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Neue Beratungsstelle für Gewaltprävention in Cottbus eröffnet

Cottbus. Die Maßnahmen zum Schutz von Frauen und Kindern vor häuslicher Gewalt in Brandenburg werden weiter ausgebaut. Die Fachstelle Gewaltprävention Brandenburg hat am 30. August in Cottbus ihren nach Potsdam und Oranienburg dritten Beratungsstandort eröffnet.

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik ist die Zahl der Straftaten im Bereich häusliche Gewalt in Brandenburg im Jahr 2022 erneut gestiegen. Insgesamt 1.640 Straftaten wurden im vergangenen Jahr registriert.

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik ist die Zahl der Straftaten im Bereich häusliche Gewalt in Brandenburg im Jahr 2022 erneut gestiegen. Insgesamt 1.640 Straftaten wurden im vergangenen Jahr registriert.

Bild: Pixabay.com

In der Beratungsstelle wird ein soziales Gruppentraining für Menschen angeboten, die innerhalb ihrer (Ex-) Partnerschaft oder Familie gewalttätig geworden sind oder sich für gewaltbereit halten und die willens sind, ihr Verhalten aktiv zu ändern. Das Angebot der Täterarbeit wird vom Frauenministerium des Landes Brandenburg gefördert.

Frauenministerin Ursula Nonnemacher: „Häusliche Gewalt gegenüber Frauen und Kindern muss entschieden bekämpft werden, wo immer sie auftritt. Leider hat die Zahl der Straftaten in diesem Bereich in Brandenburg im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Im Sinne des Opferschutzes ist es unverzichtbar, Tätern – und es sind fast ausschließlich Männer – aktiv dabei zu helfen, ihr Verhalten zu ändern. Das tut die Fachstelle Gewaltprävention bereits seit 2019 mit ihrem sozia-len Gruppenprogramm ,Täterarbeit‘. Indem dieses Programm mithilfe unserer För-derung nun auch im Süden Brandenburgs angeboten wird, leisten wir einen wich-tigen Beitrag, um im Sinne der Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämp-fung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, ein flächendeckendes Be-ratungsangebot für gewaltausübende Menschen in Brandenburg zu ermöglichen.“

Landesgleichstellungsbeauftragte Manuela Dörnenburg: „Die Täterarbeit zielt darauf ab, Gewalt zu bekämpfen und Opfer zu schützen. Indem alternative Wege zur Konfliktlösung aufgezeigt werden, lernen Personen, die bereits gewalttätig ge-worden sind, Verantwortung für ihre Handlungen zu übernehmen. Dadurch, aber auch weil sich Personen im Vorfeld an die Beratungsstelle wenden können, können zukünftige Gewalttaten verhindert werden. Das ist wichtige Präventionsarbeit zum Schutz vor häuslicher Gewalt. Neben Räumlichkeiten braucht es dafür ge-schultes Personal im Bereich der Sozialarbeit und Psychologie. Der neue Standort in Cottbus ist ein wichtiger Beitrag zur weiteren Umsetzung der Istanbul-Konven-tion im Land Brandenburg.“

Zum Programm anmelden können sich volljährige Personen sowohl aus eigenem Antrieb als auch auf Weisung. Die Gruppensitzungen umfassen 25 zweistündige Sitzungen, die in einem Zeitraum von sechs bis acht Monaten absolviert werden. Ziel ist es, dass die Menschen Verantwortung für ihr gewalttätiges Verhalten übernehmen und sozial adäquate Handlungsalternativen zur Konfliktlösung erlernen. In dem Programm werden daher u.a. Themen wie Selbst- und Fremdwahrnehmung, Grenzsetzung und -akzeptanz, Kommunikation sowie die kritische Reflexion von bestehenden Geschlechterrollen behandelt. Darüber hin-aus werden Exit-Strategien für künftige Konflikt-Szenarien entwickelt.

Der Cottbuser Standort wird maßgeblich von der Diplom-Sozialpädagogin und systemischen Therapeutin Josefine Gabbert mit aufgebaut. „Laut Polizeilicher Kriminalstatistik sind die Straftatbestände im Kontext häuslicher Gewalt im Bran-denburger Süden über die vergangenen Jahre konstant hoch geblieben. Selbst wenn man die Dunkelziffer nicht miteinbezieht, verdeutlicht dies den Bedarf an pro-fessionellen Hilfe- und Beratungsangeboten. Ich freue mich sehr, ab sofort An-sprechperson für Menschen in der Lausitz-Region und Umgebung zu sein, die die Gewaltspirale in ihrer Partnerschaft oder ihrer Familie aktiv unterbrechen wollen. Damit schließen wir eine wichtige Versorgungslücke vor Ort“, sagte Gabbert bei der Eröffnung der Beratungsstelle.

Die Fachstelle Gewaltprävention Brandenburg ist in Trägerschaft des Berliner Zentrums für Gewaltprävention (BZfG) e.V. tätig und arbeitet eng mit Institutio-nen wie Jugendämtern, Frauenberatungsstellen, Opferhilfe, Polizei oder der Be-währungshilfe zusammen. Die Teilnahme an dem sozialen Trainingsprogramm ist kostenfrei. Interessierte können sich unverbindlich unter den folgenden Kontaktda-ten melden:

Kontakt:

Fachstelle Gewaltprävention Brandenburg (Marienstraße 6)

brandenburg@bzfg.de 

0331/ 20097190


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