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Rathaus-Neubau steht auf der Agenda

Mirko Buhr ist der neue Bürgermeister der Stadt Lauchhammer. Am 6. Oktober startete der 42-Jährige in seine Amtszeit. Wie er diese Aufgabe angehen will und welche Ziele er anpeilt, erzählt Mirko Buhr im WochenKurier-Interview.
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Bürgermeister Mirko Buhr am Stadtmodell von Lauchhammer. Foto: Heiko Jahn

Bürgermeister Mirko Buhr am Stadtmodell von Lauchhammer. Foto: Heiko Jahn

Wie haben Sie die ersten Tage als Bürgermeister erlebt? Zunächst einmal wurde ich von meinen neuen Mitarbeitern herzlich im Rathaus empfangen. Ich habe in den ersten Tagen meiner Amtszeit viele Gespräche geführt, die mich in meinem Engagement für Lauchhammer nur bestärkt haben. Nun geht es darum, die Verwaltungsstrukturen im Rathaus besser kennenzulernen und zu verinnerlichen, um später das eine oder andere zu optimieren. Welche Ziele peilen Sie generell für die Stadt an? Grundsätzlich geht es mir darum, das Image der Stadt perspektivisch zu verbessern. Durch die Folgen des Bergbaus ist Lauchhammer mit vielen Problemen konfrontiert. Mit dem Gesamtkonzept, das vor kurzem vorgestellt wurde, haben wir nun eine Handlungsstrategie für die künftige infrastrukturelle Stadtentwicklung. Um im Stadtumbau voranzukommen, ist die geplante Fusion der beiden Wohnungsgenossenschaften GWG und WG ›Am Lauch‹ von entscheidender Bedeutung. Das ist auf einem guten Weg. Wir müssen auch dringend mehr attraktives Bauland ausweisen, damit mehr Menschen Lauchhammer zu ihrer neuen Heimatstadt machen. Einen Schwerpunkt sehe ich in der weiteren Gestaltung des Umfeldes um den Kuthteich. Zu lange ist hier nichts passiert. Den Wirtschaftsstandort Lauchhammer will ich weiter stärken. Der Weggang von Vestas war zwar ein Schock, aber ich bin sehr optimistisch, dass zeitnah eine Nachnutzung des Werksgeländes mit produzierender Industrie möglich sein wird. Wie sollen diese formulierten Ziele erreicht werden? Hier baue ich unter anderem auf die Unterstützung durch die Landesregierung. Ein erstes Gespräch mit dem Wirtschaftsminister ist zeitnah geplant. Unsere Hausaufgaben müssen und werden wir natürlich machen. Jetzt kommt es darauf an, trotz der sehr schwierigen Voraussetzungen, einen vernünftigen Haushalt hinzubekommen. Sie möchten ein Bildungs- und Erlebniszentrum für Kunstguss und Industriekultur in Lauchhammer entwickeln. Welche Motivation steckt dahinter? Lauchhammer ist einer der ältesten Industriestandorte in Deutschland. Die Geschichte der Gewinnung und Verarbeitung von Erz und Kohle begann im Jahr 1725 und jährt sich im Jahr 2025 zum 300. Mal. Der Kunstguss ist auch heute in der Stadt lebendig. Neben dem Kunstgussmuseum befindet sich die Kunstgießerei, die Gussprodukte in die ganze Welt exportiert. Deshalb wollen wir künftig offiziell den Beinamen ›Kunstguss-Stadt‹ tragen. Dabei soll die Bergbautradition, die Lauchhammer maßgeblich geprägt hat, nicht vernachlässigt werden. Und deshalb heißt das Projekt auch Bildungs- und Erlebniszentrum ERZ+KOHLE. Geplant sind die touristische Sanierung und Erweiterung der Standorte Lauchhammer-Ost mit Kunstgussmuseum, Kunstgießerei und Friedensgedächtniskirche sowie die Biotürme und der Reliktepark in Lauchhammer-West. Wie werden Sie mit dem Thema Rathaus-Neubau im Stadtzentrum umgehen? Die Stadt Lauchhammer braucht ein neues Rathaus. Und es sollte im Stadtzentrum errichtet werden. Der dafür vorgesehene Standort neben dem Bürgerbüro ist ideal. Aber auch hier sind wir auf eine hohe Förderung angewiesen. Es zeichnet sich bereits ab, dass ein neues Rathaus multifunktionalen Charakter haben muss. Ich sage aber auch, dass wir das Projekt nicht mit einer zeitlichen Brechstange angehen müssen. Fakt ist, der Neubau eines multifunktionalen Rathauses steht ganz fest auf meiner Agenda. Welche weiteren Herausforderungen sehen Sie für Lauchhammer in den kommenden acht Jahren Ihrer Amtszeit? Ich möchte Lauchhammer für alle Einwohner lebenswerter, für Besucher attraktiver und für Investoren interessanter entwickeln. Auf diesem Weg möchte ich alle Bürger einbeziehen. Wie dies am besten und effektivsten umgesetzt werden kann, werde ich in den nächsten Wochen und Monaten mit meinen Mitarbeitern in der Verwaltung und mit den Stadtverordneten erörtern und diskutieren.