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Kersten Sickert: „Wir sollten alle dankbar sein“

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende. Aufgrund der Corona-Pandemie wird das Weihnachtsfest ohren große Treffen ablaufen. Kersten Sickert, Amtsdirektor des Amtes Ortrand, spricht über seine diesjährigen Weihnachtsgefühle, was sein Amt in diesem Jahr bewegt hat und mit welchen Schlagzeilen das Amt in nächsten Jahr auf sich aufmerksam machen möchte.
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Kersten Sickert, Amtsdirektor des Amtes Ortrand. Foto: Amt Ortrand

Kersten Sickert, Amtsdirektor des Amtes Ortrand. Foto: Amt Ortrand

Mit welchen Gefühlen blicken Sie persönlich auf das Weihnachtsfest in diesem Jahr?

Bei allen Problemen blicke ich im Jahr 2020 auf ein Weihnachten der Entschleunigung, auf ein Weihnachten mit hoffentlich weniger Konsum und Kommerz, auf ein Weihnachten in Familie, mit einem Spiel oder einem Buch, etwas Sport und nicht ganz so viel Gans. Wir sollten alle dankbar sein, dass wir Frieden haben, dass keiner hungern muss und alle im Notfall ärztlich versorgt werden. Für viele ist das normal aber wenn man in die Welt oder die Geschichte schaut, ist es das nicht.

Wie zeigt sich das Amt Ortrand in diesem Jahr in der Vorweihnachtszeit? Mit weihnachtlicher Deko an vielen öffentlichen und privaten Grundstücken. Etwas Schnee und Frost zu Heiligabend wären zwar wünschenswert aber das liegt leider nicht in unserer Hand.

Das Jahr 2020 ist fast beendet. Was nehmen Sie persönlich aus diesem Jahr mit?

Dass die Natur dem heutigen Motto „Schneller, Höher, Weiter“ grenzen setzt. Dass der schamlose Konsum und die damit verbundene Vermüllung unserer Welt ein Ende haben muss, aber auch dass es toll ist, was die moderne Medizin leisten kann, um mit neuen Medikamenten neue Krankheiten zu besiegen.

Und was bleibt für Ihr Amt Ortrand aus dem Jahr 2020 haften?

Dass man trotz vorhandener neuartiger Probleme viel erreichen kann, wie zum Beispiel den Kita-Anbau in Ortrand, den Bau des Verkehrsgartens in der Kita Tettau, die Zurückeroberung des Schlossensembles in der Gemeinde Lindenau, die gelungene Sanierung des Kroppener Parkes, den Bau der Gehwege entlang der Hauptstr. in Frauendorf, die grundhafte Sanierung der Elsterwerdaer Straße in Kleinkmehlen, die Sanierung zahlreicher Waldwege und vieles mehr.

Im Amt Ortrand ist Bauland sehr gefragt. Was zieht die Menschen in den Amtsbereich?


Gut anzuschauende Gemeinden mit einer intakten Infrastruktur, mit Kitas in allen Orten, zwei Grundschulen, einer Oberschule, ein aktives Vereinsleben, gute Arbeitsmöglichkeiten in nahegelegenen Unternehmen und vor allem die sehr praktische Anbindung an die Autobahn und die Deutsche Bahn.

Landschaftsschutzgebiete sollen jetzt verkleinert werden, um dieser Nachfrage nach Bauland in den Gemeinden gerecht zu werden. Was erhoffen Sie sich davon?

Die klare Abgrenzung vom LSG - was wir unbedingt für die Erholung brauchen - und die Ausgliederung von bereits bebautem und zukünftig zu entwickelndem Bau- und Gewerbeland.

Was wünschen Sie sich abseits davon für die weitere Entwicklung des Amtes Ortrand?

Dass wir durch die Stabilisierung der Einwohnerzahlen unsere kommunalen Einrichtungen und Unternehmen erhalten und festigen können. Die ständige Anpassung einer den Bedürfnissen der Zeit geforderten Infrastruktur ist dabei die Voraussetzung für die Standards der heutzutage erwarteten Wohn- und Lebensqualität.

Die Eisenbahnstrecke Cottbus – Großenhain wurde in diesem Jahr 150 Jahre alt. Der Bahnhof Ortrand ist mit angebunden. Welche Bedeutung hat die Strecke und der Bahnhof in Ortrand für Ihr Amt?

Mit der Anbindung der Stadt Ortrand an das Streckennetz der Deutschen Bahn hat unsere Stadt seit 150 Jahren einen physischen Zugang zu Europa. Die neuen Möglichkeiten des Reisens und des Güterverkehrs brachten für Ortrand ganz neue Entwicklungschancen. Dass die Bahn heutzutage keinen Bahnhof im eigentlichen Sinne mehr hat, war für Ortrand für kurze Zeit zwar sehr traurig, dass die Stadt Ortrand durch einen beherzten und investitionsfreudigen Unternehmer, der das Gebäude erwarb und mit Wohnungen, Büros und einer Arztpraxis belebt hat, ist schon deshalb weltweit einzigartig, weil man nach Ortrand mit dem Zug zum Arzt fahren kann.

Mit welchen Schlagzeilen will das Amt Ortrand im kommenden Jahr auf sich aufmerksam machen?


Mit einer baldigen Rückkehr zur Normalität, um unsere zahlreichen beabsichtigten weiteren Investitionen in Kitas, Schulen und in die Infrastruktur vorzunehmen, aber auch um Feste zu feiern, kulturelle- und sportliche Veranstaltungen wie gehabt, gewohnt und geliebt durchzuführen.

Ihr Schlusswort …?

Das wir nach der Erdung geerdet, gestärkt und hoffentlich gesund aus der Krise kommen, um mit neuem Mut und neuer Kraft unsere Heimat so zu gestalten, dass unsere Kinder und Enkel auch in Zukunft sagen können: „Meine, unsere Heimat ist liebens- und lebenswert!“