Jan Hornhauer

Wohnen neben der Cottbuser Kreuzkirche? Bald möglich!

Kirchengemeinde plant Mehrgenerationenprojekt

Cottbus. Alle Generationen unter einem Dach: Was früher in Dörfern Alltag war, das soll noch dieses Jahr mitten in Cottbus entstehen. Am Montag wird dafür in der Karlstraße der Grundstein gelegt. Wir haben uns dieses einmalige Projekt schon jetzt angeschaut.

»Die Einsamkeit in der Gesellschaft hat zugenommen. Dem wollen wir entgegentreten, dafür bauen wir ein Haus.« Pfarrer Hinrich Müller und seine Gemeinde tragen sich schon seit vielen Jahren mit dem Gedanken, ein Mehrgenerationenhaus dagegen zu bauen. Mauern gegen die Einsamkeit, für ein Miteinander. Nachdem die Kirchengemeinde bereits vor zehn Jahren das Nachbargrundstück, Karlstraße 79, erwarb und die darauf befindliche Ruine abriss, kann es nun endlich losgehen.

»Im Frühjahr 2017 haben wir den erforderlichen Kredit über 2,8 Millionen Euro erhalten. Jetzt startet endlich die Bauphase«, freut sich Müller, der bereits seit 1981 Pfarrer in Cottbus ist. Wenn er nächstes Jahr das Ruhestandsalter erreicht hat, sollen die Mieter bereits in den Häusern leben.
Zwei Wohnhäuser mit insgesamt 20 Wohnungen sollen künftig hier, direkt neben der Kreuzkirche, Wohn- und Lebensqualität bieten. Mieten kann diese jeder, der ernsthaftes Interesse an der Gemeinschaft hat. »Wir wollen Leben im Haus, daher sind alle willkommen. Jung, Alt, Singles, Familien, Studenten oder Menschen mit Handicap«, so Pfarrer Müller.

Mit zielgerichteten Angeboten für die Mieter soll der Gemeinschaftsgedanke gestärkt werden. Müller erläutert: »Es sollen Häuser entstehen, die Menschen aus verschiedenen Generationen und in verschiedenen Lebenssituationen zusammen führen. Jeder hat seine eigene Wohnung. Aber man wohnt in direkter Nachbarschaft zu Bekannten.« So könnten dem Konzept zufolge ältere Menschen als »Leih-Großeltern« fungieren. Wieder andere Bewohner bringen sich mit ihren Fertigkeiten ein, egal ob im Garten oder bei handwerklichen Aufgaben.

Koordiniert werden diese Ideen durch die Gemeinde. Regelmäßige Bewohnerversammlungen sollen dazu dienen, dass der Mehrgenerationengedanke weiter gemeinsam entwickelt wird. Dazu wird das bestehende Gemeindezentrum in der Karlstraße 80 derzeit saniert. Hier soll später ein Gemeinschaftsraum entstehen, den alle Bewohner nutzen können. Nach dem Baustart am kommenden Montag werden, je nach Baufortschritt, noch vor Weihnachten dieses Jahres die ersten Mieter einziehen.

Interessenten können sich jetzt schon bei der SELK melden, Tel. 0355 / 24542. Eine konfessionelle Bindung ist keine Voraussetzung, um eine der Wohnungen zu mieten.

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