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100 Jahre und kein bisschen alt

Mit einem großen Fest und viel Dampf unter den Kesseln feierte die Cottbuser Parkeisenbahn am vergangenen Wochenende das 100jährige Jubiläum ihrer Brigadelok 99001.
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Zahlreiche Gäste ließen es sich nicht nehmen eine Rund mit der Jubilarin mitzufahren. Foto: Michael Helbig

Zahlreiche Gäste ließen es sich nicht nehmen eine Rund mit der Jubilarin mitzufahren. Foto: Michael Helbig

Dabei waren auch dampfende baugleiche Maschinen u.a. aus Weißwasser und Berlin. Alle haben ähnlich viele Jahre auf dem Kessel wie die Cottbuser Geburtstags-Lok. Frisch gewienert schnaufte sie am Samstagmorgen aus dem Depot auf das Gleis am Bahnhof Sandower Dreieck und wurde von der ersten Minute an von den zahlreichen Gästen des Parkeisenbahn-Festes bestaunt. Karsten Wießner, Lokführer und Ausbilder der Cottbuser Parkeisenbahn wurde die Ehre zuteil, an diesem Tag die 100jährige auf den 3,2 Kilometer langen Rundkurs zwischen den Bahnhöfen Sandower Dreieck und Park & Schloss Branitz zu fahren. Und ganz wie es sich gehört mit weißen Handschuhen. »Die Eisenbahn war die Verkehrsrevolution des vorherigen Jahrhunderts. Da war es üblich, dass der Lokführer in Frack, Zylinder und mit weißen Handschuhen im Führerstand der Dampflokomotive stand«, erzählte er. Bevor die Dampflokparade mit der Cottbuser Brigadelok und ihren Gästen über die Gleise schnaufte und ab 13 Uhr den Regelbetrieb mit zahlreichen Fahrgästen aufnahm, gab es noch einen Festakt. Dennis Kettlitz, der Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer der Cottbuser Parkeisenbahn e.V. erinnerte daran, dass die Cottbuser Brigadedampflok kurz nach Ende des 1. Weltkrieges als Heeresfeldbahn ausgeliefert worden war und zum Glück im Krieg nicht mehr zum Einsatz kam. Und mit einem Schmunzeln erinnerte er auch daran, dass die Cottbuser Pioniereisenbahn zu ihrer Gründung im Jahr 1954 nur 200 Meter weit fahren konnte, da die Gleise damals nicht rechtzeitig fertig geworden waren. Der Beigeordnete und Leiter des Geschäftsbereiches Finanz- und Verwaltungsmanagement Dr. Markus Niggemann appellierte mit Blick auf die rund 40000 Fahrgäste des vergangenen Jahres an die Besucher des Festes, oft wieder zu kommen, damit die Bahn noch lange fahren könne. Die Cottbuser Parkeisenbahn sei einzigartig im Land Brandenburg, und als Kämmerer der Stadt Cottbus sage er, dass sich die Stadt auch weiterhin die Parkeisenbahn leisten werde und den Zuschuss von derzeit 150 000 Euro jährlich auf 165 000 Euro erhöhen werde. Die Parkeisenbahn brauche das Geld dringend, um weiterhin attraktiv zu bleiben. Immerhin hätten seit ihrer Gründung im Jahr 1954 2000 Kinder und Jugendliche eine einzigartige Eisenbahn-Schulung durchlaufen


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