cw

Hier „lohengrint“ es bald wieder!

Lohmen. Hermann Häse, ein bekennender Wagnerianer, haucht der Lochmühle in Lohmen wieder Leben ein

Für Wander- wie Wagnerfreunde gab es an diesem Samstag gleich zwei gute Nachrichten. Dass der Wettergott sich dabei nicht von der besten Seite zeigte, kann nur an seiner mangelnden kulturellen Bildung liegen, denn eigentlich hätte die Sonne strahlen müssen. Denn just an diesem Samstag wurde das schon lange stehende Sperrschild „Durchgang verboten" auf dem Teilstück des Malerweges, der entlang des Lochmühlengrundstückes führt, beiseite geräumt. 

Was heißt: Wanderer sind wieder willkommen. Und die kamen auch in Scharen. Nur leider nicht mit dem Bus bis Liebethal, sondern alle mit dem Auto. „Das sind alles Salonwanderfreunde, die sich wahrscheinlich als die einzig wahren Wagnerfreunde sehen", meinte Klaus Fiedler, ein Wanderer aus Passion etwas ironisch. Dennoch, es stimmt leider, mit dem viel beschworenen sanften Tourismus und der Naturverträglichkeit hat das wenig zu tun, wenn Autokolonnen bis zur Wesenitz fahren. Damit soll die Wiedereröffnung dieses Malerwegsabschnittes nicht „schlecht geredet" werden.

Dass dieser Wanderweg wieder begehbar wird, ist einem Mann zu danken. Hermann Häse aus Dresden, ein bekennender Wagnerianer gab an der Lochmühle den Startschuss für sein geplantes Hotelprojekt Walhall-Lochmühle. Dass ihm die Lochmühle sehr am Herzen liegt, ist verständlich, denn im wildromantischen Liebethaler Grund und im Gasthof Lochmühle erhielt Richard Wagner 1846 die Inspiration zum Lohengrin. Und für einen Wagnerfreund ist Lohengrin Verpflichtung.

Was Wunder, dass der Tourismusverband Sächsische Schweiz (TVSSW) und die Gemeinde Lohmen zusammen mit dem Investor zu einem Festakt einluden. „Dieser wunderbar verwunschene Ort bekommt eine Zukunft. Das ist eine gute Nachricht für den Tourismus in der Region", sagt Klaus Brähmig MdB, Vorsitzender des TVSSW.  „Mutige Unternehmer wie Hermann Häse, die das Potenzial eines Standortes erkennen und mit Feingespür für seinen Charakter und seine Geschichte qualitätsvolle Angebote schaffen, legen die Grundlage für unsere Arbeit als Verband und für den Erfolg unserer Region als Reiseziel. Daher freue ich mich sehr, dass die Lochmühle nach 25 Jahren aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt wird und wünsche dem Vorhaben gutes Gelingen."

Mutig ist Hermann Häse in der Tat, denn neben der Sanierung des Gasthauses, zu dem wieder ein Biergarten gehören soll, plant er ein Vier-Sterne-Hotel oberhalb der Lochmühle. Während das Gasthaus Lochmühle im Herbst 2018 öffnen soll, braucht das Hotel-Projekt natürlich mehr Zeit. Das vom Pirnaer Architekten Uwe Seidel entworfene Projekt sieht ein fünfgeschössiges Gebäude mit 46 Zimmern vor. Ein Spa-Bereich mit Pool und Panoramablick, ein Restaurant und Festsaal ergänzen das Ensemble. Der Clou würde ein gläserner Aufzug von Mühlsdorf in den Liebethaler Grund werden. 7,3 Millionen Euro will Hermann Häse investieren, wahrlich kein Pappenstiel. Das Hotel soll im Frühjahr 2019 empfangsbereit sein.

Auch für Lohmens Bürgermeister Jörg Mildner war die Wiedereröffnung des Malerweges eine Sternstunde, denn viele Anfragen erhielt Gemeinde zur Sperrung. Viele Wanderfreunde kennen die Gaststätte noch aus früheren Jahrzenten. Denn es war ein beliebter Ausflugsort auch für viele Dresdner. Und für Wagnerfreunde gehörte dieser Abstecher in den Liebethaler Grund bei einem Graupa-Besuch dazu.

