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Kilometer-Machen für einen guten Zweck

Die Wüste ist weit – im doppelten Wortsinn, schön anzusehen, aber auch unwirtlich und manchmal gefährlich. Das ist den Langebrückern Ulrich Knöpfle, Andreas Wiese, Edgar Hartel und Andreas Kasdorf hinlänglich bewusst. Dennoch haben sie sich auf das Rallye-Abenteuer Dresden – Banjul eingelassen. Für einen guten Zweck.
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Mit wärmenden Jacken und einem Fässchen von Radeberger sind die vier Langebrücker gut ausgerüstet: Ulrich Knöpfle, Andreas Wiese, Edgar Hartel und Andreas Kasdorf (v.l.). Foto: Rodig

Mit wärmenden Jacken und einem Fässchen von Radeberger sind die vier Langebrücker gut ausgerüstet: Ulrich Knöpfle, Andreas Wiese, Edgar Hartel und Andreas Kasdorf (v.l.). Foto: Rodig

Den zwei eigens dazu erworbenen VW-Transportern sieht man nicht an, dass sie bereits um die 20 Jahre auf dem Buckel haben. Neuer Lack, neue Reifen, auch das Innenleben wurde überarbeitet, auf eigene Kosten versteht sich. Wie überhaupt die freiwillige Teilnahme an der Reise zu einem der ärmsten Völker der Erde nicht gerade billig ist: Visa, Fährkosten, Versicherung, Rückflug...
Hilfsgüter an Bord Essen und Trinken gibt es soweit wie möglich aus dem „Rucksack“, das heißt, jeder Winkel des Fahrzeuges ist ausgefüllt mit Proviant,  persönlichen Gegenständen, Fahrzeugzubehör und nicht zuletzt Hilfsgütern von AOK und Deutschen Roten Kreuz. Die Fahrt geht über rund 8.000 Kilometer nach Gambia in den kleinsten und von sehr großer Armut betroffenen Staat Westafrikas. Adressat der Hilfsgüter ist die dortige Dresden-Banjul-Organisation, die wiederum die Zuwendungen an Kindergärten, Lehrwerkstätten und Sozialstationen weiter leitet.  Über ein Jahr lang hatte das Langebrücker Doppelteam  Ulrich Knöpfle und Andreas Wiese, Edgar Hartel und Andreas Kasdorf nach Möglichkeiten gesucht, abenteuerliches Erleben mit einem guten Zweck zu verbinden und ist dabei auf den in Dresden-Laubegast ansässigen Verein Breitengrad e.V. aufmerksam geworden. Ein Verein, der seit 2006 zweimal jährlich die Rallye Dresden – Dakar – Banjul organisiert, wobei es nicht um Leistung und Geschwindigkeit,  sondern soziales Engagement und erfolgreiches Ankommen geht. Wo die teilnehmenden Konvoi-Fahrzeuge und Ausrüstungen  im Lande verbleiben und deren Erlös aus meistbietender Versteigerung  sozialen Zwecken zu Gute kommt. „Nachdem unser Vorhaben feste Konturen angenommen hatte, gaben wir  uns den  Namen  ’Langebrücker Wüsten-Oldies’ und forcierten die Vorbereitungsarbeiten“, blickt Ulrich Knöpfle zurück.
Lokale Unterstützung Eine tolle Erfahrung war die Anteilnahme örtlicher Unternehmen und Personengruppe in Form von finanzieller und materieller Unterstützung.  Die Radeberger Exportbierbrauerei steuerte zum Beispiel „bissl Ausrüstung“ in Gestalt wärmender Jacken für kalte Nächte in heißen Zonen bei. Hoch motiviert und auf solche Weise gut ausrüstet wird sich das Langebrücker Team am Freitag, 18. November, um 14.30 Uhr  vor der Dresdner Semperoper zum „Prolog“ einfinden und nochmals um Spenden werben. Tags darauf ist man dann bereits auf Achse. Der Gesamtkonvoi setzt sich aus 32 Fahrzeugen aus ganz Deutschland zusammen, die sich an unterschiedlichen Stellen einklinken werden. Die Reiseroute selbst führt über Frankreich, Spanien, Marokko, Mauretanien – ab hier dann mit zugesicherter Security-Begleitung – und Senegal zum Zielort. „Überschlagsweise rechnen wir mit einer viertägigen Wüstenfahrt“, so Knöpfle, „für die wir rein prophylaktisch schon mal unsere Fahrzeugreparatur- kenntnisse aufgefrischt haben. Auch eine längere Verweildauer an Grenzübergängen sollte einkalkuliert werden.“ Der Rückflug nach vollzogener Übergabe, Versteigerung und kurzer Erlebnistour ist um den 17. Dezember vorgesehen. Bis dahin nichts von den Langebrücker Wüsten-Oldies zu hören – das geht gar nicht. Bereits jetzt ist fleißiges Posten über Facebook (@wuestenoldies) versprochen – und danach will man am Thema dranbleiben.  (Karin Rodig)