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Nichts hindert Frauen an MINT-Studium

Senftenberg. Die Doktorandin Daniela Schob hat an der BTU ihr Bachelor- und Masterstudium des Maschinenbaus absolviert. Der International Day of Women and Girls in Science ist Anlass, sie kurz vor Abschluss ihrer Promotion vorzustellen.
Die Doktorandin Daniela Schob bei einem Versuch im Labor für Werkstoffprüfung.

Die Doktorandin Daniela Schob bei einem Versuch im Labor für Werkstoffprüfung.

Bild: BTU/Ralf Schuster

Schon seit ihrer Kindheit begeistert sich Daniela Schob für Technik. Während Ihres Maschinenbaustudiums engagierte sich die gebürtige Lausitzerin im Verein Deutscher Ingenieure – so als Vorstandmitglied der Studenten und Jungingenieure. Neben ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Technische Mechanik und Maschinendynamik war sie im Jahre 2017 unter anderem maßgeblich an der Organisation und Durchführung des ersten deutschlandweiten VDI-Doktorandentages an der BTU Cottbus-Senftenberg beteiligt. Mit ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten im VDIni-Club Lausitz und im Rahmen von Kinderuni-Vorlesungen möchte sie auch Kinder für Technik und Naturwissenschaften begeistern.
 
Motivation für junge Frauen
 
»Es gibt nichts, was eine Frau hindert, einen MINT-Studiengang zu wählen, außer den eigenen Ängsten und Zweifeln! Einfach anfangen und zu sich selbst Vertrauen haben«, gibt sie Mädchen und jungen Frauen auf den Weg, die sich dafür interessieren. »Netzwerken mit anderen Frauen in ähnlichen Situationen ist dabei sehr hilfreich. Mittlerweile gibt es auch viele Mentoring-Programme, die junge Frauen unterstützen.«
 
Für Frauen, die in Wissenschaft und Forschung zu Hause sind, wünscht sich Daniela Schob Chancengleichheit, sowohl während des (Promotions-)Studiums als auch danach, und ein Umfeld auf Augenhöhe mit inspirierenden Mentoren. »Der Maschinenbau bietet vielfältige Perspektiven«, erklärt die Jungingenieurin. »Dazu gehören Arbeiten mit Nanoelementen ebenso wie die Konstruktion und die Berechnung von großen Anlagen für unterschiedlichste Industriezweige.«
 
In ihrer Masterthesis untersuchte sie die Entwicklung eines Materialmodells für einen metallischen Werkstoff. In den vergangenen Jahren habe sich die additive Fertigung, auch als 3D-Druck bekannt, in der Industrie etabliert. Für diese zukunftsweisende Technologie und die hergestellten Bauteile bestehe die Herausforderung, als Konstruktionswerkstoff Anwendung zu finden. In ihrer Promotion legte Daniela Schob die Aufmerksamkeit insbesondere auf die mathematische Beschreibung des Materialverhaltens unter Berücksichtigung von fertigungstechnologischen Eigenschaften. Neugier, Freude am Thema, Beharrlichkeit sowie Lust am Lesen und Schreiben waren aus ihrer Sicht besonders wichtig, um hier zu bestehen.
 
Ihr aktueller Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der additiven Fertigung und der Simulation des Materialverhaltens. »Mittels 3D-Druck ist es heute möglich, komplizierte Geometrien und Bauteile mit einem hohen Individualisierungsgrad zu fertigen«, betont Daniela Schob. Dies habe große Potenziale im Bereich der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik.
 
Ihre größten Herausforderungen lagen in der Finanzierung der Promotionsstelle und in den zeitlichen Befristungen von Arbeitsverträgen. »Durch projektbezogene Arbeiten, die im Idealfall thematischen Bezug zum Promotionsthema haben, kann die Finanzierung teilweise gedeckt werden«, sagt sie rückblickend. »Bei der Suche nach iksussionspartner*innen in Bezug auf mein Promotionsthema halfen mir zum einen die Kolleg*innen vom Fachgebiet Technische Mechanik und Maschinendynamik unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Ziegenhorn, aber auch die engen internationalen Kooperationen zur TU Pozna und zur TU Breslau.«


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