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Saisonende in der »Badewanne für gestresste Berliner«

Calau. Das Team vom Calauer Erlebnisfreibad blickt auf eine erfolgreiche Badesaison 2022 zurück.

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So gut besucht wie am 4. August war das Erlebnisbad häufig in dieser Saison. Für die Rettungsschwimmer in Rot bedeutete dies einiges an Arbeit. Zu ernsthaften Unfällen ist es dank deren Arbeit nicht gekommen.

So gut besucht wie am 4. August war das Erlebnisbad häufig in dieser Saison. Für die Rettungsschwimmer in Rot bedeutete dies einiges an Arbeit. Zu ernsthaften Unfällen ist es dank deren Arbeit nicht gekommen.

Foto: Stadt Calau / Jan Hornhauer

So besuchten zwischen dem 15. Mai und dem 31. August mehr als 17.000 zahlende Gäste die Freizeiteinrichtung in der Ziegelstraße, berichtet Stadtsprecher Jan Hornhauer. »Abgesehen vom Rekordjahr 2018 war dies die höchste Besucherzahl in den letzten zwölf Jahren«, informiert er.

Geht es nach Badleiter Jörg Labes, so gibt es für die erneut rekordverdächtigen Zahlen mehrere Gründe. »Einerseits hat uns natürlich das Wetter in die Karten gespielt. Die sehr lange Trocken- und Hitzephase machten zwar der Landwirtschaft und der Natur zu schaffen. Für uns war sie allerdings ideal, denn ab etwa 30 Grad Außentemperatur wird es bei uns richtig voll.«

Die meisten Gäste an einem Tag wurden am 20. Juli registriert: 736 Badefreunde fanden sich an diesem sonnigen Mittwoch im Bad ein. Das Bad selbst sei mit seiner vielfältigen und modernen Ausstattung, den vielen Schattenplätzen und Annehmlichkeiten wie einem Bistro über die Jahre zum beliebten Treff geworden. Dies ist längst auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. »Die Gäste mit der weitesten Anreise kamen dieses Jahr aus Australien. Zwei junge Männer hatten auf ihrer Weltreisen-Etappe von Leipzig nach Berlin einen Aufenthalt am Bahnhof in Calau und wollten sich spontan erfrischen kommen. Sie sind am Ende den ganzen Tag geblieben und haben unser Bad sehr gelobt«, berichtet Jörg Labes. Aber auch viele Touristen und Tagesgäste aus ganz Deutschland konnte das Team vom Erlebnisbad begrüßen, allen voran Gäste aus Dresden und Berlin. Schmunzelnd meint Labes: »Die Berliner kommen eh lieber zu uns, als in die überfüllten Becken der Hauptstadt zu springen. Wir sind ja schon fast sowas wie die ›Badewanne‹ für gestresste Großstädter.«

 Auch bei den Schwimmkursen sowie dem seit Jahren durchgeführten Schwimmunterricht für die Kinder der Grund- und Oberschule Calau wurde der erfolgreiche Trend der Vorjahre fortgesetzt. Jörg Labes: »An drei Kursen haben insgesamt 50 Kinder teilgenommen, 40 Mal konnte das Abzeichen ›Seepferdchen‹ vergeben werden. Das ist eine gute Bilanz und spricht für die Qualität unserer Ausbildung. Diese Arbeit wird natürlich auch im kommenden Jahr fortgesetzt.«

Einige Wermutstropfen gab es in der abgelaufenen Saison allerdings was die Rettungseinsätze betrifft. Das mit dauerhaft zwei Rettungsschwimmern besetzte Team registrierte bis zum letzten Badetag am 31. August elf Einsätze. »Das war fast doppelt so viel wie im Vorjahr und ist vor allem auf ukrainische Kinder und Jugendliche zurückzuführen. Sie sind noch nicht so mit den Regeln vertraut und unterschätzen teilweise ihre Kräfte«, berichtet Adele Zeiger-Pusch, leitende Rettungsschwimmerin im Calauer Erlebnisbad. Allen elf zur Hilfe Geeilten ging es aber schnell wieder gut, niemand musste behandelt werden. Auch sonst, so Zeiger-Pusch, sei die Saison entspannt verlaufen: »Außer einem verdrehten Knie, einer gebrochenen Zehe sowie einigen Bienen- und Wespenstichen kam es zu keinen größeren Unfällen.«

Für Jörg Labes und sein Team ist mit dem Ende der Saison noch keineswegs Feierabend. Er erklärt: »Das Bad wird nun ›winterfest‹ gemacht. Neben einer Grundreinigung stehen die technische Inspektion der Anlage sowie einige Aufräumarbeiten an.« Spätestens am 15. Mai 2023 ist dann alles wieder bereit. Dann eröffnet der Calauer Bürgermeister Werner Suchner mit einem beherzten Sprung ins Schwimmerbecken die Badesaison 2023.


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