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FestSpiel startet neue Ära

Senftenberg. Mit dem FestSpiel "Neue Heimat" wird die Tradition der Theaterfeste an der neuen Bühne Senftenberg weitergeführt. Trotz Tradition ist vieles neu.

Bilder

Insgesamt acht Mal gibt es mitreißendes Theater an außergewöhnlichen Orten zu erleben. Gleich vier Premieren sowie ein Rechercheprojekt und eine deutschsprachige Erstaufführung stehen auf dem Programm. So ungewöhnlich wie die Stücke sind auch die Aufführungsorte. Kirche, Zechenhaus und Turnhalle sind neben dem Theater in Senftenberg die Bühnen, auf denen der Begriff Heimat aus multiplen Sichtweisen beleuchtet wird. Nach dem Erlebten kann man sich bei einer rauschenden Partynacht mit den anderen Gästen austauschen oder einfach nur in den nächsten Morgen tanzen.

 

FestSpiel-Reise

 

Nach der Begrüßung geht es von der neuen Bühne aus in drei Gruppen mit dem Theaterbus samt Scout auf die FestSpiel-Reise. Tour 1, 2, 3 heißen die nüchternen Bezeichnungen, hinter denen sich aber spektakuläres Theater verbirgt. Die Gartenstadt Marga ist das Ziel. Dort warten die Martin-Luther-Kirche, das Zechenhaus und die alte Turnhalle in der Fabrikstraße auf ihre Gäste. Je nachdem, welche Tour gebucht wurde, beginnt nun ein außergewöhnlicher Theatergenuss.

 

Göttliches Spiel

 

»Gott ist drei Frauen« (Gi3F), heißt es in der Martin-Luther-Kirche (Tour 1). Eine bisweilen schwarze Komödie mit Tiefe, die hervorragend von Sebastian Martin inszeniert wird: »Es war eine Herausforderung in einer Kirche dieses Stück zu inszenieren, aber ich könnte mir jetzt keinen besseren Ort vorstellen«, so der Regisseur. Drei Frauen sind Gott (Christina Dorn, Cassandra Emilienne und Catharina Struwe). Die Welt denkt, dass sie noch viele Milliarden Jahre existiert. Mit Nichten, es sind nur 40 Minuten. Jens (Leon Haller), der letzte Mensch, kämpft ums Überleben seines Heimatplaneten: »Es ist ein ernstes Thema, was aber humoristisch erzählt wird«, so Sebastian Martin.

 

Utopia in der Zeche

 

Weniger humoristisch, aber nicht minder spannend geht es im Zechenhaus in Brieske zu. »Utopia« (Tour 2) heißt ein vom Exilrussen Mikhail Durnenkov geschriebenes Stück, das in einer ungewöhnlichen Umgebung von Catharina Fillers inszeniert wird: »Das Stück passt wunderbar in dieses alte Zechenhaus, das genau das widerspiegelt, worum es in Utopia geht, nämlich Niedergang und Hoffnung«, ist sich die Regisseurin sicher. Für Kirill (Erik Brünner) ist die Bar Utopia seine Heimat gewesen. Deshalb möchte er, dass sie genau so wieder entsteht wie sie war. Schlechtes Bier, klebriger Fußboden, alles soll so sein wie früher. Alte Bekannte, die selbst ihre Zukunft in der Bar sehen, unterstützen ihn dabei. Nadya (Anna Schönberg), Lyoka (Daniel Borgwardt) und Yura (Patrick Gees) müssen dabei auch ihre eigene Identität wiederfinden.

 

Poetische Welten

 

Wie unterschiedlich der Begriff Heimat von den Menschen wahrgenommen wird, erfährt der Gast auf der Tour 3, die zur alten Turnhalle in der Fabrikstraße in Brieske geht. In dem Rechercheprojekt, das vom »kollektiv WEGWOHIN« inszeniert wurde, sind 20 kleine Welten entstanden, in denen Menschen ihre Heimat zeigen. Ein spannendes Erlebnis, das zum Gedankenaustausch bei einer leckeren Erbsensuppe am Ende einlädt.

 

Finale mit Party

 

Sind die Gäste von den drei Touren zurück, gibt es mit dem Stück »Über Menschen« von Juli Zeh einen Clash zwischen Stadt und Provinz und über moralische Selbststilisierung zu erleben. Inszeniert von der Hausregisseurin Elina Finkel wird die große Theaterbühne zu einem Brandenburger Dorf. Nach dem gemeinsamen Erlebnis ist dann Party angesagt und sicherlich viel Gedankenaustausch zum Erlebten.

 

Termine

  • Freitag, 30. September (Premiere)
  • Samstag, 1. Oktober
  • Sonntag, 2. Oktober
  • Montag,3. Oktober
  • Donnerstag, 6. Oktober
  • Freitag, 7. Oktober
  • Samstag, 8. Oktober
  • Sonntag, 9. Oktober

 


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