger im "Husarenhof"

Ein fremdenfeindlicher Hintergrund für den Brand im geplanten Asylbewerberheim am Husarenhof ist nicht auszuschließen. Nach ersten Untersuchungen der Brandursachenermittler ist von einem vorsätzlich gelegten Feuer auszugehen. Die Ermittler hatten unverzüglich ihre Untersuchungen aufgenommen, dabei kam auch ein Brandmittelspürhund zum Einsatz. Im Zuge dessen wurden Spuren von Brandbeschleuniger in dem Gebäude entdeckt.
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Das ehemalige Hotel „Husarenhof“ stand am Sonntagmorgen in Flammen – und Bautzen damit deutschlandweit in den Schlagzeilen.Foto: Rocci Klein

Das ehemalige Hotel „Husarenhof“ stand am Sonntagmorgen in Flammen – und Bautzen damit deutschlandweit in den Schlagzeilen.Foto: Rocci Klein

Aus ermittlungstaktischen Gründen kann die Polizei zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiterführenden Details vermitteln, um den Vorgang des Ermittlungsverfahrens nicht zu gefährden. Die Untersuchungen der Kriminalpolizeiinspektion Görlitz und des Operativen Abwehrzentrums der sächsischen Polizei zum Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung dauern an.  Die in Gewahrsam genommenen beiden 20-jährigen Männer haben am Vormittag das Polizeirevier wieder verlassen dürfen. Sie wurden zeugenschaftlich zum Brandgeschehen befragt. In einem getrennt zu betrachtenden Strafverfahren wird gegen beide Männer wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Der Tatort ist gegenwärtig weiträumig abgesperrt. Diese Absperrungen sind für die Untersuchungen der Kriminalpolizei unerlässlich, werden aber baldmöglichst auf ein Mindestmaß reduziert. Oberbürgermeister Alexander Ahrens machte sich am Sonntag in den frühen Morgenstunden ein Bild vom Ort des Geschehens: „Ich bin schockiert, dass so etwas in Bautzen möglich ist. In den letzten Monaten wurde die Diskussion um die Unterbringung von Asylbewerbern fast ausnahmslos sachlich geführt. Was hier und heute geschehen ist, macht mich sehr wütend.“ Das bezieht er besonders auf den Umstand, dass die Kameraden der Feuerwehr von Schaulustigen verbal attackiert und teilweise sogar an ihrer Arbeit gehindert wurden. „Ein solches Verhalten finde ich einfach nur widerlich!“, so Alexander Ahrens weiter. Gleichzeitig bedankte er sich bei den Kameraden der Feuerwehr und bei den Einsatzkräften der Polizei für ihre geleistete Arbeit. Auch der FDP-Regionalverband Bautzen verurteilt die Ereignisse scharf. „Wer Häuser anzündet, dem bedeuten Leben und Privateigentum anderer nichts. Der verteidigt nicht unsere westliche Wertegemeinschaft, der zerstört sie nachhaltig“, erklärte der Vorsitzende des Verbandes und Bautzener Stadtrat Mike Hauschild. „Unter keinen Umständen ist ein solches kriminelles Handeln zu akzeptieren. Wir müssen unsere Freiheit und unsere Werte, wie Schutz von Leben und Privateigentum mit allen Mitteln gegen diese Terroristen verteidigen. Was mich neben der Tat nachhaltig schockierte, war das Verhalten einiger Bautzener, die die Arbeit der Rettungskräfte behinderten und unverhohlene Freude über den Brand zeigten. Ich schäme mich für diese Mitbürger, die jedes Maß und Gesellschaftsgefühl verloren haben. Kein Protest, kein Unmut über politische Entscheidungen rechtfertigt das Beklatschen von Kriminalität.“ Hauschild fordert eine aktuelle Stunde zu den Ereignissen im nächsten Stadtrat, damit das Thema auch politisch ausgewertet werden kann. „Wir können nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern müssen schauen, wo in der Vergangenheit auf politischer Ebene Fehler gemacht wurden und wo wir gegensteuern können.“ Die Bautzener CDU ist über den Brand am „Husarenhof“ ebenfalls bestürzt. "Es macht mich sprachlos, traurig und wütend, was hier in meiner Heimatstadt Bautzen in der vergangenen Nacht passiert ist“, sagte Matthias Knaak, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes und der CDU-Fraktion im Bautzener Stadtrat. Für den CDU-Stadtverband gilt unverändert und mit aller Deutlichkeit: Auch in Bautzen ist es möglich, die Aufgabe der Unterbringung von Flüchtlingen menschenwürdig zu erfüllen. Bestehende Vorbehalte von Bautzenern würden wahrgenommen und sollen im Dialog besprochenwerden. „An diesem Dialog führt kein Weg vorbei. Hierzu wird der CDU-Stadtverband den eingeschlagenen Weg in unserer und für unsere Stadt weiterführen.“