Stefan Staindl

»Elbe-Elster wird immer sichtbarer«

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Susanne Dobs ist die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Elster-Land e. V..

Susanne Dobs ist die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Elster-Land e. V..

Foto: sts

Elbe-Elster. Eine kleine Tourismusbilanz 2021 sowie einen Ausblick auf das Tourismusjahr 2022 gibt Susanne Dobs, Geschäftsführerin, Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V.

 

Wie bewerten Sie das Jahr 2021 für Ihr Verbandsgebiet aus touristischer Sicht?

Ich bin überzeugt davon, dass wir trotz der besonderen Herausforderungen, vor die uns das Jahr 2021 gestellt hat, gestärkt daraus hervorgegangen sind. Neue Produkte wurden entwickelt, Angeboten und Veranstaltungen wurde teilweise mit großartiger Flexibilität und Kreativität realisiert, neue Gastronomien und Beherbergungen wurden eröffnet, die Individualurlaube und auch die Familienurlaube sind deutlich angestiegen, Ausflüge innerhalb der Region wurden immer beliebter und die Gäste haben ihre Zeit in Elbe-Elster deutlich länger genossen als in den Vorjahren. Die Touristiker aus Bad Liebenwerda beispielsweise konnten Gäste aus vielen neuen Quellgebieten im Kurgebiet begrüßen, darunter viele Gäste aus dem Leipziger Raum, die zum ersten Mal in der Region waren. Diese sind auch direkt zu ›Wiederholungstätern‹ geworden und haben bei ihrem Folgebesuch Freunde mitgebracht. Magnete waren im Kurgebiet unter anderem die Heideblüte, die Ruhe, die Natur und das gut ausgebaute Radwegenetz. Der Großteil der Gäste bestand dabei aus Einzelbesuchern beziehungsweise Familienurlaubern. Busgruppen und Schülerfahrten sind pandemiebedingt ausgefallen, auch die Stadtführungen sind stark zurückgegangen.

Die Kollegen vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft sprechen von einer sehr guten Nachfrage der Bildungsangebote für Schulklassen und der Ferienangebote für Familien – zumindest in den Zeiten, in denen dies möglich war. Sehr gut angenommen wurden auch die neuen, über Outdooractive vermarkteten Radtourenempfehlungen und die Führungen der Naturwacht, die insbesondere in der Heidesaison August und September komplett ausgebucht waren.

Den Museumsverbund hingegen stellte das Jahr 2021 wie viele andere Museen vor große Herausforderungen. Vier Schließzeiten von März 2020 bis Ende Mai 2021 mit gesamt 235 Tagen führten zu einem Besucherrückgang von mehr als 50 Prozent. Hier machte sich vor allem das Ausbleiben überregionaler Touristen bemerkbar, die in den Vorjahren einen Großteil der Museumsbesuche stellten. Auch Veranstaltungs- und museumspädagogische Angebote kamen fast vollständig zum Erliegen. Als audiovisuellen Ausgleich für letzteres stellte der Verbund die Inhalte seiner Kinder-Audioguides als Bildungsressource für regionale Schulkinder online.

Das Resümee der Kollegen vom Industriedenkmal Besucherbergwerk F60 lautet: Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen! Organisierte Reisen mit Bussen sowie über Firmen oder Vereine sind komplett weggebrochen, der Individualtourismus hingegen lief sehr gut. Fazit: Mit 49.900 Gästen in der Zeit von Juli bis September 2021 haben sie nahezu die Zahl erreicht, die im Vorfeld prognostiziert wurde.

 

Inwieweit haben die touristischen Leistungsträger im Verbandsgebiet das zweite Corona-Jahr verkraftet?

