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Ferien vor der Haustür

Typisch Urlaub in der DDR: Ferien im Wohnanhänger. Foto: privat

Typisch Urlaub in der DDR: Ferien im Wohnanhänger. Foto: privat

Noch vor einem Jahr hätte niemand geglaubt, dass das Thema »Urlaub in der DDR« einen so aktuellen Themenbezug haben wird. Doch in Zeiten von Corona und weltweiten Reisebeschränkungen steht man fast vor denselben Problemen wie damals. Auslandsreisen scheinen in diesem Sommer für die meisten nur Träume zu bleiben. Stattdessen sind Ostsee, Mecklenburger Seenplatte oder die deutschen Mittelgebirge wieder begehrte Urlaubsziele. Das Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz hat sich entschlossen, das Thema noch einmal aufzugreifen und lädt in diesem Sommer zu einer besonderen Zeitreise ein. Die große Sonderausstellung »Urlaub in der DDR2 erzählt seit vergangener Woche Woche bis zum Frühjahr 2021 in Lübbenau von Reiseträumen und Ferienfreuden. Dabei geht sie der Frage nach, wie der Staat damals die Urlaubsplanung lenkte, von welchen Zielen man träumte oder welche Hürden es vor und während einer Reise zu bewältigen galt. Von Interflug, »MS Völkerfreundschaft«, TOUREX oder Jugendtourist bis zu FKK, Ferienlager und Neptunfest spannt die Ausstellung im Spreewald-Museum den Bogen von offiziellen Reiseplänen zu privaten Urlaubsmomenten und lädt die Besucher zum Erinnern und Diskutieren ein. Neben dem staatlich organisierten Urlaub spielen auch individuellere Reiseformen, wie das Camping, eine wichtige Rolle. Dem staatlich geförderten Anspruch auf Urlaub stand damals immer wieder die Realität der Mangelwirtschaft und enger Grenzen gegenüber. Weit über einhundert Exponate von Reisekatalogen, Souvenirs und originalen Speisekarten über das typische Faltboot bis zum Familienzelt lassen eine nur fast vergessene Urlaubswelt wieder lebendig werden.


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