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Zeitreise in die Werbewelt der DDR

Fewa-Johanna, Minol-Pirol und Lotto-Otto - die Werbe- und Warenwelt illustrierte ein eigenes kleines Wirtschaftswunder in der DDR. Eine Sonderausstellung im Museum Schloss und Festung Senftenberg zeigt zurzeit mit humorvoll inszenierten Aufnahmen des Berliner Fotografen Volker Weinhold und mit originalen Objekten unvergessene Werbefiguren der DDR.
Bilder

Volker Weinhold wurde 1962 in Roßwein (Sachsen) geboren. Seit 1991 lebt und arbeitet er als Fotograf in Berlin. Wie er sagt, hat er Mitte der 90er Jahre die jetzige Ausstellung erarbeitet. 1991 hat Volker Weinhold einer Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden gesehen und wollte sie fotografisch festhalten. Seine Fotos verdichten die Objekte, wie er berichtet: „Mit den Fotos zeige ich einen Teil des Alltags der einstigen DDR. Die Werbefiguren erzählen dabei ihre eigenen Geschichten und lassen in die Vergangenheit der 50er- und 60er-Jahre der ehemaligen Republik blicken.“ Wie Weinhold sagt, hat es großen Spaß gemacht, die Fotos herzustellen. Einige seien recht schnell entstanden, andere wurden mit viel Geduld auf Fotopapier gebannt. Entstanden sind sie im Berliner Atelier des Fotografen. Ein Großteil der Stücke, die DDR-Geschichte geschrieben haben und von ihm fotografiert wurden, stammen aus der Ausstellung in Dresden von 1991. Der Rest seien Trödelmarktfunde, die Volker Weinhold zusammengesammelt habe. In der Sonderausstellung „Unser Weg ist gut! Die wunderbare Werbe- und Warenwelt der DDR“ sind zirka 40 Fotos von jeweils 50 mal 60 Zentimeter Größe ausgestellt. Hinzu kommen vier Fotos in der Größe ein Meter mal 1,20 Meter. Für Volker Weinhold ergänzen die Fotos die ausgestellten Werbemittel. „Das Wunderbarste sind die 20 Werbefiguren“, sagt er und spricht etwa von Fewa-Johanna, Minol-Pirol, Mux-Mann, Lotto-Otto und vom Leipziger Messemännchen. Für Weinhold sei die Sonderausstellung in Senftenberg keine nostalgische Schau. Im Gegenteil. „Sie soll das Lebensgefühl der DDR-Werbung zeigen. Oft wird nur vom Unrechtsstaat DDR berichtet. Die Ausstellung will den Blick ins einstige Alltagsleben öffnen und sie zeigt, dass es eine klare Gestaltungslinie in der DDR-Werbung gab“, sagt der 54-Jährige und fügt an, dass mit der Verstaatlichung 1972 die Werbung in der DDR großflächig eingebrochen ist. Die Ausstellung ist für alle Generationen interessant. Ältere Besucher könnten dabei verschiedene Sachen wieder entdecken und Besucher jüngeren Alters etwas über die Werbung in der DDR erfahren. Öffnungszeiten: Die Sonderausstellung „Unser Weg ist gut! Die wunderbare Werbe- und Warenwelt der DDR“ im Museum Schloss und Festung Senftenberg, Schlossstraße, ist dort bis zum Sonntag, 8. Oktober, zu besichtigen. Die Sommeröffnungszeiten (1. April bis 31.Oktober) sind dienstags bis sonntags, von 10.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Auch am Pfingsmontag ist geöffnet. Im Internet zu finden unter www.museums-entdecker.de.


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