Freiheit nach der Trennung: So kann man(n) sie nutzen

So hässlich Trennungen auch sein können, sie sind oftmals auch eine Befreihung aus dem Beziehungs-Gefängnis. Und Freiheit muss man(n) ausnutzen.

Wenn eine Beziehung oder gar eine Ehe in die Brüche geht, ist das selten etwas Erfreuliches. Manchmal allerdings ist so ein Ende auch eine regelrechte Befreiung – denn längst nicht jede Partnerschaft lässt den Raum für persönlichen Freiheiten, sie man eigentlich benötigt. Und man muss kein sehr eigenständiger Mann sein, um darunter zu leiden. Doch wenn die Partnerschaft erst mal ein Scherbenhaufen ist, hat man als Mann zumindest diese Freiheit zurückgewonnen – einige Ideen, um sie auszukosten, zeigen wir jetzt. 

1. Back in (Flirt)Business

Der treue Mann schaut keinen anderen Röcken hinterher. Von Flirtereien einmal ganz zu schweigen. So zumindest die guten Regeln einer jeden Beziehung. Es „ziemt sich“ einfach nicht, um es mit altdeutschem Vokabular zu umschreiben. Doch nach dem Beziehungsende ist Schluss damit. Und schon deshalb, weil Flirten sich sehr positiv auf die von der Trennung gebeutelte Laune auswirkt, sollte man(n) es auch ruhig oft betreiben. Nein, dazu muss man keine hochwissenschaftlichen Flirt-Tipps beherzigen. Schon ein Lächeln zur Kassiererin, ein schelmisches Zwinkern in Richtung der entgegenkommenden Fußgängerin ist Flirten. Vollkommen harmlos, aber toll fürs eigene Ego. 

Mehrere hundert Pferde mit dem rechten Fuß kontrollieren zu können, ist ein schlagender Beweis für die eigene Freiheit.

2. Auf die Leihwagen-Tube drücken

PS-Jünger wissen längst, dass brachiale Beschleunigung und hohes Tempo gute Lösungen für Gefühlsprobleme sind. Erst recht nach einer Trennung. Denn je länger die Beziehung dauerte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der Mann, selbst wenn er einst auch ein solcher PS-Jünger war, auch in Sachen Mobilität domestiziert wurde. Das Motorrad setzt Spinnweben an (falls es nicht sowieso an einen Geschlechtsgenossen verkauft wurde) und der vierrädrige Untersatz lässt sich am besten als Pampersbomber beschreiben – enorm praktisch, voller Stauraum, aber mit der Leistung eines Handstaubsaugers und dem maskulinen Charakter eines Herren-Nachthemdes versehen. 

Dagegen gibt es nur eine Lösung: Auf zum nächsten Autoverleih oder Autohaus. Ziel ist es, sich für ein Wochenende einen reinrassigen, machomäßigen Sportwagen auszuleihen. Ob es sich dabei um die Leistungselite der Serienwagenproduktion à la BMW M3 und AMG-Mercedes handelt, oder man gleich zu Corvette, R8 oder 911er greift, ist Geschmackssache. Dann begibt man sich entweder gleich zu den Trackdays auf dem Sachsenring, oder lässt auf Autobahn und Landstraße den Motor röhren. Die reinste automobile Frischzellenkur. 

3. Lust auf mehr

Wenn eine Beziehung einschläft, gilt das auch für das Liebesleben. Und wenn die Partnerin dann auch noch in Sachen sexuelle Spielarten und Vorlieben nicht allzu experimentierfreudig war, kann man als Mann nach der Trennung mitunter auf einige Jahrzehnte zurückblicken, in denen im Bett höchstens „Standard“ lief – und selbst das nicht gerade häufig. 

Daher ist die Trennung eine gute Gelegenheit, auch hier „auf die Tube zu drücken“ und sich selbst Dinge zu gönnen, auf die man zu lange verzichten musste. Private Treffen mit „mehr“ sind ebenso nur einen Mausklick entfernt wie Abenteuer auf Parkplätzen oder in Sexkinos, Pärchenclubs und Co. Kontakt herstellen, duschen, Kondome einpacken und dann einfach mal die Freiheit genießen, bei der schönsten Nebensache der Welt vor allem mal auf die eigenen Kosten kommen zu können – wörtlich und im übertragenen Sinn. 

Bye-Bye Papa-Look. Nach der Trennung gehört der Neukauf eines Grundstocks an coolen, männlichen Single-Klamotten zur Pflichtaufgabe.

