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20 Jahre im Namen der Förderung

Der Technologieförderverein Bautzen feierte am vergangenen Freitag sein 20-jähriges Bestehen mit einer großen Festveranstaltung im Berufsschulzentrum in Bautzen. Dort wurden auch die „Beste Lernleistung 2018“ und die „Innovativsten Auszubildenden 2018“ prämiert.
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Beste BeLl 2018

Preisträger für die Beste BeLl wurde Paul Wagner. Er verfasste als Schüler des Schiller-Gymnasium Bautzen eine besondere Lernleistung zum Thema „Konstruktion eines mobilen rauscharmen Tieftemperatur-SQUID-Magnetfeldmonitors“. Die vorgelegte Ausarbeitung im Fach Physik wurde in den letzten zwei Jahren in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) erstellt. Während seiner Arbeit konnte er am HZDR-Institut „Hochfeld-Magnetlabor Dresden“ tiefgreifende Einblicke in Forschungsarbeiten im Bereich der Festkörperphysik bei extremen Probenbedingungen, wie z. B. tiefen Temperaturen oder hohen Magnetfeldern, sowie angrenzenden Wissenschaftsbereichen erhalten. Die Jury überzeugten vor allem die fachliche Tiefe und Komplexität der Arbeit, der kritische Umgang mit wissenschaftlichen Daten sowie die methodische Vielfalt. Das entwickelte Messgerät soll in einer späteren Ausbaustufe zur sehr genauen Detektion geophysikalischer Änderungen des Magnetfelds dienen, wie zum Beispiel zum Aufsuchen von Erzvorkommen oder um archäologisch interessante, unterirdische Strukturen zu finden.

Drei innovative Azubis

Die Preisträger im Wettbewerb „Innovativster Auszubildender 2018“ sind Florian Wagner, Tom Krügler und Toni Bürger. Florian Wagner lernt Mechatroniker im 3. Ausbildungsjahr bei Firma ATN Hölzel in Oppach. Er hat sich durch gute Lernergebnisse und speziell im letzten Jahr durch sehr gute Lösungen bei verschiedenen Software-Programmierungen und mechatronischen Aufgaben in seinem Ausbildungsbetrieb bewiesen. Für die Anlagen, Baugruppen und Komponenten von ATN ist es notwendig, viele verschiedene Kabel und Anschlussleitungen zu fertigen oder Kaufteile mit steckfertigen Anschlüssen zu versehen. Alle Komponenten, die gefertigt werden, unterlaufen dabei einem festgelegten Prüfzyklus innerhalb des QS-Systems. Dazu zählt auch ein Kabelprüfgerät, das den neuesten Ansprüchen nicht mehr in vollem Umfang gerecht wurde. Daraufhin wurde Florian Wagner beauftragt, eine neue Prüfstation zu planen, zu fertigen und eine entsprechende Dokumentation zu erstellen. Die Baugruppe wurde komplett neu erstellt und mit einer neuen Software sowie einem Touch-Panel ausgestattet. Tom Krügler (Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, 3. Lehrjahr bei der Dimmel-Software GmbH in Bautzen) reichte seine Arbeit zum Thema „Erhöhung der Softwarequalität und Senkung der Zeit für Fehlerkorrekturen durch die Einführung von Unit-Tests“ ein. Die Einführung der Methodik UnitTesting sorgt dafür, dass Software mit weniger (bestenfalls ohne) Fehler an den Kunden ausgeliefert wird. Durch die Konzeption und Einführung von Unit-Tests wird die Fehlerquote sowie der Aufwand für Fehlersuchen deutlich optimiert. Durch die Verminderung des Aufwands wird Zeit gespart, die an anderer Stelle wieder genutzt werden kann.  Toni Bürger (Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, 3. Lehrjahr bei der miunske GmbH in Großpostwitz) beschäftigte sich mit dem Thema „Entwicklung einer Software zur grafischen Programmentwicklung in der Automatisierungstechnik für jedermann“. Durch die starke Vereinfachung des Entwicklungsprozesses mit mLogic haben Kunden zukünftig die Möglichkeit, schnell und einfach individuelle Systeme zu entwickeln, ohne dabei von externen Dienstleistern abhängig zu sein. Das erhöht maßgeblich die Relevanz der Produkte im Auswahl- und Entscheidungsprozess und trägt erheblich zur stärkeren Marktdurchdringung, insbesondere der CAN-Produkte, bei. Weiterhin wird durch mLogic die Entwicklungsabteilung entlastet und die Ressourcen, die zur Entwicklung neuer innovativer Produkte benötigen werden gewonnen.

Förderverein feierte 20-jähriges Jubiläum

Von der solarbetriebenen Kaninchenstallheizung bis zum Tieftemperatur-SQUID-Magnetfeldmonitor hat der Technologieförderverein in den vergangenen 20 Jahren viele spannende Projekte erlebt und viele junge Menschen gefördert. Über 300 Energiesparfüchse wurden ausgezeichnet, über 50 innovative Auszubildende reichten ihre Projekte ein, mehr als 15000 Euro Stipendien und Preisgelder wurden vergeben und zahlreiche Bildungsinitiativen mit hochwertiger Technik ausgestattet. Der Technologieförderverein Bautzen (TFV) hat in den vergangenen 20 Jahren viel erreicht. Und das wurde am Freitag bei einer Festveranstaltung im Berufsschulzentrum Bautzen gebührend gefeiert. Gegründet wurde der Verein 1998 in einer Zeit, in der sich „die Wirtschaft im Auf- und Umbruch befand“, wie es der Vorstandvorsitzende Volker Bartko in seiner Eröffnungsrede formulierte. Ziel ist es, mit einem Netzwerk aus Unternehmen, Schulen und Forschungseinrichtungen Schüler und Jugendliche für Naturwissenschaft, Technik und Innovation zu begeistern und sie auf ihrem Weg zu fördern. „Manche Netzwerke machen die Dinge auch komplizierter, das ist bei uns nicht der Fall“, so Volker Bartko. Seit der Gründung hat der Verein beispielsweise den Schülerwettbewerb „Energiesparfüchse“, die Initiative „Oberlausitz forscht“ und das Projekt „Innovativster Auszubildender“ ins Leben gerufen. . Alles Aktivitäten des TFV hier zu nennen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Erwähnt werden muss aber, dass all das positive Wirken ohne ehrenamtliche Arbeit nicht möglich wäre. „Es ist in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich, dass sich Menschen neben ihrer Arbeit auch ehrenamtlich engagieren. Ehrenamtliches Engagement ist ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft, dem sollten wir in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit schenken“, bedankte sich Volker Bartko bei all den ehrenamtlichen Unterstützern. Staatsministerin Dr. Eva-Maria Stange lobte in ihrer Rede die Arbeit des Vereins: „Wer kann besser für die Naturwissenschaften interessieren als begeisterte Naturwissenschaftler? Dazu trägt der Verein bei, weil er die Verbindung zwischen den beteiligten herstellt.“ Die Ministerin für Wissenschaft und Kunst betonte, dass Kinder von Natur aus neugierig seien. Ziel der Erwachsenen müsse es daher sein, diese Neugier aufrechtzuerhalten. Und daran wird der Technologieförderverein Bautzen auch in den kommenden Jahren arbeiten.