Sascha Hache

Politiker wollten Klartext – sie bekamen ihn

Zum 24. Politischen Aschermittwoch hatte kürzlich Marko Schiemann nach Bautzen eingeladen. Traditionell besucht der CDU-Landtagsabgeordnete vor der Abendveranstaltung Einrichtungen oder Firmen der Region, um – so sagt er – ein ehrliches Bild zu erhalten und etwaige Probleme lösen zu können.
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Beim Besuch im Büro der Wachhabenden ließen es sich Revierleiter Michael Buchta (hinten links) und Polizeipräsident Conny Stiehl (hinten, 3.v.l.) nicht nehmen, u.a. den Landtagsabgeordneten Marko Schiemann (hinten, 2.v.l.) auf nicht zumutbare Zustände bei der bevorstehenden Sanierung des Reviers hinzuweisen. Foto: Hache

Beim Besuch im Büro der Wachhabenden ließen es sich Revierleiter Michael Buchta (hinten links) und Polizeipräsident Conny Stiehl (hinten, 3.v.l.) nicht nehmen, u.a. den Landtagsabgeordneten Marko Schiemann (hinten, 2.v.l.) auf nicht zumutbare Zustände bei der bevorstehenden Sanierung des Reviers hinzuweisen. Foto: Hache

Drei CDU-Landtagsabgeordnete des Landkreises besuchten das Polizeirevier in Bautzen

Bei der Polizei konnte sich der Landespolitiker einen klaren Auftrag ins Notizbuch eintragen. Der Mitte März in den Ruhestand gehende Revierleiter Michael Buchta forderte Marko Schiemann und seine Fraktionskollegen Aloysius Mikwauschk und Patricia Wissel auf, den Zeitplan bzw. die Finanzierung der in dieser Woche beginnenden Sanierung des Reviers noch einmal zu überdenken. Statt in einem „Aufwasch“ innerhalb eines Jahres, soll der Umbau der ehemaligen Räumlichkeiten der Tanzschule Pohle und der russischen Gaststätte Kalinka in mehreren Bauabschnitten innerhalb von zwei Jahren geschehen. Begründet werde dies vom Freistaat mit fehlenden Geldern für 2016, so Michael Buchta. Er wünsche sich dagegen eine Beschleunigung der Arbeiten, da der bisherige Zustand für die 166 Mitarbeiter seines Reviers nicht mehr lange zumutbar sei. So soll zum Beispiel das Büro des Wachhabenden im sanierten Teil einen neuen Platz finden. Von der Enge des jetzigen und der antiquierten Ausstattung konnten sich die Politiker bei einem Rundgang selbst überzeugen. Verbesserungen in der Polizeiarbeit versprechen sich die Praktiker auch von dem mit der Sanierung einhergehenden Umzug des Kriminaldienstes. Dieser sitzt zurzeit in der Husarenkaserne an der Käthe-Kollwitz-Straße. Unterstützung und Verstärkung erhofft sich der Präsident der Polizeidirektion (PD) Görlitz, Conny Stiehl, von den neuen Wachpolizisten. Jeweils 20 von ihnen sollen zum 1. November 2016 und 1. Februar 2017 ihren Dienst in der PD aufnehmen. Auf die Kritik der Polizeigewerkschaft an der der von ihr so genannten „Billigpolizei“ und deren kurzen Ausbildungszeit angesprochen, antwortete Stiehl: „Ich habe dies nicht zu bewerten, sondern gut umzusetzen. Gemeinsam mit bewährten Polizeikräften werden sie Dienst tun und diese entlasten“. Zum Besuchsabschluss resümierte deshalb auch Patricia Wissel: „Mit den jetzigen Ressourcen, auch bedingt durch fehlende politische Unterstützung, ist die derzeitige Lage nicht lange zu stemmen.“


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