Eine Sommernacht im Winter
Kann man seine eingetretenen Pfade verlassen und sein Leben ändern? Dieser Frage geht die musikalische Komödie »Eine Sommernacht« des schottischen Autors David Greig und des Musikers Gordon McIntyre nach. Das mit allerlei Slapstick und Situationswitz arrangierte Zwei-Personen-Stück wird vom Intendanten des Senftenberger Theaters, Daniel Ris, inszeniert: »Daniel Greig ist ein begnadeter Autor, den wir schon mit – Die Ereignisse- in der vergangenen Spielzeit gespielt haben. Damals ein Drama, jetzt eine Komödie, das macht es für mich sehr reizvoll«, verrät er.
Charmantes Chaos
Eine Bar in Edinburgh. Helen (Cassandra Emilienne), erfolgreiche Scheidungsanwältin, wird gerade mal wieder von ihrem Liebhaber versetzt. Bob (Robert Eder), ein unauffälliger Kleinkrimineller, wartet auf seinen nächsten Auftrag. Sie sind beide 35 und so wie es aussieht, halten das Leben und diese Nacht nicht mehr viel für sie bereit. Also stürzen sie sich in einen betrunkenen One-Night-Stand. Lückenbüßer Bob ist nun wirklich überhaupt nicht Helens Typ und so fällt das Ergebnis eher enttäuschend aus. Eigentlich wäre hier das Ende der Geschichte, wenn man sich nicht am nächsten Tag zufällig wiederbegegnen würde. Helena kommt im vollgekotzten Brautjungfernkleid von der Hochzeit ihrer Schwester und Bob mit 15.000 Pfund Diebesgut in der Tasche, mit denen er sich vor dem Mafia-Boss versteckt. Das zufällige Treffen mündet in einer langen, schräg-magischen Mittsommernacht, in der sie die gesamten 15.000 auf den Kopf hauen, literweise Alkohol auf den Straßen Edinburghs trinken und zu der einen oder anderen tiefgründigen Erkenntnis kommen.
Witz und Tiefgang
Die Zuschauer können sich auf schnelle Szenenwechsel mit rasanten Dialogen und viele Songs freuen. Sicherlich sind das die besten Zutaten für einen unterhaltsamen Theaterabend. Dabei schlüpfen die Figuren in verschiedene Rollen, mal als Erzähler oder in weitere, recht unterschiedliche Charaktere.
Trotz der rasanten Komik des Stücks liegt mehr in der komödiantischen Leichtigkeit des Abends, wenn der Frage nachgegangen wird: Was bringt Menschen dazu, ihr Leben auf den Kopf zu stellen und einen Neustart hinzulegen. Gespielt wird auf der kleinen Bühne in der neuen Bar (Rangfoyer) des Senftenberger Theaters. Das Stück geht ebenfalls als Landesbühne auf die musikalische Reise.
Für Daniel Ris ist es nach »Cabaret« und »Wenn ich den See seh« die dritte musikalische Inszenierung an der neuen Bühne. Das Bühnenbild kommt von Steven Koop, der mit Daniel Ris bereits beim Musical »Cabaret« zusammen gearbeitete hat.
Was alles in 24 Stunden zwischen zwei Menschen passieren kann, welche Rolle 12 tanzende Hummer spielen und ob die Sommersonnenwende der Start in ein neues Leben der beiden Protagonisten wird, ist ab dem 2. Februar an der neuen Bühne Senftenberg zu sehen.
Termine
- 2. Februar, 19.30 Uhr, Premiere
- 16. Februar, 19.30 Uhr
- 17. Februar, 19.30 Uhr
- 1. März, 19.30 Uhr
- 3. März, 19.30 Uhr
- 15. März, 19.30 Uhr