4. Dress for Him

Nur wenige würden es offen zugeben, aber proportional zur Dauer einer Beziehung wird auch der Inhalt des männlichen Kleiderschranks immer unaufgeregter, praktischer, gemütlicher. So manche Herren in den 40ern besitzen nur noch Arbeitskleidung sowie möglichst bequeme Klamotten für zuhause. Ein echtes Party-Outfit? Ebenso meistens Fehlanzeige wie Looks, welche die eigenen Stärken hervorbringen. 

Ergo sollte man sich baldigst zu einem ausgedehnten Kleidungs-Shoppingtrip begeben und sich Stücke zulegen, die aussagen „Single, cool, charakterstark, keinem Abenteuer abgeneigt“. Doch Vorsicht, es gelten Regeln:

  • Die Kleidung sollte auf jeden Fall altersgemäß sein – der Versuch, an die Looks seines eigenen jugendlicheren Ichs aus der Vergangenheit anzuknüpfen, ist zum Scheitern verurteilt. 
  • Die Sachen müssen zum eigenen Typ passen. Wer in der Beziehung einige Wohlfühlkilos draufpackte, wirkt in körperbetonten Sachen, höflich gesprochen, unvorteilhaft. Hier gilt es dann, die richtigen Griffe zu tätigen, um typkorrekte Kleidung zu kaufen. 

Wenn gar nichts hilft, kann man sich jenseits der 30 übrigens immer an die „Bruce Willis Regel“ halten. Der Schauspieler trägt in beinahe all seinen Rollen der letzten Jahrzehnte zeitlos-coole Sachen, die phänomenal als Anleitung taugen, um aus der Mode-Misere aufzutauchen – und das für eine ziemlich große Alters-Spannweite bis ca. 65. 

5. Zurück zur Freundschaft

Arbeit, Alltag, Beziehung. Über dieses Trio der Männerpflichten schlafen im Lauf einer Beziehung sehr oft selbst enge Freundschaften bis zur Unkenntlichkeit ein. Der „Wingman“, mit dem man früher jedes Wochenende durch die Clubs zog? Heute sieht man ihn bestenfalls noch einmal monatlich – sonntagsnachmittags, zum braven Kaffee. 

An diesem Punkt wird es schwierig. Denn wenn der beste Kumpel von einst nach wie vor in einer Beziehung steckt, ist es schwer bis unmöglich, an alte Tage anzuknüpfen – ihm fehlen ja nach wie vor die Freiheiten, die man erst mit einer Trennung geschenkt bekommt. Wenn man jedoch einen „Vertrauten“ hat (also nicht irgendeinen x-beliebigen Kollegen), der Single ist, wird es Zeit, sich mit diesem ein bisschen zusammenzutun. Denn mal wieder die Kneipen aufmischen, typische Männersachen machen, am Auto schrauben – das alles funktioniert mit einem Gleichgesinnten einfach wesentlich besser. Und vor allem hat man auch einen, um über die ebenso unzweifelhaft vorhandenen „Kopfgedanken“, die man sich nach der Trennung macht, reden zu können. 

Zwei Single-Kumples, eine Bar, ein Pool-Tisch. Mehr braucht es nicht, um an alte Freundschaften anzuknüpfen und neue entstehen zu lassen.

6. Das Verbotene tun

Irgendwann in einer Beziehung akzeptiert man(n) alles. Man akzeptiert, dass seine DVD-Sammlung blutrünstiger Action-Böller auf den Dachboden wandert. Man akzeptiert, dass das Dolby-System, das ausreichen würde, um einen Kinosaal zur Erdbebenzone zu machen, ob des halben Dutzends gigantischer Boxen nicht mehr ins gemeinsame Kuschelzonen-Wohnzimmer passt. Und klar, wo die Kaufentscheidung von zweien getroffen wird, akzeptiert man auch, dass der anderthalb-Meter-LED-Fernseher zwar cool, aber überflüssig ist. 

Offen verbieten würden es zwar die wenigsten Frauen, aber auch so erlebt so mancher Mann eine Beziehung als Aneinanderreihung von Restriktionen – von denen komischerweise die Frau nur in seltenen Fällen ebenso betroffen ist. Doch damit ist jetzt Schluss: Genau das, was man sich während der Beziehung verkneifen musste, mit besonderem Fokus auf das, was die Ex besonders wenig mochte, tut man nun. Rein mit den XXL-Lautsprechern. Auf den Tisch die Füße. Und dann erst mal ein paar Filme durchgeschaut, deren einzige konstante Story darin besteht, dass möglichst vulkanartig Blei verschossen wird.

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