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Gegen Krieg und Dunkelheit, brisant und aktuell

Senftenberg. Das spannende deutsch-ukrainische Theaterprojekt »Borderlands« findet an der neuen Bühne Senftenberg am 5. März seine Fortsetzung, und das mit aktueller Brisanz.
Bilder
Tom Bartels (l.) als Danko und Lena Conrad als Flora sind seitens der neuen Bühne beim Theaterprojekt mit dabei.

Tom Bartels (l.) als Danko und Lena Conrad als Flora sind seitens der neuen Bühne beim Theaterprojekt mit dabei.

Foto: neue Bühne Senftenberg

»Als der Krieg nach Rondo kam«, basiert auf dem gleichnamigen ukrainischen Kinderbuch, das nach dem Ausbruch des Donbas-Krieges 2014 entstand. Das Stück macht erlebbar, dass Krieg bei seinen Opfern bleibende Wunden hinterlässt, aber zeigt auch, wie sich eine Gemeinschaft gegen die Dunkelheit des Krieges stellt. Entstanden ist ein Stück, das von der Zerstörung der fiktiven und einzigartigen Stadt Rondo erzählt. Die aktuelle Kriegserfahrung in der Ukraine wird so in eine universelle Bildsprache übersetzt und ist mit erschreckender Realität erneut Wirklichkeit geworden.
 

Licht und Hoffnung

 
Die Freunde Danko, Zirka und Fabian leben glücklich in Rondo. Sie lieben Poesie und Musik, züchten Blumen, sprechen mit Vögeln und bauen besondere Häuser wie das einzigartige Gewächshaus. Darin wachsen seltene Blumen von den entferntesten Orten des Planeten. Das Ungewöhnlichste an allem aber ist, dass diese Blumen singen. Eines Tages kommt der Krieg und mit dem Krieg die Dunkelheit nach Rondo. Die Blumen im Gewächshaus bekommen nicht mehr genügend Licht und drohen zu sterben. Danko, Zirka und Fabian erfinden eine Lichtmaschine, die wieder Hoffnung in den Ort bringt und den Krieg vertreibt.
 

Kinder und Krieg

 
Für Regisseur André Erlen von der Kölner Theatergruppe Futur 3 ist es beeindruckend, wie im Buch die Auseinandersetzung der Kinder mit dem Krieg und den daraus entstehenden Bedrohungen und den Umgang damit dargestellt wird: »Es ist ein phantasiereiches Kinderbuch, was uns auch zu einem atmosphärenreichen Bühnenbild inspiriert hat«, verrät er. Besonders die Gegensätze von Licht, Zartheit und Blumen, eben das Schöne jeder Kindheit mit der Dunkelheit, Härte und Sprachlosigkeit des Krieges ist eine dramaturgische Herausforderung in diesem Stück. In den Rollen sind Tom Bartels (Danko) und Lena Conrad (Bewohnerin/Flora) sowie als Gäste Irene Eichenberger (Fabian), Luzia Schelling (Zirka), Stefan H. Kraft (Bewohner/Krieg) zu sehen.
 

Grenzenloses Schauspiel

 
Das Projekt »Borderlands« wird mit drei Partnern umgesetzt. Die neue Bühne Senftenberg, die Kölner Theatergruppe Futur 3 und das Lesia Ukrainka Theatre, ein städtisches Theater aus Lviv (Lemberg), sind an diesem internationalen Theatererlebnis beteiligt. Jeweils fünf Schauspieler aus Senftenberg und Lviv haben die aktuelle Inszenierung gemeinsam erarbeitet. Der Plan war es, die Stücke gleichzeitig in Lviv und in Senftenberg aufzuführen, was aus Pandemiegründen problematisch war. André Erlen ist als Mitbegründer der Kölner Theatergruppe Futur 3 von Anfang an in das internationale Theaterprojekt involviert: »Ich war selbst bei der Aufführung im Lesia Ukraina dabei und war beeindruckt, wie dieses Stück in der Heimat der Buchautoren wirkt.« Das Buch brachte Maren Simoneit, Dramaturgin an der neuen Bühne, mit in das Projekt ein. Die gleichzeitige Umsetzung in der Ukraine und in Senftenberg hätte eine spannende Parallelinszenierung sein können, die leider durch die aktuellen Umstände keinen Gedankenaustausch mehr zulässt. Dieses besondere Erlebnis mit seiner brennenden Aktualität ist als Familienstück angelegt. Kinder ab acht Jahren können sich in die Welt von Rondo versetzen lassen. »Als der Krieg nach Rondo kam« steht im März auf dem Spielplan des Senftenberger Theaters und wird im großen Theatersaal aufgeführt. Sparfüchse mit kulturellen Ambitionen sollten den 5-Euro-Tag am 5. März ins Auge fassen.
 

Termine

  • 5. März, 16 Uhr
  • 7. März, 9 Uhr/11.30 Uhr
  • 8. März, 9 Uhr/11.30 Uhr
  • 9. März,10 Uhr