Das größte Angebot, dass sich insbesondere aus 2021 entwickelt hat, ist – wie sicher in der gesamten Gastronomie-Branche – das Außer-Haus-Angebot. So beispielweise auch in Elsterwerda. Gewerbeschließungen in der Tourismus- und Gastronomiebranche gab es hier keine, vielmehr war der Erlebnis- und Miniaturenpark ›Kleine Lausitz‹ ein beliebtes und stark frequentiertes Ausflugsziel. Die Gastronomie konzentrierte sich auf den Außer-Haus-Verkauf und das Mittagsgeschäft. Die Zeit des - teilweisen - Stillstandes wurde zudem vermehrt genutzt, um Einrichtungen umzubauen, aufzuwerten oder neue Konzepte zu entwickeln. Auch haben zwei neue Gastronomiebetriebe ihre Türen in Elsterwerda geöffnet. Ergänzt wird das touristische Angebot durch ein 2021 eröffnete, moderne Gästehaus. Auch in Bad Liebenwerda haben die Gastronomen Abhol- oder Lieferservice angeboten, Beherberger haben sich für Zertifizierungen entschlossen und ihre Einrichtungen erneuert. Es sind auch Beherberger hinzugekommen. Die Kurkonzertsaison wurde 2021 kurzerhand um zwei Monate nach hinten verschoben, so dass sie – wenn auch noch immer unter Auflagen – umgesetzt werden konnte. Insgesamt 8.000 Besuchern kamen zu den Konzerten, bevor die Saison am 3. Oktober bei herrlichem Sonnenschein beendet wurde.

 

Wie viel Übernachtungen gab es in den gewerblichen Übernachtungsbetrieben in 2021?

Elbe-Elster hatte bei den Gästeankünften im Jahr 2021 erstmals seit 2019 wieder einen kleinen Anstieg um 0,2 Prozent zu verzeichnen, was uns sehr freut! Im Vergleich zu 2020 - Rückgang der Gästeankünfte um 30,1 Prozent - zeigt sich somit eine deutliche Verbesserung. Die Übernachtungszahlen hingegen lagen im vergangenen Jahr 3,3 Prozent unter dem Wert von 2020, was sich aber ebenfalls etwas stabilisiert hat im Vergleich zum Vorjahr - Rückgang der Übernachtungszahlen um 18,2 Prozent. Ob Einheimische oder Gäste, das Bedürfnis nach Urlaub und Auszeiten ist da. Das merken wir beispielsweise bei den Prospektbestellungen über den Tourismusverband, die im Jahr 2021 um über 50 Prozent gestiegen sind, oder auch bei der Nachfrage unseren Radveranstaltungen. Bereits 2021 hatten wir zur jährlich stattfindenden Elbe-Elster ›RadKulTour‹ und zur erstmals umgesetzten Orgel-Radtour insgesamt über 100 Teilnehmer. Die diesjährige ›RadKulTour‹ zur Landesgartenschau Torgau ist bereits seit Ende März restlos ausgebucht, noch bevor wir richtig in die Bewerbung starten konnten. Über 80 Anfragen haben wir aktuell vorliegen, das ist unglaublich! Es zeigt das große Bedürfnis der Menschen nach Aktivitäten. Und es zeigt auch, dass sich unsere Elbe-Elster ›RadKulTour‹, die wir seit 2019 jährlich umsetzen, immer weiter zu einer festen Größe im Veranstaltungskalender etabliert!

 

Wie fällt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste aus – und wie verhält sie sich im Vergleich zu den Vorjahren?

In den Jahren 2017 bis 2019 lag die Aufenthaltsdauer in Elbe-Elster noch bei 4,0 beziehungsweise 4,1 Tagen, in den vergangenen beiden Jahren bei 4,8 (2020) beziehungsweise 4,6 (2021) Tagen. Und wir freuen uns sehr, dass sich die Gäste in den letzten Jahren mehr Zeit genommen haben Elbe-Elster zu erkunden und zu entdecken. Elbe-Elster als Auszeit und Erlebnis gleichermaßen für sich entdeckt haben. Denn genau das ist es, was wir bieten: Erholung pur in der Natur und eine faszinierende Kultur- und Industrielandschaft. Eine erlebnisreiche Auszeit, nur einen Katzensprung entfernt von Berlin, Dresden und Leipzig.

 

Mit welchen Gefühlen blicken Sie in das neue touristische Jahr?

