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68000 Euro Schaden – Betrüger geschnappt

Die Polizei hat in Großpostwitz einen mutmaßlichen Betrüger festgenommen. Er soll sich als Arzt ausgegeben und verschiedenste Leistungen erschlichen haben. Vergangene Woche klickten die Handschellen.
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Bei dem mutmaßlichen Betrüger klickten vergangene Woche die Handschellen. Er sitzt seit 23. Januar in Untersuchungshaft. Symbolfoto: pixabay

Bei dem mutmaßlichen Betrüger klickten vergangene Woche die Handschellen. Er sitzt seit 23. Januar in Untersuchungshaft. Symbolfoto: pixabay

65 Strafanzeigen, 45 Straftaten und ein Gesamtvermögensschaden von 68000 Euro - das ist die Bilanz eines 41-jährigen mutmaßlichen Betrügers aus Großpostwitz. Dafür sitzt der Mann nun in Haft. Wie die Polizei in Görlitz mitteilt, trat der 41-Jährige im März 2016 seine erste einjährige Haftstrafe an. Schon damals lautete das Urteil Betrug sowie Missbrauch von Titeln und Urkundenfälschung. Nur zwei Monate nach der Haftentlassung verlieh sich der Mann laut den Ermittlungen der Polizei einen Doktortitel und trat immer wieder öffentlich als Arzt in Erscheinung. Es folgte eine Serie von Betrügereien. Mit frei erfundenen Diagnosen soll sich der Mann wiederholt in Kliniken eingewiesen haben. Unter anderem täuschte er demnach eine inkomplette Querschnittslähmung, Speiseröhrenkrebs, Dyspnoe, eine bösartige Neubildung an der Harnblase sowie Krebs im Endstadium vor. Er beantragte laut Polizei außerdem wiederholt die Aufnahme in Pflegeeinrichtungen, obwohl keine Notwendigkeit für eine Behandlung oder Pflege bestand. Der 41-Jährige bewies dabei viel Einfallsreichtum und wartete mit Lügengeschichten und selbstgebastelten Einweisungsscheinen auf. Auch zahlreiche unbezahlte Bestellung von Waren und Dienstleistungen sollen auf das Konto des Mannes gehen. Er soll sich unter anderem wiederholt Wein, Buffets und technische Geräte bestellt haben. Auch seine Wohnung ließ er sich den Ermittlern zufolge komplett renovieren, ohne dies zu bezahlen. Ziel war es stets, Lebenshaltungskosten einzusparen. Außerdem wird dem 41-jährigen vorgeworfen, im März und Juni 2018 je eine Reise nach Ägypten gebucht zuhaben. Um Vergünstigungen zu erhalten, gab er vor, es wäre seine letzte Reise, da er sterbenskrank wäre. Auch hier wurden die Rechnungen nicht beglichen. Der Beschuldigte muss sich nun wegen einer langen Liste von gewerbsmäßigem Betrug und dem Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen verantworten. Er befindet sich seit dem 23. Januar 2019 in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft befasst sich nun mit dem Betrüger.