Dass sich rund um das Areal der Lochmühle etwas tun wird, freut den Lohmener Ratschef besonders. Immerhin lagen die Anfänge dieser Pläne schon vier Jahre zurück. Wann das ambitionierte Hotelprojekt an diesem Standort realisiert wird, steht aber noch nicht fest, denn die Lochmühle liegt im Landschaftsschutzgebiet. Und da bedarf es einer ausdrücklichen Genehmigung seitens des Landratsamtes. 

So fern scheint die Zukunft aber nicht zu liegen. Das historische Gebäude der Lochmühle wurde bereits gesichert, davon konnten sich kürzlich auch die vielen Wanderer überzeugen.

Carmen Wolodtschenko

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Eine mystische Hexennacht steht bevor

Heidenau. Gruslig und schaurig - in Heidenau tanzen am 30. April, Hexen in den Mai. Und das rund um ein Walspurgisfeuer. Das Spektakel auf der Festwiese an der Elbstraße beginnt bereits am Nachmittag mit allerlei Kurzweil insbesondere für Kinder. „Die Hexe im Märchenschloss“ heißt ab 15 Uhr ein einstündiges Mitmach-Programm. Dabei können die Jüngsten gemeinsam mit Figuren aus dem Märchenland allerlei Abenteuer erleben. Bis 19 Uhr wird von den Kleinen auch Kreativität gefragt. Sie können u.a. Luftballons modellieren, sich schminken oder ihre Haut mit Glitzer-Tattoos verzieren lassen. Wenn 18.30 Uhr die Feuerwehrleute das Feuer entzünden, startet die besonders mystische Heidenauer Nacht, die zum vierten Mal der Heimat- und Kulturverein gestaltet. 19 Uhr treiben Hexen - stil- und täuschend echt verkleidete Frauen des Heidenauer Hexenclubs - bei ihrer Musik-Show ein Spiel um die Flammen. Im Kostüm und extra von einer Visagistin geschminkt, gilt es nicht nur „böse Geister zu vertreiben“. Im Mittelpunkt der Aufführung steht diesmal ein begabtes, intelligentes, jedoch in sich verschlossenes, ständig mit dem Smartphone beschäftigtes Teenager-Mädchen. Von seiner Umgebung isoliert, ist sie nur noch per Touchklicks sozial vernetzt. Als Nerd gerät sie in die Fänge einer „Hexen-App“ und wird dadurch ihrer Freiheit beraubt. Um sich wieder zu befreien, muss sie vier Aufgaben erfüllen: u.a. Kräuter in einem Garten finden, mit dem Besen fliegen und zu guter Letzt gegen einen Giganten kämpfen. Aber keine Angst. Sie wird es überstehen: Ende gut, alles gut. Bei der Walpurgisnacht gibt es gegen 20 Uhr - mit Einbruch der Dunkelheit - einen weiteren Höhepunkt: Der Tanz der Hexen um den mit bunten Bändern geschmückten Maibaum. Mit getunten Besen werden sich die gefühlt 900 Jahre alten Wesen geheimnisvoll ringsum die lodernden Flammen bewegen. „Wir wollen mit allen eine große Hexenparty feiern“, sagt Annette Denzer-Ruffani, Geschäftsführerin des Heimat- und Kulturvereins. Damit das ein schönes Bild ergibt, sind sämtliche Besucher, vor allem die Jüngsten, von vornherein aufgefordert, kostümiert an die Elbe zu kommen. „Kinder aber auch Erwachsene sollen sich bitte als Hexen verkleiden.“ Für das leibliche Wohl der Besucher wird gesorgt. (df)Gruslig und schaurig - in Heidenau tanzen am 30. April, Hexen in den Mai. Und das rund um ein Walspurgisfeuer. Das Spektakel auf der Festwiese an der Elbstraße beginnt bereits am Nachmittag mit allerlei Kurzweil insbesondere für Kinder. „Die Hexe im…

weiterlesen