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Zukunft feiert Richtfest am Carl-Thiem-Klinikum

Innovativ und nachhaltig sieht die Zukunft im Carl-Thiem-Klinikum (CTK) in Cottbus aus. Es ist eines der wenigen Krankenhäuser in Deutschland, welches die perfekte Kombination von OP und Bildgebung im sogenannten Hybrid-OP vorhält. Dafür wurde jetzt Richtfest gefeiert.
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Wie es der Brauch verlangt, schlagen Dr. Markus Niggemann, Vorsitzender des Aufsichtsrates des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus, Dr. Dirk Große Meininghaus, Chefarzt der Rhythmologie der 1. Medizinische Klinik und Dr. Götz Brodermann, Geschäftsführer des Carl-Thiem-Klinikums (v.l.n.r.), den Zimmermannsnagel zum Richtfest ein. Foto: Peter Aswendt

Wie es der Brauch verlangt, schlagen Dr. Markus Niggemann, Vorsitzender des Aufsichtsrates des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus, Dr. Dirk Große Meininghaus, Chefarzt der Rhythmologie der 1. Medizinische Klinik und Dr. Götz Brodermann, Geschäftsführer des Carl-Thiem-Klinikums (v.l.n.r.), den Zimmermannsnagel zum Richtfest ein. Foto: Peter Aswendt

»Die OPs werden bestimmt besser als das Nageleinschlagen zum Richtfest«, klang es scherzhaft aus den Reihen der Bauarbeiter, als die Richtkrone auf den Rohbau des neuen Hybrid-OPs im CTK gesetzt wurde. Mit dem Brauch, einen Zimmermannsnagel mit einem viel zu kleinem Hammer in hartes Holz zu treiben, ist man im CTK wieder einen Schritt weiter, wenn es um modernste Behandlungsmethoden geht. Die Vorteile eines Hybrid-OPs für die Patienten liegen dabei im Einsatz minimalinvasiver Operationstechniken, dadurch können große und belastende Operationen sowie lange Krankenhausaufenthalte vermieden werden und die Wundheilung verläuft rascher. Außerdem bietet der Hybrid-OP für Risikopatienten durch die unmittelbare bildgebende Kontrolle und die fachübergreifende Zusammenarbeit der Ärzte ein Höchstmaß an Sicherheit. Und im Notfall kann von einer minimal-invasiven zu einer offenen Operation übergegangen werden. In den zwei je 70 Quadratmeter großen modernen OP-Sälen vereinigen sich diagnostische Bildgebung und operative Therapien. Ab Sommer 2021 stehen dafür zwei Hochleistungs-Angiografie-Anlagen in komplett ausgestatteten OP Sälen zur Verfügung. Während mit Hilfe von Kontrastmitteln Herz und Gefäße sichtbar gemacht werden, können zeitgleich spezialisierte Ärzte verschiedener Fachrichtungen Eingriffe am Herz durchführen, Stents in die Hauptschlagader einsetzen oder Schlaganfälle behandeln. Auch Tumortherapien, bei denen kleine Partikel oder Chemotherapeutika direkt in das befallene Organ über Gefäße eingebracht werden, sind dann in größerem Umfang möglich.

Probebetrieb im Jahr 2021 geplant

Insgesamt werden zehn Millionen Euro investiert. Das aus zwei Etagen bestehende Gebäude hat eine Gesamtfläche von 830 Quadratmeter. Von den 25 beteiligten Unternehmen sind 21 aus der Region. Eine besondere Projektförderung gab es seitens des Landes nicht: »Wir haben Teile aus Mitteln der jährlichen Pauschalförderung des Landes Brandenburg verwendet«, berichtet Geschäftsführer Dr. Götz Brodermann. Die Förderhöhe liegt bei 6,8 Millionen Euro. Bei einem jährlichen Investitionsvolumen des CTK von 15 bis 20 Millionen Euro ist betriebswirtschaftliches Fingerspitzengefühl gefragt: »Wir müssen aber in unsere Zukunft investieren. Früher ging es um die Bettenzahl in Krankenhäusern, heute um moderne Diagnostik und Therapien«, begründet der Geschäftsführer den Investitionsaufwand.

Zeitleiste

Mit der Planung des modernen OPs wurde im November 2016 begonnen. Baustart war im März 2020. Nach dem Richtfest wird jetzt der Innenausbau begonnen. Zielstellung ist die vollständige Einrichtung des Hybrid-OPs im 1. Halbjahr 2021 und ein Probebetrieb unter realen Bedingungen im 2. Halbjahr 2021.


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