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Rotstift bei Blaulichtfamilie droht

Cottbus. Sie kommen, wenn es brennt, wenn etwas unter Wasser steht, wenn geräumt und versorgt werden muss - die Retter der Freiwilligen Feuerwehren, der Johanniter, des DRK, der DLRG oder auch des THW, dem Technischen Hilfswerk. In Deutschland gibt es mehr als 1,7 Millionen Menschen, die sich im Katastrophenschutz ehrenamtlich engagieren.
Am 24. Oktober besuchte der MdB Christian Görke in seinem Wahlkreis das THW Cottbus.

Am 24. Oktober besuchte der MdB Christian Görke in seinem Wahlkreis das THW Cottbus.

Bild: Cornelia Meißner

Auch in der Ortsgruppe Cottbus treffen sich 66 Menschen zu regelmäßigen Übungen, zur Weiterbildung, zur Pflege des Fahrzeug- und Materialbestandes. Wenn die Anfrage kommt, rücken sie aus, zuletzt zur Mithilfe beim Zoll um große Mengen Tabak abzutransportieren, zum Ersatzbrückenbau nach Burg, zu Großbränden in der Region, zur Koordinierung der Ukrainehilfe und natürlich auch zu Flutkatastrophen, wie zum Beispiel ins Ahrtal. Sie helfen Menschen!

»Mir ist völlig unverständlich, dass mit Blick auf die Entwicklung von Extremwetterlagen und politischer Weltlage diese Bundesregierung an den Kürzungsplänen für das THW festhält«, sagt Christian Görke. Der Abgeordnete besuchte am 24. Oktober den Cottbuser Ortsverband in seinem Wahlkreis. Der Verband hält Quartier auf einem ehemaligen Militärgelände. Sven Grabs, Ortsbeauftragter, beschreibt das Quartier als »ok«. Natürlich wären Erweiterungen und Modernisierungen gut und wichtig. Doch auf genau diese wird der Ortsverband möglicherweise noch eine Weile warten müssen, denn die Kürzungspläne der Bundesregierung sehen Einsparungen derzeit in Höhe von 42 Millionen Euro vor. Im Vergleich zum Haushalt 2023 entspricht die Kürzung 10 Prozent. Allein bei den Investitionen sollen 28 Millionen Euro wegfallen. Bei den Aus- und Fortbildungen entsprechen die Kürzungsvorstellungen sechs Millionen Euro, die restliche Einsparung soll bei den Einsätzen im Ausland realisiert werden. Tendenz auch für kommende Jahre scheint der Sparkurs zu sein. Der endgültige Bundeshaushalt wird im Dezember beschlossen.

Sven Grabs räumt ein, dass das Konjunkturprojekt nach Corona für das THW eine gute Auswirkung hatte, jedoch jetzt die Herausforderung in der Pflege, der aktuellen Ausstattung und Fortführung des Bestandes liegt. Darum braucht es also eher mehr Geld als weniger, wenn Bevölkerung- und Katastrophenschutz ausreichend abgesichert werden soll. Gute Arbeits- und Einsatzvoraussetzungen sind auch für die Ehrenamtler wichtig. Sie helfen anderen in ihrer Freizeit, verzichten auf Urlaub und Familie. Im Gegenzug gibt es ein bisschen Spritgeld und eventuell eine Aufwandsentschädigung.

»Die Sparpläne der Bundesregierung sind somit nicht nur monetär ein schlechtes Signal, auch in der Würdigung der Arbeit ehrenamtlicher Kräfte fatal. Hier sollte man wirklich andere Lösungen finden. Gute Ausstattung, Freude und Sicherheit bei der Ausübung der Tätigkeit kann ja schon ein Schritt sein. Dazu sollten regelmäßige und selbstverständliche Danksagungen und finanzielle Anerkennung, wie zum Beispiel die Erwerbsmöglichkeit von Rentenpunkten oder ähnliches kommen«, so Görke im Fazit zu seinem Besuch.


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