Rainer Könen/mlh

»Kommen, sehen und sofort kaufen«

Radeberg. Energie wird immer teurer. Die Nachfrage nach alternativen Heizquellen steigt auch im Rödertal, wie man am Beispiel eines Baumarktes sehen kann.

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Bei steigenden Energeipreisen greifen immer mehr Menschen auf alternative Heuzquellen zurück.

Bei steigenden Energeipreisen greifen immer mehr Menschen auf alternative Heuzquellen zurück.

Foto: Pixabay

Draußen herrschen subtropische Temperaturen, aber in Deutschland scheint gerade alle die Sorge zu plagen, dass man bald frieren könnte. Nicht jetzt, bei 35 Grad und mehr, aber in einigen Monaten, wenn es wieder Winter wird – und das Gas womöglich knapp und ziemlich sicher sehr viel teurer als zu normalen Zeiten sein wird. Aussichten, die viele im Rödertal bereits jetzt schon frösteln lassen. Hochsommer hin oder her.

 

Im Radeberger toom Baumarkt erfährt man von der stellvertretenden Filialleiterin, Beatrice Friede, dass die Nachfrage nach Brennmaterial, Holzöfen und strombetriebenen Heizkörpern in diesen Wochen »unbeschreiblich ist«. So einen Andrang habe man »noch nie erlebt«, so Friede weiter. Vor allem Kaminöfen seien der Renner.

 

Öfen kommen nur auf Zuteilung

 

Aber man könne leider nicht aus dem Vollen schöpfen, habe nur bestimmte Kontingente zur Verfügung. »Wir erhalten Öfen und Brennstoffe nur auf Zuteilung, wenn wieder Containerlieferungen angekommen sind«, so Beatrice Friede. Zuletzt erhielt die Radeberger Filiale sechs Kaminöfen, die im Nu weg waren. »Die Leute kommen, sehen und kaufen sofort«, erzählt sie. Dass die Preise für Brennstoffe wie Kohle, Pellets oder Holz, wie auch für Öfen und Elektro-Heizkörper mittlerweile immens sind, das störe keinen, so ihre bisherigen Erfahrungen. »Die Leute kaufen alles, was sie kriegen können.«

 

Die Sorge vor einem Gasstopp aus Russland treibt immer mehr Menschen um, sich nach alternativen Heizquellen umzuschauen. Ein Blick in das Verbraucherportal vergleich.org macht deutlich, für welche Alternativen zur Gasheizung die Nachfrage am stärksten gestiegen ist. So wollen die meisten mit einem Ölradiator durch den Winter kommen. Die Suchanfragen zu diesem Produkt waren im Juni 2022 im Vergleich zum Vormonat auf über 325 Prozent gestiegen. Auch Elektroheizungen sind gefragt, die Nachfrage stieg im Vergleich zum Vormonat um 125,15 Prozent. Für Heizlüfter können sich ebenfalls eine Menge Menschen begeistern. Im Juni 2022 informierten sich fast 98 Prozent mehr als im Vormonat für diese alternative Wärmequelle. Die Anfragen für die Infrarotheizung stiegen im letzten Monat auf über 90 Prozent im Vergleich zum Mai 2022. Wer es klassisch mag, der will mit einem Pelletofen durch den kommenden Winter gehen. Hier ist die Nachfragesteigerung mit mehr als 25 Prozent vergleichsweise überschaubar.

 

Wer Brennstoff wie Kohle oder Holz braucht, einen Ofen oder ein Elektro-Heizgerät haben will, der sollte nicht zu lange warten. Denn wer später komme, müsse sich auf lange Lieferfristen einstellen. Was möglicherweise zu spät sei. Denn »im Februar«, so Beatrice Friede, »braucht man keinen Kaminofen mehr«.