Peter Aswendt

Ein Platz zur Erinnerung

Bilder
Wer das Schicksal der Wettigmühle kennt, der weiß, wie gnadenlos die Gier der Braunkohle nach Land ist. Jetzt wurde ein Platz des Gedenkens an den ehemaligen Koschener Ortsteil eingeweiht. Teresa Stein (l.) 1. Beigeordnete der Stadt Senftenberg, und Helmut Ruhland (r.), Vorsitzender des Heimatvereins Kleinkoschen, haben die Geschichtstafel des Ortsteils Wettigmühle enthüllt.

Wer das Schicksal der Wettigmühle kennt, der weiß, wie gnadenlos die Gier der Braunkohle nach Land ist. Jetzt wurde ein Platz des Gedenkens an den ehemaligen Koschener Ortsteil eingeweiht. Teresa Stein (l.) 1. Beigeordnete der Stadt Senftenberg, und Helmut Ruhland (r.), Vorsitzender des Heimatvereins Kleinkoschen, haben die Geschichtstafel des Ortsteils Wettigmühle enthüllt.

Foto: Peter Aswendt

Kleinkoschen. Anfang Juni wurde an der Gabelung der Wege nach Geierswalde unmittelbar an der Bushaltestelle der Gedenkplatz für den Ortsteil Wettigmühle eingeweiht. »Wir hatten schon im Jahr 2009 einen Findling und einem Mühlenstein am ursprünglichen Ort der Wettigmühle als Ort des Erinnerns platziert«, berichtet Helmut Ruhland, Vorsitzender des Heimatvereins Kleinkoschen. »Jetzt ist es das Ufer des Geierswalder Sees und Bergbauschutzgebiet, so mussten wir uns einen neuen Platz suchen«, fügt er hinzu. Und der neue Platz ist genau an der Buswendestelle der Dorfstraße und ist weithin sichtbar. Ein Mühlenstein und eine Geschichtstafel zieren den circa zwei mal drei Quadratmeter großen Platz, der vom Bauhof der Stadt Senftenberg hergerichtet wurde.

Lange Historie ausgestellt

Auf der Geschichtstafel, die vom Heimatverein Kleinkoschen erarbeitet wurde, ist die lange Historie des Ortsteils, der seinen Namen von der ansässigen Wassermühle erhielt, niedergeschrieben und mit historischen Bildern versehen worden. Bereits 1410 wurde die Mühle, die an einem Elsterbogen lag, erwähnt. Sie überstand den 30-jährigen Krieg und zwei Weltkriege. Nur der Braunkohle hielt sie nicht stand. Im Jahr 1957 fiel sie dem Tagebau Koschen zum Opfer und mit ihr die neun Hofgrundstücke, die den Ortsteil bildeten.

Mühlenstein erinnert

Neben der Geschichtstafel ziert ein Mühlenstein den Gedenkplatz. Nun ist es nicht so einfach, einen originalen Stein zu finden: »Wir haben im gesamten Kreisgebiet unsere Fühler ausgestreckt«, beschreibt Helmut Ruhland die Suche. Fündig wurde man schließlich in Annahütte: »Ich bekam vom Bauamtschef Martin Konzag aus Schipkau einen Hinweis und den Kontakt zu Thea Müller, die auf ihrem Grundstück einen Mühlstein hatte«, freut sich der Vereinschef. Nun erinnert der Stein an einen Ortsteil von Koschen, der durch eine jahrhundertealte Mühlentradition geprägt wurde. Übrigens begehen die elf Mitglieder des Heimatvereins Kleinkoschen in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum: »Groß feiern werden wir nicht«, so der 84-jährige Vereinschef, der sich über jüngere Mitstreiter im Heimatverein sehr freuen würde.