Ich blicke sehr optimistisch in das aktuelle Jahr – und auch darüber hinaus. Denn Elbe-Elster hat großartige Angebote geschaffen, die sich immer weiter regional und überregional etablieren. Da ist zum Beispiel die Elbe-Elster ›RadKulTour‹ – in diesem Jahr direkt nach Veröffentlichung ausgebucht! Die Schlössernacht konnte für 2022 gleich zwei neue starke Partner dazugewinnen, die 2021 neu veröffentlichte Elbe-Elster Radbroschüre erfreut sich unglaublicher Beliebtheit, die Buchungsanfragen zum E-Bike-Verleih zeigen bereits jetzt zum Saisonbeginn eine starke Entwicklung nach oben und wir werden auch wieder auf regionalen und überregionalen Messen und Veranstaltungen präsent sein können.

Elbe-Elster wird immer sichtbarer – und das auch überregional. Und es macht große Freude, ein Teil von dieser positiven Entwicklung zu sein und die wunderbare Erlebbarkeit der Region sowohl für die Einheimischen als auch für die Gäste immer wieder aufs Neue in seinen verschiedensten Facetten aufzuzeigen. Insbesondere der Radtourismus wird uns auch in diesem Jahr wieder sehr beschäftigen, hier erkennen wir eine stark steigende Nachfrage über die verschiedensten Partner. Und mit unserem E-Bike-Angebot für die ganze Familie bedienen wir einen wichtigen Aspekt der radtouristischen Entwicklung. Im Rahmen der ADFC Radreiseanalyse 2021 wurde bekannt gegeben, dass im vergangenen Jahr 42 Prozent der Radreisenden auf ein E-Bike zurückgegriffen haben – das sind fast doppelt so viele wie im Jahr 2018, als wir das E-Bike-Projekt in Elbe-Elster unter anderem mit Unterstützung der Sparkassenstiftung ›Zukunft Elbe-Elster-Land‹ ins Leben gerufen hatten. Gleichzeitig bestand die Hälfte aller Neuanschaffungen in der Radbranche 2021 aus Elektrorädern, was sich ebenfalls auf den E-Bike-Verleih auswirkt. Denn was man privat nutzt, möchte man auch im Urlaub nicht missen. Und dieser starke Trend spiegelt sich auch im Anstieg der Verleihzahlen beim E-Bike-Verleih in Elbe-Elster wieder: Im Vergleich zu 2020 konnten wir im Jahr 2021 über 65 Prozent mehr Verleihtage verzeichnen! Dabei hat sich vor allem die neu geschaffene Kurzausleihe bewährt, aber auch die Gruppenbuchungen haben 2021 deutlich zugenommen. Und die Entwicklung sieht bereits jetzt für dieses Jahr ganz ähnlich aus.

 

Womit kann das Verbandsgebiet besonders punkten beziehungsweise was sind nach wie vor touristische Magnete, die immer wieder gern von Gästen angenommen werden?

Die Besonderheit in Elbe-Elster ist ganz klar das harmonische Zusammenspiel aus erlebbaren Naturlandschaften und einer beeindruckenden Kulturlandschaft, die in dieser Form gerade im ländlich geprägten Raum herausragend ist. Die Museumlandschaft Elbe-Elster spiegelt die reiche Kultur- und Industriegeschichte des Landstrichs wieder. In den vier Häusern des Museumsverbunds Elbe-Elster erfahren Gäste, warum die Finsterwalder Sänger eine der ersten Boygroups der Geschichte waren und wieso der original erhaltene Kolonialwarenladen des Finsterwalder Museums der Prototyp der heutigen Unverpacktläden ist. In ›Kaspers Welten‹ im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum Bad Liebenwerda steht die lustige Figur des Puppenspiels im Mittelpunkt: Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen sind ausdrücklich erlaubt. Außerdem hütet das Museum seit 2021 das immaterielle Kulturerbe des Kasperspielprinzips. Das kleine Städtchen Mühlberg war im 16. Jahrhundert ein Fokuspunkt europäischer Geschichte. Der Habsburger Karl V., in dessen Reich die Sonne nie unterging, gewann 1547 hier eine Schlacht und den ersten Religionskrieg auf deutschem Boden. Das Museum Mühlberg 1547 erzählt die Geschichte der Schlacht modern und multimedial aufbereitet. Das glanzvoll restaurierte Renaissanceschloss Doberlug erinnert an die sächsische Geschichte des südlichen Brandenburgs.

