Sorgt Esports für leere Stadien?

Esports – kaum ein Begriff ist derzeit so in aller Munde, gleichzeitig aber immer noch so unbekannt, dass er fast nur Szeneinsidern wirklich was sagt. Irgendwo hat man sicherlich mal gelesen, dass die großen Sportvereine der Welt jetzt auch professionelle FIFA-Spieler in ihren Reihen haben, aber so ganz sinnig ist das alles immer noch nicht. Was allerdings bekannt ist: König Fussball als alleinstehende Macht wird sich nach und nach daran gewöhnen müssen, dass neue Technologien auf den Markt kommen. Immer in dem Bewusstsein, bestehende Normen und den Status Quo ins Wanken zu bringen. Wie aber passt sich Esports – und hier besonders die Sportszene dessen – an herkömmlichen Fussball an und wie nehmen die Fans und Kunden dies auf. Stimmt es überhaupt, dass die beiden Sparten sich gegenseitig das Klientel wegnehmen? 

Abbildung 1: unsplash.com © brolin (CC0 Creative Commons)

Was überhaupt ist Esports?

Wie der Name schon ein wenig verrät, handelt es sich hier um „Electronic Sports“. Man spielt es also nicht auf dem Rasen oder in der Halle, sondern am PC oder der Konsole. Nebst Sportspielen wie FIFA sind auch Spiele wie Fortnite oder World of Warcraft in der letzten Zeit immer beliebter geworden. So beliebt, dass es nun schon professionelle Teams gibt, die alleine oder im Team gegen andere um Ruhm und Geld spielen. Und Geld lässt sich damit wirklich verdienen, denn wenn man sich mal mit der sportlichen Esports Szene befasst, dann sind die Profis sehr gut bezahlte Angestellte der Vereine. Es zocken also jedes Wochenende Spieler mit den neuesten Versionen von FIFA – bald kommt beispielsweise FIFA 2020 auf den Markt – gegen andere Spieler. Sponsoring wird hier großgeschrieben, so dass die Spieler fast schon wie Helden behandelt werden und den sportlichen Fussballern fast in nichts nachstehen. Wie aber wirkt sich das auf Fussball im Stadion aus?

Noch keine Konkurrenz

Nun, zum Glück für all jene, die immer noch lieber am Wochenende ins Stadion gehen, kann gesagt werden, dass Fussball auf dem Rasen wohl in der nächsten Zukunft keinen wirklichen Schaden erfahren dürfte. Zwar hat Esports schon jetzt recht große Bereiche der Sportszene eingenommen, aber halt noch nicht übernommen. Man kann im Online Casino schon auf den Ausgang wetten. Allerdings haben diese noch nicht die Menge wie richtige Fussballspiele, da es noch kein globales Phänomen ist. Des Weiteren ist es so, dass viele dieser Profis aktiv die Nähe zu den bestehenden Vereinen wie Bayern München oder Arsenal London suchen, um sich besser zu positionieren. Diese Vereine haben erkannt, dass der nächste Trend in Richtung Esports geht. Gleichzeitig aber wissen sie auch genau, dass vor Allem die ältere Generation nur wenig Interesse darin verspürt, meist jüngeren Spielern beim Daddeln zuzugucken. Es wird also recht penibel darauf geachtet, dass sich die echten Spiele und die digital gestreamten Turniere nicht überschneiden. Dadurch wird sichergestellt, dass sich beide Szenen keine Kunden und Fans wegnehmen. Die Stadien bleiben unverändert voll und gleichzeitig gucken immer mehr Interessierte mal rein, wenn Spieler bei FIFA um Preisgelder und Ansehen kämpfen. Auf Dauer wird sowieso kein Weg an diesem Trend vorbeigehen, daher ist es sinnig, ihn als Teil der eigenen Identität zu integrieren.