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52 Runden für die Zimmerleute

Gäbe es den alten Richtfest-Brauch noch, müsste Bodo Broszinski den Zimmerleuten und Maurern jetzt ordentlich einen ausgeben.
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Sieht klein aus, kann manchmal aber der längste Nagel der Welt sein. Foto: wit

Sieht klein aus, kann manchmal aber der längste Nagel der Welt sein. Foto: wit

Am 12. Mai war Spatenstich, zwei Monate später Grundsteinlegung und letzte Woche schon Richtfest. Geht alles so flott weiter, können Ende des Jahres rund 210 Schülerinnen und Schüler ihren schicken Hortneubau auf dem Gelände der Berggrundschule beziehen. Worauf sich besonders die Chefin des neuen Hauses, Katrin Wolgast, freut. »Wir werden hier Bedingen vorfinden, wie wir sie uns als Pädagogen schon immer gewünscht haben. Große helle Räume für unsere Kinder und viel Platz für Beschäftigung, Spaß, Sport und Spiel. Und alles ebenerdig und barrierefrei«, wie sie dem WochenKurier beim Richtfest sagte. Und tatsächlich, was hier in recht kurzer Zeit entstanden ist, wird sicher auch bald die kleinen »Tagesgäste« begeistern. Die werden sich hier auf einer Nettogeschossfläche von 1625 Quadratmetern ganz sicher pudelwohl fühlen, sofern sie in den Hausaufgabenräumen immer hübsch ihren schulischen Pflichten nachkommen. Was die Hausaufgaben des Bauherrn angeht, musste Bürgermeister Bodo Broszinski am letzten Donnerstag schon mal symbolisch nachsitzen. Satte 52 Schläge auf den letzten Nagel im Gebälk dürften selbst gestandenen Zimmerleuten rund 40 zu viel gewesen sein. Zur Ehrenrettung des Stadtoberhauptes sei aber gesagt, dass das »Ding« auch recht lang war. Die Bauzeit hingegen recht kurz, worauf es ja letztlich auch ankommt. »Als wir im März 2019 mit den Stadtverordneten den Beschluss zur Errichtung des Hortneubaus fassten, hätten wir wohl alle nicht geglaubt, schon im August 2021 unter einem Richtkranz mit einem Durchmesser von 1,80 Meter stehen zu können. Das war eine tolle Leistung unseres Gesamtauftragnehmers, der Firma Kleusberg«, so Broszinski. Selbige setzte auf den eingeschossigen Baukörper 44 Module und realisiert eine versetzte Pultdachkonstruktion aus Alu-Blech. Jeder Gruppenraum bekommt einen eigenen Zugang zum Außenspielbereich und der Gebäudegrundriss wurde als geschützter Innenhof mit Spielgeräten, Sandspielfläche und Sitzmöglichkeiten konzipiert. Große Fenster sorgen für natürlichen Lichteinfall und ausreichende Luftzufuhr mittels ausgeklügelter Fenstermechanik. Und was die Orientierung in den einzelnen Funktionsbereichen angeht, haben sich Auftraggeber und Auftragnehmer ein ganz spezielles Farbkonzept ausgedacht.