Im Herbst 2022 eröffnet es eine große Ausstellung zur mitteleuropäischen Adelskultur im Spiegel das Sammlung Dohna-Schlobitten, die als Leihgabe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg nach Elbe-Elster kommt.

Auch die faszinierende Industriegeschichte von Elbe-Elster kann in Museen und Erlebnisorten entdeckt werden, darunter das einzige Weißgerbermuseum Europas in Doberlug-Kirchhain, das Besucherbergwerk F60, der liegenden Eifelturm der Lausitz inmitten einer beeindruckenden Bergbaufolgelandschaft, und die Brikettfabrik LOUISE, der ältesten noch funktionierende Brikettfabrik weltweit. Gleichzeitig steht Elbe-Elster für absolute Entschleunigung in der Natur: Ob in der farbenprächtig blühende Heidelandschaft des Naturparks, in den lichtdurchfluteten Wälder der wiedergekehrten Auerhühner oder inmitten der größten Streuobstregion Brandenburgs – in Elbe-Elster lässt sich die Seele ganz wunderbar baumeln.

Zu einem besonderen Erlebnis wird der Urlaub oder Ausflug in Elbe-Elster zudem dadurch, dass all diese eindrucksvollen Momente in Kultur- und Naturlandschaften problemlos mit dem Fahrrad auf rund 770 Kilometer, zum Teil frisch modernisierten Radwegen, erlebbar sind, welche sich durch die gesamte Region ziehen. Gleichzeitig ermöglicht die Knotenpunktwegweisen mit Hilfe eines abgestimmten Nummernsystems eine einfache Planung ganz individueller Radtouren, die komplett nach den eigenen Wünschen zu persönlichen Routen zusammengestellt werden können. Der Tourismusverband hat insbesondere in den letzten Jahren gezeigt, dass er einen sehr guten und wichtigen Beitrag für den Tourismus und damit auch für die gesamte Region leistet. Er vertritt und präsentiert Elbe-Elster mit Leidenschaft und Herz – sowohl innerhalb der Region als auch überregional. Doch dies ist nur gemeinsam möglich, gemeinsam mit den vielen regionalen Akteuren, die ebenso bedingungslos für Elbe-Elster einstehen. Für den Verband wünsche ich mir daher, dass wir zukünftig alle Kommunen in Elbe-Elster als Mitglied gewinnen können. Seit Januar 2022 ist ganz neu das Amt Kleine Elster dem Tourismusverband beigetreten, da freue ich mich sehr drüber!

 

Welche touristischen Schwerpunkte sollen im Jahr 2022 gesetzt werden?

Auch 2022 werden unter anderem die Angebote im radtouristischen Bereich wieder zu unseren Kernthemen in Elbe-Elster gehören. Dazu zählen auf jeden Fall unsere zwei Radveranstaltungen: die Elbe-Elster ›RadKulTour‹ zur Landesgartenschau Torgau am 14. Mai sowie die musikalische Radreise durch Elbe-Elster am 2. Juli mit Halt im Kloster Mühlberg, im Pfarrgarten Saxdorf und im Kräutergarten Bönitz. Die Radreise ist eine gemeinsame Veranstaltung mit Kulturfeste im Land Brandenburg e.V., mit denen wir bereits 2021 sehr erfolgreich die 1. Elbe-Elster Orgelradtour umgesetzt haben, und dem Kunst- und Kultursommer Saxdorf e.V.

