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Gedämpfte Adventsstimmung

Für die »nicht-systemrelevanten Teile« des Einzelhandels gilt vorerst bis 15. Dezember die 2G-Regel. Statt »Guten Tag, wie kann ich Ihnen helfen?« heißt es dort jetzt zuerst »Guten Tag, darf ich Ihren Impf- oder auch Genesungsnachweis sehen?«.
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Die 2G-Regel gilt jetzt auch in »nicht-systemrelevanten Teilen« des Einzelhandels. Foto: geralt/pixabay

Die 2G-Regel gilt jetzt auch in »nicht-systemrelevanten Teilen« des Einzelhandels. Foto: geralt/pixabay

Hinzu kommt die 3G-Regelung am Arbeitsplatz aus dem neuen Infektionsschutzgesetz des Bundes. Sie erlaubt einen Zugang zum Arbeitsplatz nur für geimpfte, genesene oder negativ getestete Arbeitnehmer. »Damit müssen wir und die Händler nun arbeiten«, sagt Christine Minkley, Leiterin Regionalbereich Ostbrandenburg und Südbrandenburg des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V. (HBB). »Uns erreichen täglich Anrufe von Unternehmen, die Nachfragen haben. Etwa, was die Kunden genau vorzeigen müssen oder ob sie die Daten der Kunden erfassen müssen. Wir unterstützen so gut wir können und klären auf«, sagt Minkley, die, wie sie verrät, heute bereits heiße Ohren vom Telefonieren hat.

Weniger los in den Innenstädten

Wie sie informiert, gibt es bereits erste Berichte von Händlern, die ein verringertes Kundenaufkommen aufgrund der 2G-Regel verzeichnen. »Es fehlt eben die Gruppe der Nicht-Genesenen beziehungsweise der Nicht-Geimpften. Das Verbot von Weihnachtsmärkten verschärft die Situation, denn sie hatten bisher zusätzlich für eine lebendige Innenstadt gesorgt. Ich bezweifle, ob diese neuen Regelungen wirklich sinnvoll sind.«

Lichtershopping noch nicht ganz aufgegeben

Axel Schmidt, Vorsitzender des Gewerbevereins Senftenberg e.V., bestätigt: »Wir haben uns alle auf den Weihnachtsmarkt und auf das Lichtershopping in unserer Stadt gefreut. Jetzt ist die Stimmung natürlich gedämpft. Ob wir unser Lichtershopping in Senftenberg am 18. Dezember durchführen werden, besprechen wir am kommenden Donnerstag.« Die 2G-Regel im kleinen und lokalen Einzelhandel macht in den Augen von Angela Glaubitz, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Altstadt Lübbenau (IGEA), wenig Sinn: »Im Supermarkt kann trotzdem jeder einkaufen gehen. Dort treffen sich alle Gruppen. Dann könnten doch auch alle zu uns Einzelhändler kommen. Wo ist der Unterschied?« Natürlich sei es gut, dass es vorerst keinen Lockdown gebe. »Bevor wir wieder schließen müssen, arrangieren wir uns mit den neuen Vorgaben. Was bleibt uns übrig? Wir werden weiterhin nett und freundlich mit unseren Kunden umgehen«, erzählt Angela Glaubitz. Wie sie sagt, sind die Menschen ohnehin vorsichtiger geworden: »Bei den hohen Infektionszahlen überlegen viele, ob sie den stationären Handel aufsuchen. Ich fürchte, dass viele Weihnachtsgeschenke wieder online eingekauft werden, zumal die 2G-Regel bis neun Tage vor dem Fest bestehen bleibt. Da ist nicht mehr viel Zeit, um Geschenke in der Innenstadt zu kaufen.«

Kreativität ist wieder gefragt

»Die Zahlen sind erschreckend, wir müssen etwas tun«, sagt Knut Jende, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) »In Calau clever kaufen«. »Natürlich ist es schade, dass die Maßnahmen in die umsatzstarke Vorweihnachtszeit fallen - auch, wenn es bis zum 15. Dezember überschaubar ist. Jetzt liegt es wieder an jedem Händler, kreativ zu sein und alternative Lösungen zu finden - so, wie bereits im Lockdown.« Aufgeben sei keine Lösung: »Wir müssen jetzt alle gemeinsam durch diese Zeit.«

Hilfe bei Fragen

Den Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. erreicht man unter www.hbb-ev.de bzw. 0335/ 400 03 05