pm/ dda

Cottbus sucht Ehrenamtler

Cottbus. Verschiedene Krisen und Schadenslagen fordern Städte und Kommunen immer mehr heraus. Denn diese Krisen können nur gemeinsam gemeistert werden.

Bilder
Hilfsorganisationen der Stadt haben sich zusammengeschlossen, um freiwillige Helfer zu finden.

Hilfsorganisationen der Stadt haben sich zusammengeschlossen, um freiwillige Helfer zu finden.

Foto: Stadt Cottbus

Ohne freiwillige Helfer geht das nicht. Jedoch wird es stetig schwieriger, Nachwuchs für das Ehrenamt zu gewinnen. Und wie wichtig das Ehrenamt ist, hat kürzlich der Großbrand im Cottbuser Ortsteil Branitz gezeigt. 28 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und 32 der Freiwilligen Wehren haben über mehrere Stunden die Flammen in Schach gehalten und Schlimmeres verhindert. Die Freiwilligen Feuerwehrleute rückten aus Branitz, Kahren, Schmellwitz, Sandow, Merzdorf und aus dem Gerätehaus Süd zur Unterstützung an. Die Einsatzbereitschaft der Stadt Cottbus wurde unterdessen von den Freiwilligen Wehren Ströbitz und Sielow abgesichert. Insgesamt geht dem Ehrenamt inzwischen aber die Luft aus. Neben den Freiwilligen Wehren in den Cottbuser Ortsteilen sind auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die Johanniter, die Notfallseelsorger, das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk auf der Suche nach Unterstützerinnen und Unterstützern.

»Wir brauchen eine große Helferzahl und ein breit aufgestelltes Ehrenamt, um Ereignissen entgegenwirken zu können, betont«, Andreas Berger-Winkler, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und er sagt weiter: »Wir müssen aufholen. Über zwei Jahre lang fehlte uns der Zugang zum Nachwuchs und zu Quereinsteigern. Immer mehr kurze Alarmierungen für die Katastrophenschutzeinheiten, bringen die Helfer an ihre Grenzen. So kann es vorkommen, das Positionen nicht mehr besetzt werden können. Das wollen wir natürlich nicht. Daher brauchen wir dringend Nachwuchskräfte. Das Ehrenamt bietet aber auch Perspektiven und mal lernt viel dazu.« Die Einsatzgebiete im Ehrenamt sind dabei vielfältig. »Wer kein Blut sehen kann, der kann als Deichläufer, in der Verwaltung, bei der Hundestaffel oder bei der Notfallseelsorge zum Einsatz kommen«, so Andreas Berger-Winkler.

Waldbrände, Hochwasser und andere Schadenslagen werden zunehmen und sich abwechseln. Damit sich alle auf ein gut funktionierendes Brandschutz- und Hilfeleistungssystem verlassen können, haben sich im Sommer dieses Jahres verschiedene Hilfsorganisationen zur Ehrenamtsinitiative »Cottbus Braucht Dich!« zusammengeschlossen. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Menschen aller Altersklassen für das Ehrenamt zu begeistern. Die Initiative hilft nicht nur bei der Gewinnung des ehrenamtlichen Nachwuchses, sondern auch bei der Ausbildung und Ausstattung der verschiedenen Hilfsorganisationen. Erstmals sichtbar wurde ihr Wirken beim diesjährigen 24-Stunden-Schwimmen in der Lagune Cottbus, welches durch Mitglieder von »Cottbus braucht Dich!« organisiert wurde.

Weitere regelmäßige Aktionen, durch die verschiedene Altersgruppen angesprochen und für eine Tätigkeit im Blaulicht-, Hilfs-, Sozial- und Karitativ- Bereich begeistert werden sollen, werden folgen. So soll beispielsweise der Hilfsorganisationstag wiedereingeführt werden. Es soll verstärkt an Schulen informiert werden und es soll Kinder-und Notfalltage geben.


Meistgelesen