Dany Dawid

Kost-Nix-Laden gegen zu viel Konsum

Cottbus. Seit Ende August ist der Cottbuser Kost-Nix-Laden in der Karlstraße 69 aus seiner Sommerpause zurück und verkündete, dass auch die Internetseite nun wieder da ist.

 

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Das neue Ladengeschäft befindet seit 2020 in der Karlstraße.

Das neue Ladengeschäft befindet seit 2020 in der Karlstraße.

Foto: TSPV

Denn als der bisherige Anbieter den Betrieb der Internetseite einstellte und diese somit plötzlich weg war, stellte sich das Team des Kost-Nix-Ladens die Frage, ob sie überhaupt noch eine Seite im Netz bräuchten. Mit professioneller Unterstützung und viel Eigenarbeit, konnte jedoch Neues geschaffen und Altes erhalten werden. »Neben aktuellen Informationen findet man unsere konsumkritischen Botschaften zu nachhaltigem Konsum, dem Wert von Dingen, dem von uns kritisierten Überfluss und Ressourcen-Raubbau, der unsere Zukunft gefährdet«, betont Karin Weitze vom Team des Kost-Nix-Ladens.

 

Das 10-köpfige Team des Ladens arbeitet seit neun Jahren ausschließlich ehrenamtlich. Angefangen hat alles im April 2013. Da trafen sich im »Muggefug« alternativ wirtschaftsinteressierte Menschen, die gegen Verschwendung waren und diskutierten darüber, was man denn gegen zu viel Konsum machen könnte. Die Idee eines Kost-Nix-Ladens war zu dem Zeitpunkt nicht mehr neu und so beschloss man, einen solchen Laden auch in Cottbus zu eröffnen. So bildete sich ein Team und im Dezember 2013 eröffnete der Cottbuser Kost-Nix-Laden dann erstmals in der Deffkestraße. Es war ein sehr kleines Ladengeschäft, was bald aus allen Nähten platzte. »Besucher haben uns auf die GWC aufmerksam gemacht und dort haben wir dann wir angefragt. Die GWC hat uns 2020 das Ladenlokal in der Karlstraße gegeben. Hier haben wir alles selber gebaut. Alles was im Laden an Regalen und Kleiderständern und sonstigen Möbeln steht, ist von uns aus gebrauchten Sachen selbst zusammengebastelt worden. Die GWC gewährt uns eine Solidarmiete. Diese beträgt im Moment noch 250 Euro und entspricht etwa den Betriebskosten. Nun müssen wir einen Antrag auf Verlängerung stellen«, berichtet Karin Weitze. Die Fixkosten des Ladens bewegen sich zwischen 300 und 400 Euro. All die Jahre konnte diese Summe immer über Spenden aufgebracht werden.

 

Der Kost-Nix-Laden funktioniert nach dem Prinzip der Gratis-Ökonomie. Hier können nicht mehr benötigte Gegenstände abgegeben werden oder tauschfrei mitgenommen werden. Das Geben und Nehmen ist dabei unabhängig voneinander. Der Laden versteht sich zudem als ein Laden für alle. Die Herkunft, der Status oder das Alter spielt keine Rolle. Im Laden gibt es auch keine »Kunden« und »Waren«, sondern »Besucher« und »Dinge«. Das ist dem Team wichtig.

 

Unter www.kostnixladencottbus.de und www.kost-nix-laden-cottbus.de können Grundsätze, Öffnungszeiten und interessante Beiträge des Kost-Nix-Ladens Cottbus abgerufen werden. Außerdem gibt es eine neue E-Mail-Adresse: kontakt@kostnixladencottbus.de über die das Team erreichbar ist. »Unser Dank gilt immer wieder den Besucherinnen und Besuchern, die uns durch Spenden sowie Abgeben von intakten Dingen und bewusstem Nutzen unseres Angebotes schon so lange unterstützen und am Leben halten«, so Karin Weitze. Der Kost-Nix-Laden-Laden ist ein Projekt des Vereins für ein multikulturelles Europa e.V..