Jannis Simons

Für die Lausitz nach München

Sandrina Abelt aus Spremberg hat zurzeit einen großen Traum. Sie möchte die beste Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) Deutschlands werden. Dafür fährt die 24-Jährige in dieser Woche nach München zum großen Finale.
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Sandrina Abelt an ihrem Arbeitsplatz in der Apotheke am Klinikum Hoyerswerda. Foto: Simons

Sandrina Abelt an ihrem Arbeitsplatz in der Apotheke am Klinikum Hoyerswerda. Foto: Simons

Der Wettbewerb »PTA des Jahres« findet einmal jährlich im Rahmen der »expopharm«, Europas größter pharmazeutischer Fachmesse, statt und soll dem Berufsstand der PTA eine breitere Öffentlichkeit bieten. Die Siegerin darf sich ein Jahr lang »PTA des Jahres« nennen und über 2500 Euro Preisgeld freuen. Insgesamt zehn Finalistinnen treten am 16. September in der Münchener Allianz Arena gegeneinander an. Sandrina sicherte sich ihren Finalplatz durch ein gewonnenes Online-Voting Ende Juli, das wir vom WochenKurier auf unseren Social-Media-Kanälen auch kräftig beworben hatten.
Kopf-an-Kopf-Rennen ins Finale Unser Aufruf ging viral, sodass wir allein mit unserem Facebook-Account »Wochenkurier Hoyerswerda/Kamenz« über 10.000 Menschen damit erreichten. So schaffte es die Sprembergerin nach einem echten Kopf-an-Kopf-Rennen mit einer Mitbewerberin aus Wetzlar am Ende knapp, aber überglücklich ins Finale. Sandrina ist die einzige Teilnehmerin aus der Lausitz. Seit Januar 2020 arbeitet sie in der Zeitz-Apotheke am Klinikum Hoyerswerda. Zu ihren Hauptaufgabenbereichen zählen die Rezeptur, die Arbeit im Labor, Dermatologie in jeglicher Form und die Beratung zu Kinderkrankheiten. Ihre Lieblingsaufgaben sind jedoch Arbeiten, bei denen eine gute Fingerfertigkeit erforderlich ist, wie z.B. bei der Herstellung von Augentropfen oder sterilen Schmerzbeuteln.

»Ich liebe meinen vielseitigen Beruf und die Herausforderungen, die er jeden Tag aufs Neue bietet, und möchte bei diesem Wettbewerb auch unsere Region würdig vertreten«, so die 24-Jährige. In den letzten Tagen vor dem großen Finale stieg neben der Vorfreude natürlich auch die Aufregung immer mehr. Zur Ablenkung machte sie viel Sport und Yoga. Zur fachlichen Vorbereitung sprach sie viel mit erfahrenen Kollegen, nahm an Online-Seminaren teil oder versuchte so viele Dinge wie möglich aus dem Alltag mitzunehmen oder sich anzulesen. Viele Kunden fragten schon: »Wann geht‘s denn nach München?« oder finden es toll, dass sie die Lausitz in München vertritt.

Ihre Kolleginnen schätzen die junge Lausitzerin mit Leib und Seele als aufgeschlossene, kollegiale und freundliche Mitarbeiterin, die sehr zielstrebig und engagiert ist. »Sie soll so natürlich bleiben, wie sie ist, mit ruhigem Gewissen ins Finale gehen und es einfach genießen«, meint unter anderem Jessica Wiese, die seit gut einem Jahr in der Apotheke arbeitet und von Sandrina in ihrer Anfangszeit gut eingearbeitet wurde. Prüfungen in vier Bereichen Ihr Chef, Sten-Gunnar Zeitz, beschreibt Sandrina Abelt als eine vielseitig einsetzbare Fachkraft, welche selbst unter größtem Stress noch freundlich und zuvorkommend bleibt. »Sie wird sowohl von den Kolleginnen als auch von den Kunden sehr geschätzt. Sie ist wirklich ein liebenswerter Mensch«, meint der Apotheker, der sich natürlich auch über den Imagegewinn für seine Apotheke freut.

Der Wettbewerb beginnt am Donnerstag früh um 8 Uhr und endet am Nachmittag. Insgesamt gibt es vier Prüfungsleistungen in den Bereichen Rezeptur- und Allgemeinwissen sowie Beratungs- und Verkaufsgespräch. Aus ca. 25 Mitgliedern setzt sich die Jury zusammen, die aus Vertretern verschiedener Pharmaunternehmen besteht. Die Siegerin wird noch am gleichen Tag bekanntgegeben, anschließend gibt es eine Aftershowparty mit Band. »Ich würde gern den ersten Platz in die Lausitz holen«, sagt Sandrina kämpferisch, die bei diesem Wettbewerb aber vor allem so viele Erfahrungen wie möglich sammeln möchte.