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Tochter auf der Brücke - Eltern an Bord

Hartmut Theile hatte zwar schon vor der »Wende« mit Holz zu tun, ahnte damals aber noch nicht, dass er mit diesem Rohstoff und dem Vertrauen seiner Ehefrau Monika einmal den Grundstein für ein stabiles Familienunternehmen mit 63 Beschäftigten legen würde.
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Stolz auf 30 Jahre Firmengeschichte im Familienverbund: Seniorchefin Monika Theile, Tochter Antje Kuna-Theile (Geschäftsführerin) und Seniorchef Hartmut Theile. Foto:wit

Stolz auf 30 Jahre Firmengeschichte im Familienverbund: Seniorchefin Monika Theile, Tochter Antje Kuna-Theile (Geschäftsführerin) und Seniorchef Hartmut Theile. Foto:wit

Und wie bei vielen erfolgreichen Unternehmungen begann auch bei den Theiles alles in der legendenumwobenen Garage auf dem heimischen Grundstück in Stolzenhain. Eine Zeit, an die sich Monika Theile, damals noch Kaufhallenleiterin in Bad Liebenwerda, noch recht gut erinnern kann - besonders an die Initialzündung. »Die kam eigentlich aus den Kreisen unserer damaligen Westverwandtschaft. Die wusste genau, dass mit der bevorstehenden Währungsunion bei uns ein regelrechter Bau-Boom einsetzen würde. Wir als gelernte DDR-Bürger waren da noch eher skeptisch, ließen uns aber auf das anfangs kleine Experiment Handel mit Holz und Holzprodukten ein und bekamen die erste Ladung Paneele auf den Hof geliefert«, wie sie sagte. Pünktlich zur Währungsunion am 1. Juli 1990 war Verkaufsstart und die erste Lieferung bereits nach wenigen Tagen verkauft. »Da verflog jegliche Skepsis recht schnell, zumal wir bis zum Jahresende 1990 bereits rund 200 000 D-Mark Umsatz in die Bücher schreiben konnten. Eine gute Grundlage, auf die sich aufbauen ließ«, so Hartmut Theile. Gut sechs Jahre blieb Stolzenhain eine gute Adresse für Bauherren, Renovierer und Bauhandwerker, bis sich für das junge Unternehmen eine Möglichkeit bot, im wahrsten Sinne des Wortes »Nägel mit Köpfen« zu machen. Der Standort wurde irgendwann zu klein für die großen Ideen der beiden Neu-Unternehmer. Marktwirtschaftliche Ideen haben in der Regel aber immer etwas mit Investitionen in Form von Geld zu tun.

Ein schlafloser Anfang

Ein Grundstück war zwar schnell gefunden, doch was da Ende 1996 im Elsterwerdaer Gewerbegebiet Ost entstehen sollte, ließ besonders die Chefin des Unternehmens hin und wieder unruhig schlafen: »Schon auf den Plänen sah unser neues Holz-Zentrum toll aus. Aber die vier Millionen D-Mark Kreditlinie fand ich dann schon nicht mehr ganz so prickelnd. Doch eines haben wir in den ersten fünf Jahren Selbständigkeit recht schnell gelernt: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.« Nach einer Bauzeit von neun Monaten war dann am 3. November 1996 Eröffnung des Fachmarktes unter 3 000 Quadratmetern überdachter Verkaufsfläche auf 27000 Quadratmetern Grundfläche An den Kanitzen 8 bis 12 in Elsterwerda. Einem Standort, an dem schon ein paar Monate später, initiiert von Hartmut Theile und Wirtschaftsförderer Günter Zimmermann, das erste Frühlingsfest über die Bühne ging. Heute das größte jährlich stattfindende Volksfest der Stadt, sofern nicht ein fieses Virus dazwischenfunkt. 2000 eröffnete das Familienunternehmen auch noch eine Filiale in Bernau bei Berlin.

Entspannt in die Zukunft

Seit 2015 ist Tochter Antje Kuna-Theile Kapitänin auf dem Firmenschiff - an ihrer Seite Co-Geschäftsführer Thomas Buberek (seit März diesen Jahres) - am Steuer stehen aber nach wie vor Mama und Papa. Auf den Rat der Eltern will die zweifache Mutter nämlich nicht verzichten. »Die Klippen im Meer der Marktwirtschaft lassen sich im Familienverbund gefahrloser umschiffen. Besonders wenn man auf eine erfahrene Besatzung bauen kann. Auch auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ersten Stunden in Stolzenhain wie Bernd Zeidler (Prokurist), unsere Sachbearbeiterinnen Cornelia Aust und Silke Listner, oder Sylvia Schieferdecker, die schon viele Jahre im Verkauf tätig ist«, freut sich die junge Geschäftsführerin auf die kommenden 30 Jahre.

Wissenswertes

  • In den letzten 30 Jahren hat die Firma rund 100 Azubis zu Kaufleuten und Logistikern ausgebildet.
  • Das Unternehmen erwirtschaftet im Jahr einen Umsatz von 12 Millionen Euro.