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Als ans Navi noch nicht zu denken war

Schloss Klippenstein wartet mit Zeitzeugen der Postgeschichte auf.
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Immer wieder schmuck die Kurfürstlichen Insignien auf Sächsischen Postdistanzsäulen. Foto: Rodig

Immer wieder schmuck die Kurfürstlichen Insignien auf Sächsischen Postdistanzsäulen. Foto: Rodig

Vom 7. Februar bis 24. April kommen bei einer Wanderausstellung des 1. Sächsischen Postkutschenvereins auch die Liebhaber der Postmeilensäulen auf ihre Kosten. Solange die Menschheit sich fortbewegt, ist sie an Orientierung interessiert. Auf dem Seeweg war das bereits frühzeitig gelungen. Anders im Landbereich. Händler, Reisende und Wanderer hatten es bis ins späte Mittelalter schwer, auf den oft nur notdürftig ausgebauten Handels- und Poststraßen voran zu kommen bzw. sich zurecht zu finden. Irrfahrten für Neulinge waren vorprogrammiert, dafür kannte man noch keinen Stau. Nach 1680 kamen in Sachsen die ersten hölzernen Wegesäulen in Mode. Doch das langte dem auf Wirtschaftsförderung bedachten sächsischen Kurfürsten Friedrich August dem Starke nicht. Und so nahm er bildlich gesprochen 1711 seinen Geographen Friedrich Zürner an die Hand, gab ihm den Auftrag, die Poststraßen zu vermessen, zu kartographieren und mit steinernen Wegsäulen zu versehen. Die Städte bekamen den Auftrag, die Markierung aus eigener Tasche zu finanzieren. Und so schlug 1729 die Geburtsstunde der Radeberger Postdistanzsäule. Mit Blick auf die Wiedererrichtung dieses Schmuckstückes im Jahr 2012 nimmt die Wanderausstellung auf die bahnbrechende Einführung einheitlicher Distanzmaße (wie z.B. die Poststunde) Bezug und beantwortet Fragen über eine Zeit, als an das Navi noch nicht zu denken war. Karin Rodig Weitere Informationen zu Ausstellungen im Schloss Klippenstein >>HIER<<