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Umweltminister Vogel auf Kreisreise in Dahme-Spreewald

Landkreis Dahme-Spreewald. Landrat Stephan Loge und die Beigeordnete und Dezernentin für Verkehr, Bauwesen und Umwelt, Heike Zettwitz begrüßten jetzt Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg, anlässlich seiner Kreisreise in Lübben, teilt Janet Grund aus der Verwaltung des Landkreises Dahme-Spreewald mit.

Die erste Station der Reise war die MURI GmbH in Lübben. Auf der Weide im Biosphärenreservat Spreewald erläuterte Geschäftsführer Jürgen Piesker seine Rinderhaltung mit ökologischen Landbau. Insgesamt 551 Kühe, 15 Deckbullen und gut 400 Jungrinder und Kälber werden in elf Herden gehalten. Im Betrieb werden sehr unterschiedliche Naturschutzleistungen erbracht. Auf dem gesamten Grünland erfolgt ab dem 1. April keine mechanische Grünlandpflege (Walzen oder Schleppen), was wichtig für den Schutz von Bodenbrütern, wie dem Kiebitz, ist. Auf dem Feuchtgrünland findet man Arten wie den Brennenden Hahnenfuß oder die Kuckucks-Lichtnelke. Für Wiesenpieper stellen diese Flächen ein wichtiges Nahrungsbiotop dar. An vielen Grabenrändern wächst der Flußampfer – die Nahrungspflanze der Raupen des Großen Feuerfalters.

Ausbau erneuerbarerr Energien

Anschließend erläuterte die Beigeordnete und Dezernentin für Verkehr, Bauwesen und Umwelt, Heike Zettwitz in einem Arbeitsgespräch die Strategie für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Landkreis. Heike Zettwitz sagt: „Unser Ziel ist es, dass die Flächenkonkurrenz insbesondere für landwirtschaftliche Flächen im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht zu groß wird. Wir stehen zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Jedoch ist es wichtig behutsam das Thema umzusetzen und mit dem Blick auf Alternativen, wie zum Beispiel die Nutzung von bereits versiegelten Flächen oder bebauten Flächen für Photovoltaikanlagen, voranzutreiben.“

Im Landkreis Dahme-Spreewald bestanden 2022 knapp 300 Windkraftanlagen mit zirka 260 Megawatt Leistung. Zirka 440 Hektar der Fläche waren 2022 mit Photovoltaikanlagen bestückt. Das entspricht in etwa einer Leistung von 440 Megawatt zirka 0,7 Gigawatt betrug somit die Leistungsfähigkeit aus erneuerbaren Energien im Landkreis.

Wehr und Schleuse Hartmannsdorf

Danach ging es weiter zum Wehr und die Schleuse Hartmannsdorf. Agrar-Umweltminister Axel Vogel: »In Zeiten von Niedrigwasserphasen aufgrund der Erderwärmung kommt einer intelligenten Stauhaltung in den Flusssystemen eine besondere Rolle zu. Der bevorstehende Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und damit das Ende von Einleitung von Grubenwasser (Sümpfungswasser) in die Spree wird die Stauhaltung im Spreewald zusätzlich vor Herausforderungen stellen. Deshalb ist es gut und richtig, dass alte Technik auf den neuesten Stand gebracht wird und auch die ökologische Durchgängigkeit dabei mitgedacht wird.«

Wehr und die Schleuse bilden die »Taille« zwischen dem weitverzweigten Gewässernetz des Oberspreewaldes und des Unterspreewaldes. Das alte Wehr stammte aus dem Jahr 1938. Es wurde umfassend saniert. Die Fertigstellung der Anlage mit Gesamtkosten von rund 12 Millionen Euro erfolgte im August 2019. Die Anlage bildet eine wichtige Schlüsselstelle im Staugürtelsystem des Spreewalds und dient mit vier Wehrfeldern der Stauhaltung und der Regulierung des Hochwasserabflusses.

Die Dahme und ihr Altarm

Nach der Besichtigung in Hartmannsdorf besuchte der Minister den Wiederanschluss einer Flutrinne zur Verbesserung der Beziehung zwischen dem Fließgewässer Dahme und ihrer Aue in Teurow. »Eine Perle im Gewässersystem des Landkreises«, so nannte der Sachgebietsleiter der Unteren Wasserbehörde des Landkreises, Helge Albert dieses besondere Landschaftsgebiet. Der Nebenlauf der Dahme war mit der Gewässerbegradigung vor über 200 Jahre verschlossen worden und wurde nur noch bei Hochwasser durchströmt. Die Baumaßnahmen hat die Stiftung »NaturSchutzFonds« im Zuge ihres von der Europäischen Union geförderten Projektes »LIFE Feuchtwälder« realisiert. Kernstück der Wasserbauarbeiten war es, einen 160 Meter langen Altarm zu entschlammen. Dabei wurde auch der Einlauf wiederhergestellt, damit das Wasser wieder richtig in den Altarm fließen kann. Diese Wasserzufuhr ist überlebenswichtig für den europaweit gefährdeten Lebensraum. Neben Fischarten wie dem Gründling und der Äsche aber auch Muscheln profitiert besonders die in brandenburgischen Gewässern selten gewordene Bachforelle von der Naturschutzmaßnahme an der Dahme. Die Forellen finden in dem renaturierten Nebenlauf nun ein ideales Laichhabitat und Jungfischrevier vor. Auch der unmittelbar angrenzende Auenwald wird jetzt wieder regelmäßig überflutet.

Forstrevier in Maasow

Weiter ging es ins Forstrevier nach Massow. Das Revier gehört der Hatzfeldt-Wildenburg`schen Verwaltung. Es ist eine private Forstverwaltung, die eine ökologische und ökonomische ausgerichtete Waldwirtschaft auf 6.700 Hektar betreibt. Im Revier dominierte die Kiefer das Waldbild. Durch gezielte Waldbaustrategien konnte ein effektiver Waldumbau eingeleitet werden. Eine konsequente Durchforstung und ein angepasster Wildbestand ermöglichen die Anreicherung der Bestände mit Laubbaumarten und anderen Nadelhölzern. Neben der Umwaldung der Waldbestände wurden auch viele Sonderbiotope im Revier Massow gepflegt und entwickelt. Die große Heidefläche wird regelmäßig mit Schafen beweidet.

E-Bikes für Forstmitarbeiter

Danach übergab Brandenburgs Forst- und Klimaschutzminister Axel Vogel symbolisch die ersten sechs E-Bikes an Beschäftigte des Landesbetriebes Forst Brandenburg im Waldkino Hammer. Abschließend lud der Minister Interessierte und Akteurinnen und Akteure aus Praxis und Wissenschaft zum 2. Zukunftsdialog zum Thema Zukunft Wald ins Waldkino Hammer.

Fazit des Landrates

Landrat Stephan Loge war sichtlich beeindruckt von der Kreisreise. Er bezeichnete den Besuch des Ministers als lösungsorientiert und intensiv. »Wir konnten viele Themen ansprechen und direkt klären. Ich bedanke mich bei allen Akteuren für die praxisnahe Informationsvermittlung unserer vielen Umweltthemen im Landkreis«, sagt Loge.


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