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Erntestart der Spreewälder Gurken

Lubolz. Der Auftakt der Gurkenernte ist erfolgt. Die geschütze Spezialität aus dem Spreewald kommt wieder vom Feld ins Glas. Der Spreewaldverein e.V. als Träger der Schutzgemeinschaft »Spreewälder Gurken« hatte zum Erntestart Anbau- und Verarbeitungsbetriebe auf einem Gurkenfeld des Spreewaldhofs Niewitz, im Lübbener Ortsteil Lubolz, eingeladen.

Auf 512,23 Hektar werden in diesem Jahr Spreewälder Gurken, welche allesamt das blaugelbe Siegel »geografisch geschützte Angabe« (g.g.A.) tragen, angebaut, heißt es. Das entspreche der Größenordnung der vergangenen Jahre. Rund 60 Hektar der Einlegegurken würden auf den Bio-Anbau entfallen und auf 75 Hektar würden Schälgurken, die späteren Senf- oder Schmorgurken, angebaut werden. Acht Betriebe würden die Spreewälder Gurken anbauen und im Verlauf der nächsten Monate etwa 32.000 Tonnen Gurken ernten. Frisch vom Feld werden die Einleger und Schälgurken in sieben Verarbeitungsbetrieben nach traditionellen Spreewald-Rezepturen veredelt, heißt es.

Zu Gast beim Spreewaldhof Niewitz, berichten Geschäftsführer Johannes und Heinz-Georg Embach zuerst von den witterungsbedingten Einflüssen beim diesjährigen Gurkenanbau. »Der Witterungsverlauf in der Wachstumsphase der Gurken verlief insgesamt normal. Um das Risiko von Wettereinflüssen, wie Frost und Hagel zu senken, wurden Gurken an vier verschiedenen Standorten angebaut.« Weiterhin erklärt Heinz-Georg Embach den Teilnehmenden: »Nur ein Schlag erlitt Frostschäden und musste nachgepflanzt werden. Schwieriger war die Hitzeperiode im Mai mit hohen Sonnenintensitäten und Wind, was den Pflanzenbestand belastet hat.« Auf dem rund 18 Hektar umfassenden Gurkenfeld in Lubolz, welches auch von Zugfahrenden sehr gut eingesehen werden könne, werde die Unkrautbekämpfung rein mechanisch und von Hand durchgeführt.

Doch auch andere Herausforderungen bei Anbau- und Ernte wurden angesprochen. So gehe der Mindestlohn mit gestiegenen Personalkosten einher und erschwere den europäischen und internationalen Wettbewerb. Die Vertreter von Anbau- und Verarbeitungsbetrieben waren sich außerdem einig, dass es wünschenswert sei, dass die Herkunft von Rohstoffen auf Etiketten von Lebensmitteln deklariert werde, damit sich die Kunden informiert entscheiden könnten. Der Spreewaldverein e.V. rufe daher Verbraucher auf, sich bewusst für Spreewälder Gurken als authentisches und regional erzeugten Produkt zu entscheiden.

Seit März 1999 seien die »Spreewälder Gurken« von der EU-Kommission als geografisch geschützte Angabe (g.g.A.) anerkannt. Verbraucher würden damit ein Produkt mit Herkunftsgarantie bekommen. Zur Brandenburger g.g.A.-Familie gehören außerdem der Spreewälder Meerrettich und der Beelitzer Spargel sowie seit 2022 auch der Peitzer Karpfen und die Spreewälder Gurkensülze, heißt es.

• Weitere Informationen hat der Spreewaldverein unter gutes-spreewald.de/spreewaelder-gurken zusammengetragen.


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