Sandro Paufler

Hier baut ein Jungunternehmer in Kirschau

Kirschau. Martin Wagner möchte sich mit seiner Sächsischen Spirituosenmanufaktur erweitern. Doch bis es soweit war, musste er viele Hürden überwinden.

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An seinem Firmenstandort, der Sächsischen Spirituosenmanufaktur, gibt es noch viel zu tun. Die drei Hallen sollen spätestens im ersten Quartal 2023 fertig sein, so der Zeitplan von Martin Wagner.

An seinem Firmenstandort, der Sächsischen Spirituosenmanufaktur, gibt es noch viel zu tun. Die drei Hallen sollen spätestens im ersten Quartal 2023 fertig sein, so der Zeitplan von Martin Wagner.

Foto: Sandro Paufler

Der gelernte Brauer und Wirtschaftsingenieur Martin Wagner war es, der damals den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit wagte und im Jahr 2014 seine Sächsische Spirituosenmanufaktur in Kirschau gründete. Sein kleines Unternehmen hat sich mit den Jahren stetig weiterentwickelt. Heute werden am Produktionsstandort jährlich 20.000 Liter Alkohol produziert. Doch die Nachfrage nach Whiskys und Obstbränden reißt nicht ab.

 

Ausbau auf 540 Quadratmetern

 

Damit er mehr Produktions- und Lagerkapazitäten schaffen kann, hat sich der Jungunternehmer entschieden, seinen Standort zu erweitern. Auf insgesamt 540 Quadratmetern werden drei Hallen an der Niederen Fabrik 18 in Kirschau realisiert. Das sind vor allem zwei Lagerhallen und eine Produktionshalle. Zudem ist es sein erklärtes Ziel, alles an einem Standort zu vereinen. Denn aufgrund von Platzproblemen musste er in der Vergangenheit immer wieder auf angemietete Räume in der Umgebung zurückgreifen, um Rohstoffe oder Material zu lagern.

 

Sorge um hohe Baukosten

 

Alle Hallen sollen im ersten Quartal 2023 fertiggestellt werden. Trotzdem hat der gelernte Brauer und Mälzer eine Befürchtung: »Ich rechne mit stark erhöhten Baukosten. Deswegen werde ich so viel wie möglich in Eigenleistung bauen.« Von der Erweiterung verspricht sich Wagner eine höhere Produktionsauslastung. »Ich kann im sinnvollen Maß produzieren und mehr Lohnaufträge annehmen«, findet der 39-Jährige.

 

Bürokratische Hürden bei der Planung

 

Eigentlich wollte der Chef der Sächsischen Spirituosenmanufaktur längst fertig sein, doch er bekam keine Baugenehmigung erteilt. Grund dafür war ein offenbar falscher Bebauungsplan für das Gewerbegebiet gewesen. Teilweise verliefen die Grenzen, wo nicht gebaut werden durfte, durch bestehende Hallengebäude. Ein weiteres Problem war die endgültige Erschließung seines Firmenstandortes: »Es fehlte die wasserrechtliche Genehmigung«, so Wagner. All diese Dinge mussten in einem aufwendigen Verfahren wieder korrigiert werden.

 

Der Traum vom Besucherzentrum

 

Für Martin Wagner ist es gerade eine Doppelbelastung: Er muss einerseits die Produktion am Laufen halten und andererseits nach Feierabend auf der Baustelle vorankommen. Doch er glaubt fest an seine Vision. Die Erweiterung ist ein erster Zwischenschritt. Irgendwann plant Martin Wagner, ein Besucherzentrum zu errichten. Dort sollen dann die Verkostung und der Verkauf stattfinden – in seiner Sächsischen Spirituosenmanufaktur.