Eines der Herzstücke im Bereich Radtourismus ist natürlich nach wie vor unserE-Bike-Verleih. Aktuell haben wir sämtlichen Gastronomen und Beherberger in Elbe-Elster flächendeckend mit Flyern ausgestattet, planen eine ganz gezielte Bewerbung des Angebotes bei Unternehmen und Vereinen mit Blick auf Teamtage und Betriebsauflüge, prüfen verschiedenste regionale und überregionale Marketingaktivitäten sowie die Einrichtung einer Buchungsplattform über die Website des Tourismusverbandes, die sich aktuell im Relaunch befindet.

Ebenfalls für 2022 geplant ist die Veröffentlichung einer Kinder- und Familienbroschüre, ein ganzjähriges Produkt mit Ausflugsempfehlungen für Familien. Denn die Nachfrage nach einer gebündelten Zusammenstellung eben solcher Angebote erreicht uns immer wieder, so dass wir diese zukünftig gern bedienen wollen.

Weiterhin planen wir eine von beiden Seiten gewünschte stärkere Vernetzung von Anbietern regionaler Produkte und den touristischen Akteuren. Hier sind aktuell zwei Projekte in Bearbeitung, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden sollen.

Auch die Schlössernacht wird es 2022 natürlich wieder geben, mit dabei die mehrjährigen Partner Schloss Doberlug, Schloss Finsterwalde, Schloss Sallgast, Schloss Uebigau und Schloss Grochwitz. In diesem Jahr sind zudem zwei weitere spannenden Partner neu mit dabei: das neuartige Schloss Lilllliput und das ehemalige Schloss Liebenwerda.

Ähnlich zeigt sich die touristische Angebotsentwicklung und Veranstaltungsplanung in ganz Elbe-Elster. Elsterwerda beispielsweise hat im Veranstaltungsbereich ein vielseitiges Paket für alle Zielgruppen geschnürt, unter anderem ein Indie Open Air Konzert im besonderen Flair des Stadtparks Elsterwerda am 11. Juni, ein klassisches Konzert der Dresdner Bläserphilharmonie mit über 80 Musikern im Schlossareal am 2. Juli und das traditionelle Classic Open Air am 13. August auf dem Marktplatz. In Finsterwalde wird es wieder viele der beliebten Veranstaltungsformate geben: das Finsterwalder Kammermusik Festival ab 29. April, den Finsterwalder Beachcup am 13. und 14. August, das Finsterwalder Sängerfest am Wochenende 26. bis 28. August und das Sommer Open-Air der Sparkasse Elbe-Elster mit Sarah Connor am 3. September. Bad Liebenwerda vermerkt bereits jetzt eine große Anzahl Buchungen von Busunternehmen, Gruppenbuchungen der Stadtrundführungen und Firmenanfragen, zu den Veranstaltungs-Highlights zählt unter anderem Kurkonzertreihe mit 18 Konzerten von Mai bis August. Auch die Kollegen vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft berichten bereits von einer sehr große Nachfrage nach Angeboten für Familien und Touristen in diesem Jahr.

Insbesondere die Bildungsveranstaltungen für Schulklassen sind bereits bis Ende Mai ausgebucht. Zudem widmet sich der Naturpark in diesem Jahr dem Thema Streuobst mit einer Vielzahl an Veranstaltungen, was sowohl von Einheimischen als auch von Gästen sehr gern wahrgenommen wird und viele Erlebnismöglichkeiten bietet. Besonderes Highlight wird der Tag der Artenvielfalt vom 21. bis 22. Mai im Pomologischen Schau- und Lehrgarten. Hinzu kommen zahlreiche Führungen und Bildungsangebote zum Thema Streuobst. Zudem ist für April die Veröffentlichung von Tourenempfehlungen für Rad- und Wandertourismus unterwegs auf den Streuobstwiesen geplant.

