T. Hilsky

Furioser Auftritt bei Sumo-EM

Mit einer im wahrsten Sinne „Nacht- und Nebelaktion“ starteten Sportler des PSV Cottbus ’90 e.V. Abteilung Judo und der PSG Dynamo Brandenburg Mitte e.V., um als Sumo-Neulinge bei den großen Nationen mitzumi-schen.
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Foto: PSV

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Mittwoch, halb drei in Deutschland: vorfahrende Autos, Türenschlagen, aufgeregtes Kinderschnattern! Was wie ein Schulausflug anmutet ist das Treffen der Cottbuser Hälfte des deutschen Sumo-Teams zur 5. Sumo-Europameisterschaft der Kinder und Jugend. Ein kurzer Abschied und dann geht es los – mehr als 1.600 Kilometer liegen vor ihnen, drei Länder sind zu durchfahren. Bei einem ersten Zwischenstopp kurz nach dem Grenzübertritt bei Frankfurt (Oder) stoßen die Brandenburger dazu. Jetzt ist das deutsche Nationalteam komplett. Durch Nacht und Nebel geht die Fahrt und es dauert bis Litauen ehe die Kinder einschlafen. Donnerstag, 15:30 Uhr Ortszeit, Ortseingang Rakvere (Estland) – kurz danach ist es soweit: die Rakvere Spordihall ist erreicht. Jetzt heißt es, die Sportler akkreditieren und wiegen. Dabei erfüllt buntes Stimmengewirr die Räume – kein Wunder bei 260 gemeldeten Sportlern aus den 11 Nationen Aserbaidschan, Deutschland, Estland, Georgien, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Ukraine, Ungarn und Weißrussland. Als das geschafft ist geht es in die tolle Unterkunft Barto Puhkemaja, wo mit großem Hallo das leckere Abendessen begrüßt wird. Nach einem kurzen gemütlichen Zusammensein ging der Tag schnell zu Ende. Nach der langen Fahrt und den vielen Eindrücken waren die Kinder breit und es kehrte schnell Ruhe ein. Am Freitag dann ist der große Tag! Alle sind aufgekratzt - Trainer, Betreuer und die Sportler sowieso. Entsprechend zaghaft fällt bei dem einen oder anderen dann auch das Frühstück aus. Bei der Ankunft in der Wettkampfstätte staunen sie nicht schlecht – hell erleuchtet thront in der Hallenmitte der hell erleuchtete Dohy? (Wettkampfring). Jetzt heißt es umziehen, Mawashi (Gürtel) umbinden lassen und erwärmen. Die Trainerinnen Sandra Köppen-Zuckschwerdt (unter anderem mehrfache Sumo-Weltmeisterin) vom PSG und Elke Nowack vom PSV geben letzte Hinweise und dann geht es auch schon los. Im vierten Kampf tritt die erste deutsche Wettkämpferin Maren Karstan (PSV) an und kann den Kampf für sich entscheiden – aber ausgerechnet gegen eine weitere deutsche Sumotori, Luca-Leonie Kose (PSG). Dann ging es Schlag auf Schlag. Am Ende des Tages kann die deutsche U12-Mannschaft auf folgendes stolze Ergebnis blicken: Europameisterin     -33 kg     Luca-Leonie Kose (PSG) Silber                        +60 kg    Marie-Luise Zuckschwerdt (PSG) Bronze                      -33 kg     Maren Karstan (PSV) Bronze                      -36 kg     Leonie Krenzlin (PSG) Bronze                      -45 kg     Emily Bieling (PSV) Bronze                      -30 kg     Paul Erfurt (PSV) Bronze                      -60 kg     Erik Oertel (PSV) 5. Platz                      -35 kg     Franz Lemke (PSV) 5. Platz                      -50 kg     Jan Freier (KiK Berlin) ohne Platzierung    -40 kg     Justin Gutschmitdt (PSG) ohne Platzierung    -40 kg     Maurice Gutschmitdt (PSG) ohne Platzierung    -35 kg     Jean-Paul Mann (PSV) Beide Trainerinnen waren begeistert und superstolz auf ihre Mannschaft. Und als dann bei der Siegerehrung die deutsche Nationalhymne durch die Halle tönte, kämpften beide vor Freude mit ihren Tränen. Noch in der Halle stellte Sandra das Ergebnis mit dem Vermerk „So ein super erfolgreicher Tag neigt sich dem Ende! Mit 1x Gold, 1x Silber und 5x Bronze klopft der Deutsche Sumo Bund e.V. erstmals an die europäische Sumotür!!“ ins Internet. Zurück in der Unterkunft feierten Groß und Klein bis spätabends die Erfolge. Nach einem kurzen Abstecher am Sonnabend in die Wettkampfhalle zu den Kämpfen der U14 gab es auch noch etwas Kultur: Rakvere liegt am Fuß einer alten Burg des Deutschen Ordens, die den Namen Wesenberg trägt. Diese Burg beherbergt ein Museum, welches anschaulich und anfassbar die Zeit des Spätmittelalters erlebbar macht. Allen wird der Weg in die Hölle in Erinnerung bleiben – was gab es für Gekreische in diesem Labyrinth des Grauens. Alle haben es überstanden und keiner wollte es missen. Leider hat alles ein Ende, das gilt auch für diese Wettkampffahrt. Und so begaben sich alle am Nachmittag auf den Rückweg. Mit Zwischenstopps – sowie Pleiten, Pech und Beinahe-Pannen – erreichten das deutsche Team wieder Frankfurt (Oder), wo sich die Cottbuser und Brandenburger rührend verabschiedeten. Der Rest der Reise war nur noch ein Katzensprung. Vier Tage und eine Stunde nach der Abreise können die Eltern ihre Kinder wohlbehalten und eine Fülle an Erfahrungen und Erinnerungen reicher wieder in die Arme schließen. Sie werden einiges zu berichten haben! Ein GROßES Dankeschön geht an die Trainerinnen, Betreuer und Fahrer. Ohne sie und das Vertrauen der Eltern in sie wäre dieser Wettkampf nicht möglich gewesen!!!


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