Jürgen Weser

Ein Dreikönigshaus am Markt

Finsterwalde. Einweihung des sanierten denkmalgeschützten Haus Markt 33 mit Investor Böllhoff

Bilder
Künstler Sebastian Arsand (re.) zeigt seinen Entwurf der Heiligen Drei Könige Investor Wolfgang Böllhoff (li.) und dem für den Bau verantwortlichen Architekten Jürgen Habermann.

Künstler Sebastian Arsand (re.) zeigt seinen Entwurf der Heiligen Drei Könige Investor Wolfgang Böllhoff (li.) und dem für den Bau verantwortlichen Architekten Jürgen Habermann.

Foto: Jürgen Weser

Finsterwalde. Mit einer Augenoptik-Firma ist das Erdgeschoss bereits seiner Bestimmung übergeben worden. Die oberen Etagen des markanten und geschichtsträchtigen Eckhauses vom Markt 33 zur Langen Straße warten mit weiteren Geschäftsräumen und Wohnungen auf die Nutzung. 1910 wurde es vom Baumeister Wankel aus Berlin auf der Fläche eines abgerissenen Hotels für die Anhalt-Dessauische Landesbank errichtet.

Zur offiziellen Eröffnung war Investor Wolfgang Böllhoff aus Bielefeld angereist und war des Lobes voll über das Ergebnis der umfänglichen und aufwändigen Sanierung. Zuvor hatte er sich in dem Gebäude vom Keller bis zum Dachgeschoss umgeschaut und schwärmte über die Wohnungen, auch mit Blick auf den Finsterwalder Markt. In einem katastrophalen Zustand, vor allem im Inneren, habe er das Gebäude kennengelernt und finde umwerfend, was geleistet worden sei. Sein Dank ging insbesondere an das Architekturbüro Habermann, an die beteiligten Handwerksbetriebe und an die Denkmalschutzbehörde des Landkreises.

Vor allem freut Wolfgang Böllhoff, dass das Gebäude mit den großen Rundbogenfenstern und der Eingangstür mit Jugendstilelementen und mit den sorgfältig restaurierten Ornamenten wieder Kultur ausstrahlt.

Während der Eröffnung verriet Wolfgang Böllhoff, dass er eigentlich zufällig zu dem Haus gekommen sei. Er verriet auch, warum er dem wegen der langjährigen Nutzung durch die SED in der DDR und der turmartigen Betonung im Volksmund Kreml genannten Gebäude nun den Namen Dreikönigshaus gegeben habe. Am Dreikönigstag 1877 habe mit seinem Großvater die Geschichte des Unternehmens Böllhoff begonnen, heute auch mit dem Produktionsstandort in Sonnewalde. Deshalb freut sich Wolfgang Böllhoff als jetziger Besitzer von Markt 33, dass neue Kunst am Bau diesen Namen sichtbar machen werde. Ob die Finsterwalder den Namen annehmen? Dabei kann Kunst am Bau helfen. Der Finsterwalder Künstler Sebastian Arsand hat für die Giebelwand Richtung Schlossstraße drei etwa zwei Meter große Figuren der Heiligen Drei Könige entworfen, die momentan in einer Berliner Gießerei gefertigt werden. Vor dem Anbringen am Gebäude wird sie Sebastian Arsand in der Galerie Grenouille in der Langen Straße präsentieren.

Investor Böllhoff hat von Finsterwalde noch nicht genug. Er habe ein weiteres denkmalgeschütztes Bauwerk am Markt entdeckt, dass er gern sanieren möchte, ließ er augenzwinkernd wissen.


Meistgelesen