pm/ mae

Wenn die Schlossinsel zum Zauberwald wird

Lübben. Künstler setzten mystisch-romantisch und schillernde Tupfer

Bilder
Am16. Juli fand die 59. Lübbener Kahnnacht statt. Circa 1.000 Gäste wurden durch den abendlichen Spreewald gefahren
und genossen ein buntes Bühnenprogramm aus spektakulären Effekten, Musik, Tanz und Comedy.

Am16. Juli fand die 59. Lübbener Kahnnacht statt. Circa 1.000 Gäste wurden durch den abendlichen Spreewald gefahren und genossen ein buntes Bühnenprogramm aus spektakulären Effekten, Musik, Tanz und Comedy.

Foto: Miriam Schubert

"Ich hab' Euch schon vor Jahren kommen sehen!" - Der Satz, mit dem Wahrsagerin Gwendolyn die Gäste der Lübbener Kahnnacht begrüßte, brachte es auf den Punkt: Lange hatten die 1.000 Gäste auf ihre Kahnnacht warten müssen. Schon 2020 war das Event ausverkauft, aber es musste zweimal pandemiebedingt abgesagt werden. Am 16. Juli nun konnte es endlich über die Naturbühne der Lübbener Schlossinsel gehen.

Die 59. Ausgabe im 25. Jahr der Lübbener Kahnnächte stand unter dem Thema "Zauberwald". Vielfarbig beleuchtete Spreeufer, geheimnisvoll raschelnde Baumkronen, Schatten von leise schnatternden Enten, leichte Nebel und das sich in der Dämmerung ständig ändernde Abendlicht über den Fließen boten eine zauberhafte Kulisse für diesen Abend.

Ob der mehrfach ausgezeichnete Comedian und Zauberer Marco Brüser ("Quatsch Comedy Club") mit seinen Seiltricks aus dem Hut, der Magier Ben Koppatz mit seinen Tricks, die passenderweise aus wenigen Flaschen immer mehr werden ließen ("Egal, wieviel Sie getankt haben, mit uns saufen Sie ab!"), oder der Magier Lukas Aey, der auch mal eine kleine Strompanne mit verblüffenden Tricks und Mitmach-Aktionen zu überspielen wusste - sie alle machten dem Motto des Abends alle Ehre.

Dazwischen setzten der Brasilianer Mario Mariano und seine Tänzerinnen, die mit ihren weißen Federflügeln eins wurden mit den Latino-Schwingungen des ganz in Weiß gekleideten Sängers, die Kings Pipers (u.a. von der Band Corvus Corax) mit Dudelsack und Trommel sowie derben Sprüchen ("Was trägt der Schotte denn wirklich unterm Rock?") und schließlich die Uferhexe Namjira mit ihrem Feuertanz und LED-Schleier mitreißende Show-Akzente.

Neben so vielen großen Namen aus der Comedy-, Magier- und Musikwelt sorgten die beiden einheimischen Künstler Frank Selbitz und Vera Städter für ganz besondere Überraschungen: Sie waren in ganz neue Rollen geschlüpft. Frank Selbitz, sonst als Lübbener Nachtwächter bekannt, glänzte als Druide aus dem Kosmos von Asterix und Obelix. Die frivolen Lobpreisungen seines Potenzgetränks provozierten zahlreiche Lacher und weitere Sprüche aus den Kähnen. Vera Städter gab als Wahrsagerin Gwendolyn nicht minder anzügliche Ausblicke in die Zukunft der Kahngäste preis. Pfiffig parierte sie die Konter aus Richtung Kahn und flocht so manchen derben Spreewälder Spruch oder Witz ein.

Alle Stationen waren mit viel Liebe zum Detail dekoriert und beleuchtet - bis hin zum Trockeneis, das den Braukessel des Druiden wirklich erschienen ließ, oder den Gurken, die die Zukunft vorhersagen sollten und schließlich dem mit der Wahrheit Beglückten zum Kosten übergeben wurden. Die aufwändigen Dekorationen und Uferbeleuchtungen ließen die acht kleinen Kunstwerke zu einem zauberhaft-fantastischen Gesamtwerk verschmelzen.

Die logistisch-technische Realisierung des Abends sei entsprechend aufwändig, sagt der künstlerische Leiter Wolfram Korr. In Chargen zu je drei Kähnen in 16 Runden wurden die tausend Gäste von Bühne zu Bühne gestakt. Da gelte es, minutengenau zu spielen, um keine Staus zu produzieren, so Wolfram Korr. Die Planungen ging fast immer auf, und am Ende stiegen verzauberte Gäste aus den Kähnen.

Als "wieder sehr schön" beschreibt eine Reisegruppe aus Weißwasser / Niesky ihren Eindruck. Einige waren bereits zum 5. Mal dabei, andere zum ersten Mal. Die stimmige Mischung des Programms und der abendliche Spreewald machten den besonderen Reiz aus. Dies genoss die Reisegruppe, die sich auf drei Kähnen verteilt hatte, sichtlich: Zwischendurch wurden sogar noch Trinklieder angestimmt.

"Es ist die 59. Kahnnacht - und man sieht: Es war eine gute Idee damals", ist sich Wolfram Korr sicher. Er und das Team der veranstaltenden Tourismus, Kultur und Stadtmarketing Lübben (Spreewald) GmbH tüfteln nun schon am Konzept für die 60. Kahnnacht am 15. Juli 2023. Dabei durften sich die Besucher der diesjährigen Kahnnacht über einen Fragebogen mit einbringen.

Wer wollte, konnte den Abend am Touristischen Zentrum beim Tanz ausklingen lassen. Dort hatten sich bereits viele Partygänger eingefunden, die keine Karten für die Kahnnacht mehr bekommen hatten, und trotzdem ein wenig Kahnnacht-Flair schnuppern wollten. Auf dass es nächstes Jahr mit den Karten klappe.