Die Museen in Elbe-Elster haben für 2022 ebenfalls viele kulturelle Höhepunkte vorbereitet, darunter etliche Sonderausstellungen. Die Geschichte taiwanischer Teekultur kann noch bis Anfang Juni im Mitteldeutschen Marionettentheatermuseum entdeckt werden. Das Museum Mühlberg 1547 lockt ab Ende April mit ›Teddy möchte reisen‹. Die Schau präsentiert einen der treuesten Kindheitsbegleiter, den Teddybär, mit Sammlungsstücken des Dresdners Lutz Reike. Das Sänger- und Kaufmannsmuseum Finsterwalde erinnert ab Ende Mai mit ›Komm hilf mir mal die Rolle drehn‹ an die große Wäsche unserer Vorfahren. Zu zahlreichen prachtvollen Rolltüchern wird historische Mangel- und Waschtechnik gezeigt. Das buchbare Mitmachangebot ›Große Wäsche beim Kaufmann Wittke‹ erlaubt es, diese dann auch selbst auszuprobieren. Das Museum Schloss Doberlug arbeitet derweil mit Hochdruck an der Vorbereitung der ständigen Ausstellung ›Vom Feinsten. Preußische Adelsschätze in sächsischen Mauern‹, die voraussichtlich im Herbst 2022 eröffnet wird.

Auch das Veranstaltungsprogramm des Museumsverbunds hat in diesem Jahr einiges zu bieten. Die gute Resonanz auf erste Veranstaltungen in den Museen zeigt, dass Elbe-Elster wieder Lust auf Kultur hat und lässt optimistisch in die Zukunft schauen. Übrigens: Aktuell suchen wir über eine Social Media-Kampagne touristische Jubiläen in Elbe-Elster. Ob eine Töpferei, eine gastronomische Einrichtung, eine lange währende Veranstaltung oder auch ein ewig alter Baum, der viele historische Erlebnisse zu berichten hätte – wir freuen uns über Hinweise und Anregungen!

 

Inwieweit sind weitere neue Projekte angedacht, die in diesem Jahr oder darüber hinaus das Verbandsgebiet als Destination stärken sollen?

Ein wichtiges touristisches Thema, welches wir ab diesem Jahr wieder aufgreifen wollen, ist das Thema des Wandertourismus. Aktuell prüfen wir die bestehenden Wanderwege hinsichtlich ihrer Qualitätskriterien, um diese anschließend in der aktiven Vermarktung mit aufnehmen zu können. Zukünftig ist zudem die Produktion einer Elbe-Elster Wanderbroschüre, die Umsetzung einer Wanderveranstaltung und bestenfalls die Zertifizierung von Wanderwegen geplant. Auch das Thema der Barrierefreiheit als wichtiges Querschnittsthema bei der touristischen Vermarktung wird uns in den nächsten Jahren stärker beschäftigen. Zudem soll mit Blick auf die Themen Mobilität und Vernetzung die Einführung einer Gästekarte geprüft werden. Elbe-Elster hat bereits erfolgreich an einer vom Clustermanagement Tourismus der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH initiierten Machbarkeitsstudie teilgenommen – mit dem Ergebnis, dass die Umsetzung einer Gästekarte in Elbe-Elster möglich wäre. Im nächsten Schritt werden nun von interessierten Kommunen notwendige Voraussetzungen geprüft. Bad Liebenwerda hat bereits bestätigt, dass im Kurgebiet der digitale Meldeschein zur Umsetzung kommen wird.

 

Inwiefern gibt es Verknüpfungen zum angrenzenden Lausitzer Seenland und wie wichtig sind diese?

Verknüpfungen gibt es ganz klar durch das Thema der Industriekultur. Im Rahmen des Touristischen Netzwerks Industriekultur in Brandenburg, ein Marketingnetzwerk für die Bewerbung und Kommunikation der Sehenswürdigkeiten der Industriekultur, arbeiten wir bereits seit mehreren Jahren zusammen. Auch das sich direkt an der Grenze zum Lausitzer Seenland befindende Besucherbergwerk F60 wird von beiden Verbänden gleichermaßen vermarktet und beworben, was unabdingbar und überaus wichtig für beide Regionen und insbesondere für die F60 ist. Und ich gehe davon aus, dass es mit Blick auf das Thema Lausitz zukünftig auch noch weitere starke Verknüpfungen hinsichtlich der Zusammenarbeit und gemeinsamen Vermarktung geben wird.

 

• Zum Tourismusverband Elbe-Elster-Land e.V. geht es »H I E R«.