pm/sts

Trauer um Pfarrer Frank Gehrmann

Bilder
Frank Gehrmann war in der Region bekannt und verwurzelt. Er wirkte 33 Jahre als Pfarrer.

Frank Gehrmann war in der Region bekannt und verwurzelt. Er wirkte 33 Jahre als Pfarrer.

Foto: FF

Luckau. Die Menschen in den evangelischen Kirchengemeinden in der Region Luckau trauern um Frank Gehrmann. Der Pfarrer verstarb am Freitag bei einem Verkehrsunfall, informiert Franziska Dorn aus dem evangelischen Kirchenkreis Niederlausitz. Frank Gehrmann wurde 60 Jahre alt.

Die Nachricht von seinem Tod hat viele Menschen in seinen Gemeinden tief erschüttert. »Das Feiern von Gottesdiensten mit den Menschen in den verschiedenen Dörfern war ihm wichtig. Mit viel Zeit und Energie hat er die Sanierung von Kirchen vorangebracht. Wir danken Gott für seinen Dienst und die Gaben, die er unserem Bruder verliehen hat, und bitten um Trost für seine Familie und alle, die um ihn trauern«, sagen der Gemeindekirchenrat, die Leitung des Kirchenkreises Niederlausitz und Generalsuperintendentin Theresa Rinecker in ihrer Traueranzeige.

Frank Gehrmann war in der Region bekannt und verwurzelt. Er wirkte 33 Jahre als Pfarrer. 1987 kam er mit seiner Frau Annegret nach Langengrassau. Nach seinem Vikariat wurde er 1989 zunächst Pfarrer in den Gemeinden Langengrassau, Waltersdorf, Wüstermarke und Zöllmersdorf. Die Zahl der zu betreuenden Gemeinden wuchs. Zuletzt war er für die Regionalkirchengemeinde Langengrassau zuständig und hatte die pfarramtliche Leitung für die vakanten Pfarrsprengel Görlsdorf und Schlabendorf sowie die Regionalkirchengemeinde Terpt inne.

Geboren wurde Frank Gehrmann 1961 in Lübben. Nach einer Ausbildung zum Maschinisten für Tagebaugroßgeräte folgte ein Theologiestudium am Berliner Sprachenkonvikt. Der Entschluss Pfarrer zu werden, reifte im Umfeld der evangelischen Kirche, in der er seit seiner Jugend engagiert war.

Das kirchliche Leben in und um Langengrassau hat er geprägt. Spürbar war seine Freude an den praktischen Dingen, die ein Landpfarramt mit sich bringt. Ob es die Pflege des Geländes rund um Kirche und Pfarrhaus war oder auf den Baustellen an den Kirchen, Frank Gehrmann legte gern selbst Hand an und packte zu, wo Hilfe nötig war. Mit großem Einsatz setzte er sich für den Erhalt der Dorfkirchen ein. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Förderkreises Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz im Jahr 2002. Seit 2003 organisierte der leidenschaftliche Biker zweimal jährlich Motorradgottesdienste. In der Langengrassauer Pfarrscheune begann im selben Jahr die Kirchenkinoreihe mit Filmen abseits des Mainstreams. Mehr als zehn Jahre lang bekleidete er das Amt des Kreisdiakoniepfarrers. In dieser Funktion war er Mitglied des Vorstandes des Diakonischen Werkes Lübben e.V. Die Nähe zu den Menschen war ihm wichtig. Auch über die Grenzen der eigenen Kirchengemeinden hinaus lag Frank Gehrmann seine Kirche am Herzen. Mehr als zwanzig Jahre war er Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und im Ausschuss Theologie/Liturgie. Auf Kirchenkreisebene war er Mitglied der Kreissynode, des Kreiskirchenrates und wechselnd im Bau- und Finanzausschuss engagiert. Strukturveränderungen begleitete Frank Gehrmann oft mit kritischer und mahnender Stimme.

Überall in Frank Gehrmanns Umfeld herrscht Betroffenheit über seinen plötzlichen Tod. Frank Gehrmann hinterlässt seine Frau Annegret, fünf Kinder und drei Enkelkinder.

Die Beerdigung findet am 9. Juli um 14 Uhr auf dem Friedhof in Paserin statt.