Silke Richter

Eine neue Chance für Hoyerswerda

Hoyerswerda hat eine Game Changerin. Madeleine Matschke soll die positive Wahrnehmung der Stadt nach innen und außen tragen.
Bilder
Die neue Game Changerin Madeleine Matschke, hier mit dem Vereinsvorsitzenden Steffen Markgraf, hat ihr Büro in der Bautzener Allee 32 bezogen. Foto: sr

Die neue Game Changerin Madeleine Matschke, hier mit dem Vereinsvorsitzenden Steffen Markgraf, hat ihr Büro in der Bautzener Allee 32 bezogen. Foto: sr

Attraktive Baumhäuser zum Übernachten und immer wieder wunderschöne Seenlandschaften, die in das Lausitzer Revier eingebettet sind. Diese Fotomotive zeigen die Veränderung der Region und ähneln schönen Postkartengrüßen aus dem Urlaub. Gleichsam sind sie eine Hommage und stammen von Petra Morgenstern, die ihren jüngsten Heimaturlaub mit der Kamera festgehalten hat. Die gebürtige Hoyerswerdaerin, die im Oktober 1989 ihre Heimat verließ und in Südhessen ihren neuen Lebensmittelpunkt gefunden hat, berichtet bei Facebook gern über ihre gesammelten Eindrücke. Ansichten, die vor allem eines widerspiegeln: Heimatverbundenheit verbunden mit der Sorge, dass Hoyerswerda aufgrund seiner Entwicklung ein Stück weit verloren geht. Mehrmals im Jahr treibt es Petra Morgenstern zurück in ihre alte Heimat, in der ein Teil ihrer Familie zu Hause ist. Aus der Ferne verfolgt sie den Veränderungsprozess, denn sie mag »ihre« Stadt, in der sie die Kindheit verbrachte, immer noch sehr. Heute könne sie bei ihren Aufenthalten hier vor allem eines: wunderbar entschleunigen.

Frischer Wind und Innovationen

Petra Morgenstern ist freilich nur ein Beispiel  für viele Menschen, die Hoyerswerda verlassen haben. Die Stadt habe viele großartige Dinge, leider nehme das von außen aber kaum einer wahr, so ihr Eindruck. Beim Marketing und der Infrastruktur seien dringend frischer Wind und innovative Ideen gebraucht. Lasse sich die Stadt doch immer noch viel zu häufig auf ihr erlittenes Trauma Anfang der 90er Jahre reduzieren, meint Petra Morgenstern. »Hoyerswerda braucht Menschen, die sich nicht entmutigen lassen und kämpfen.«

Diese Botschaft dürfte auch Madeleine Matschke gefallen. Die 37-jährige ist die neue Game Changerin. Eine sehr engagierte und hochmotivierte Frau, die im Auftrag des neu gegründeten Marketingvereins »Familienregion HOY« die Geschicke übernimmt, um das Image von Hoyerswerda zu verbessern.
Der englische Begriff heißt übersetzt »Spiel Wechsler«, der die positive Entwicklung und Attraktivität von Hoyerswerda intensiv fördern soll. Das braucht vor allem Mut, sehr viele neue Ideen und die Gabe, die Hoyerswerdaer sowie deren Besucher zu motivieren, um das Schöne in der Region wieder neu zu entdecken und dieses Gefühl dauerhaft auch nach außen zu transportieren. Und vielleicht braucht es dafür tatsächlich eine Person, die den Blick von außen hat.

An Ideen mangelt es der neuen Game Changerin aus Spremberg jedenfalls nicht. Mit ihren Visionen rennt sie bei den Vereinsmitgliedern aus der Wohnungsgesellschaft, der Stadtverwaltung, den Lebensräumen, dem Gewerbering Stadtzukunft, der Städtischen Wirtschaftsbetriebe, von den Firmen AVI, Haarschneider, REH-El Aßmann sowie der HOYREHA und der AWO Lausitz offene Türen ein.  »Wir sind begeistert von ihren Ideen und freuen uns auf eine Zusammenarbeit. Sie bringt frischen Wind in die Stadt hinein«, meint Steffen Markgraf, Vorsitzender des Marketingvereins und Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft. So möchte Madeleine Matschke die Homepage der Stadt Hoyerswerda mit Rubriken und Akteuren aus den Bereichen Bildung, Kultur, Freizeit und anderen Einrichtungen ergänzen und gleichzeitig eine Verlinkung herstellen. Menschen, die sich in Vereinen engagieren, und Persönlichkeiten, die untrennbar mit der Geschichte von Hoyerswerda verbunden sind, sollen in der Öffentlichkeit mittels eines angedachten Kalenders vorgestellt werden. Es gibt auch Ideen für Babybekleidung, die mit modernen, zeitgemäßen zweisprachigen Sprüchen in sorbischer und in deutscher Sprache bedruckt ist. Was der zweifachen Mutter auch sehr am Herzen liegt: Die Kinderbetreuung sei in Hoyerswerdas Region optimal. Eine von vielen Voraussetzungen, um Arbeit, Karriere, Familienleben und das Wohnen im Lausitzer Seenland bestmöglich unter einen Hut bekommen zu können. Nur, das und viele andere positive Dinge werden von außen kaum wahrgenommen. 

»Viele Städte haben ähnliche Probleme wie Hoyerswerda.  Es ist an der Zeit in den Dialog zu treten, gemeinsame Ziele, Ideen und Kräfte zu bündeln, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um die positiven Seiten von Hoyerswerda stärker in den Fokus zu stellen«, meint Madeleine Matschke, die in Weißwasser aufgewachsen ist und vor ihrer Rückkehr in die Lausitz mehrere Jahre in Franken wohnte.
Die Grafikdesignerin sammelte Erfahrungen in einer Werbeagentur, studierte Dialogmarketing, war Referentin für Arbeitsrecht, arbeitete eine Zeitlang im Augen MVZ Hoyerswerda und ist Kinderbuchautorin. Momentan investiert die bislang einzige Angestellte des Marketingvereins, der sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen finanziert, viel Zeit, um Hoyerswerdas Menschen näher kennenzulernen und erste Kontakte zu knüpfen.  Eine wichtige Basis, um zeitnah entscheidende Netzwerkarbeit leisten zu können.
Das große Ziel sei es, mehr Menschen davon zu überzeugen, dass Hoyerswerda eine gute Wohn-, Arbeits-, und Familienstadt ist, in der es sich lohnt zu leben und zu investieren.

Kontakt
Adresse:Marketingverein Familienregion HOY
              (im SWH-Gebäude)
              Bautzener Allee 32 a
              02977 Hoyerswerda
Telefon: 03571/ 469970
E-Mail:m.matschke@familienregion-hoy.de