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Brennstoffumstellung: Zielgerichtete Unterstützung für Unternehmen notwendig

Cottbus. Südbrandenburger Wirtschaft sieht sich mit möglichen Energieversorgungsengpässen konfrontiert.

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Weniger Gas könnte zu Energieversorgungsengpässen führen, warnt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

Weniger Gas könnte zu Energieversorgungsengpässen führen, warnt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus.

Foto: Pixabay

Die Südbrandenburger Wirtschaft sieht sich durch die erneute Absenkung der Gaslieferung aus Russland über die Nord Stream 1 Pipeline und die unklare Entwicklung in den kommenden Wochen mit möglichen Energieversorgungsengpässen konfrontiert, teilt Janine Mahler von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus mit.

»Die Gaskrise macht den vermehrten Einsatz von CO2-intensiven Kohlekraftwerken notwendig. Die Versorgungssicherheit der Wirtschaft und Bevölkerung hat absolute Priorität«, sagt Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. »Das vom Bundeswirtschaftsministerium angekündigte stufenweise Wiedereinsetzen der Braunkohlereserve erst ab Oktober verschenkt jedoch kostbare Zeit, in der Erdgas weiterhin in großem Umfang verstromt wird.«

Angesichts der Lage sei es dringend notwendig, umgehend alle Register zur Energieeinsparung und Erhöhung der Gaseinspeicherung zu ziehen, um im kommenden Winter handlungsfähig zu bleiben. Die kurzfristige Gas-Auktionierung, die vorbereitet werde, reiche nach Ansicht der Wirtschaft allerdings nicht aus. Mit der schnellstmöglichen Aktivierung bereits vom Netz genommener Kraftwerke und der Verdrängung von Gaskraftwerken aus dem Strommarkt könne einer Gasrationierung entgegengewirkt werden. Gleichzeitig würde die reduzierte Gasverstromung Druck vom hohen Strompreis nehmen.

Derweil prüfe die Wirtschaft Alternativen zum Gas und aktiviert ihre Substitutionspotenziale über sogenannte »Fuel-Switch« Vorhaben, dem Wechsel der Energieträger. Dr. Krüger ergänzt dazu: »Wo dies technisch möglich ist, brauchen Unternehmen jedoch eine zielgerichtete und unbürokratische Unterstützung. Der Bund und unsere Landesregierung sind daher aufgerufen an einem Strang zu ziehen, so dass Genehmigungsbehörden, zum Beispiel im Immissionsschutz, Anträge für Anlagen mit hohem Erdgaseinsparpotenzial prioritär und rechtssicher bearbeiten können.«