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Greenpeace greift nach der Kohle

Nach der Interessensbekundung von Greenpeace Schweden an Vattenfalls Braunkohlegeschäft in Deutschland wurde die Umweltorganisation nun offiziell für den weiteren Prozess akzeptiert.
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Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde. Steht es etwa bald unter Greenpeace-Flagge? Foto: jho

Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde. Steht es etwa bald unter Greenpeace-Flagge? Foto: jho

Die mit dem Vattenfall-Verkauf betraute US-amerikanische Bank Citigroup hat Greenpeace Schweden eingeladen, bis zum 20. Oktober eine formelle Absichtserklärung, ein so genanntes „Statement of Interest“, abzugeben.

Das Verkaufspaket von Vattenfall umfasst die Braunkohlekraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe (beide in Brandenburg) sowie das Kraftwerk Boxberg und Block R des Kraftwerks Lippendorf (beide in Sachsen). „Die Zeit für die Braunkohle läuft ab. Bevor weiter Menschen enteignet, Dörfer, Natur und Klima zerstört werden, wird Greenpeace alles daran setzen, den Verkauf zu stoppen oder jemanden das Geschäft übernehmen zu lassen, der den Tagebau beendet und den Menschen in der Region eine neue, saubere Zukunft bietet“, begründete Susanne Neubronner, Energieexpertin von Greenpeace Deutschland die Pläne zum Kauf. Kritik an dem Entschluss von Greenpeace kam umgehend vom Cottbuser Verein Pro Lausitzer Braunkohle e.V., dessen Vorsitzender Wolfgang Rupieper wörtlich sagte: „Was Greenpeace jetzt treibt, das ist ein schlechter Witz. Mit der aktuellen PR-Kampagne auf dem Rücken tausender Lausitzer Familien, die um ihre Existenz fürchten, zeigen die rücksichtslosen, selbsternannten Klimaretter einmal mehr ihr wahres Gesicht.“ Am vergangenen Dienstag bekannten sich auch die beiden tschechischen Energieunternehmen CEZ und EPH öffentlich zu ihrem Kaufinteresse an Vattenfalls deutschem Geschäft. Beide betreiben bereits Kohlekraftwerke und Tagebaue in Tschechien und Deutschland.


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