pm/sts

Mehrere Tote bei Grabungen in Senftenberger Festung gefunden

Senftenberg. Bei Grabungen auf dem Wall der Senftenberger Festung wurden neben Waffen vergangener Woche jetzt am 2. Mai mehrere Tote gefunden.

Bilder
Bei Grabungen auf dem Wall der Senftenberger Festung wurden neben Waffen vergangener Woche jetzt am 2. Mai mehrere Tote gefunden.

Bei Grabungen auf dem Wall der Senftenberger Festung wurden neben Waffen vergangener Woche jetzt am 2. Mai mehrere Tote gefunden.

Foto: Saskia Schimtz /OSL

Ob es sich um Tote aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, müssen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergeben, teilen die Stadt Senftenberg und der Landkreis Oberspreewald-Lausitz in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

 

Seit Anfang vergangener Woche wurden demnach auf dem Schlossgelände und auf dem historischen Wall Waffen und Munition in ungewöhnlicher Menge entdeckt. Dabei handele es sich um Waffen und Munition aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, aber auch um Fundstücke vor 1900. Am Montag, 2. Mai, seien die sterblichen Überreste von Menschen entdeckt worden.

 

Sollte sich die Annahme bestätigen, dass es sich bei den Toten um Kriegstote handele, werde die Bergung durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erfolgen, der am Montag bereits verständigt worden sei. Die Sondierungsarbeiten auf dem Gelände würden weiterhin fortgesetzt werden.

 

Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich zeigte sich am Montag vor Ort tief betroffen: »Hier liegen Menschen, die nie ihren Familien zurückgegeben werden konnten. Wenn man bedenkt, wie lange sie mitten unter uns lagen, ist das sehr schmerzlich. Jetzt geht Sicherheit vor Schnelligkeit, und es geht vor allem um einen würdevollen Umgang mit den Toten.«

 

In Vorbereitung auf die Baumaßnahmen für einen Neubau in der Festungsanlage Senftenberg hatten vergangene Woche Sondierungsarbeiten am Wall begonnen. In deren Verlauf waren Archäologen auf Waffen und Munition gestoßen. Es handele sich dabei um Maschinengewehre, Panzerfäuste, Granaten, Säbel, Dolche und Munition, aber auch um Hausrat. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst sei auch im Verlauf der weiteren Sondierungsarbeiten im Einsatz.

 

»Die Funde der vergangenen Woche waren bereits unerwartet und überraschend. Das Auffinden der Toten hat uns alle hier im Museum sehr getroffen und wir hoffen nicht nur aus musealer Sicht, dass die Geschichten der Toten rekonstruiert werden kann«, erklärt Museumsdirektor Stefan Heinz

 

Am 2. Mai habe eine Abstimmung zum weiteren Vorgehen bezüglich der Sondierungs- und archäologischen Arbeiten stattgefunden. Es gelte zu klären, ob die Sondierungsarbeiten für das Bauvorhaben weiterhin durchgeführt werden könnten und in welchem Ausmaß weitere Bodensondierungen und auch kampfmittelbezogene Untersuchungen des Geländes erfolgen müssten.