Verena Farrar

Meißner wollen einen würdigen Vorplatz

Meißen. Die Stadt diskutiert mit den Bürgern über sinnvolle Ideen zur Umgestaltung des derzeit tristen Bahnhofsareals.

Mit 19 durchaus guten und einfallsreichen Gestaltungsideen haben die Meißner Bürger ihre Verwaltung wieder an den Schreibtisch geschickt. Jetzt heißt es, alle Ideen auf einen Nenner bringen und ein umsetzbares Konzept für den Bahnhofsvorplatz entwickeln. Leider brauchen die Bürger dafür noch viel Geduld, denn die Umsetzung wird noch Jahre dauern.

Aushängeschild, Eingangsportal, Ankunftsort und Treffpunkt – ein Bahnhofsvorplatz kann vieles sein. Der Platz vor dem Bahnhofsgebäude in Meißen-Cölln wirkt dagegen bislang wenig einladend auf ankommende Meißner und Gäste. Das soll sich in Zukunft ändern. Deshalb hatte die Verwaltung die Bürger aufgerufen, ihre Ideen einzubringen und den tristen Platz vor dem Bahnhof mitzugestalten. Erst vor wenigen Monaten hat die Stadt das Areal erworben und kann dies jetzt neu gestalten. 19 Stellungnahmen sind daraufhin bei den Stadtplanern eingegangen.

Großes Interesse

Zahlreiche Stadträte aber auch viele Bürger waren dem Ruf der Verwaltung nach Bürgerbeteiligung gefolgt und wollten sich die Ideen, wie der Bahnhofsvorplatz in Meißen-Cölln aussehen könnte, aus erster Hand ansehen. Immerhin gilt es einen würdigen Platz für die denkmalgeschützte Bahnhofshalle zu schaffen. Das 1928 von dem Architekten Wilhelm Kreis erbaute architektonisch bedeutende Verkehrsbauwerk der Zwischenkriegszeit ist an den Bauhausstil angelehnt und wird mit „Bau der neuen Sachlichkeit“ umschrieben.

Ideen der Bürger

Die sehr unterschiedlichen Ideen reichten von untergeordneten Bäumen, Begrünung mit Weinstöcken, funktionierenden Mülleimern, Wegweisern mit Stadtplan, übersichtlichen Sitzplätzen im Grünen, E-Ladesäulen, einem Taxistellplatz am Rande bis zu einem Kreisverkehr mit geringeren Wartezeiten als bisher, den Oberbürgermeister Olaf Raschke ins Gespräch brachte, sowie einer klar gestalten Wegebeziehung zum Busbahnhof und zur Kreuzung in Richtung Innenstadt. Schwierig wird die neue Gestaltung allemal, denn viele Belange müssen aufeinander abgestimmt werden: Der Straßenverkehr, Radler und Fußgänger, Zu- und Abfahrt für Taxis, Anbindung an den Busbahnhof und der schnelle Weg zu den Bahnsteigen. Als reger Umsteigepunkt zwischen vielen verschiedenen Verkehrsmitteln sollte der neue Platz eine hohe Funktionalität aufweisen. Dennoch haben auch viele Bürger den kulturellen und künstlerischen Charakter Meißens nicht vergessen und wünschen sich beispielsweise Porzellanskulpturen, kleine Springbrunnen oder typische Modelle und Plastiken der Stadt. Eindrucksvoll präsentierte Uwe Gebhardt seine Ideen von einem technischen Denkmal. Er wünscht sich einen restaurierten Straßenbahnwagen auf echten Gleisen als optische Trennung zur Straße. Ebenso vorstellbar wäre die Silhouette eines Zuges aus Stahl. Die Verkehrswacht und der Blindenverband setzen auf sehr praktische Erleichterungen für die Bürger. So sollen taktile Elemente und verschiedene helle und dunkle Flächen die Sehbehinderten besser leiten. Der Vorplatz sollte möglichst verkehrsfrei bleiben. Ehe alle diese Ideen und Belange geprüft sind, werden allerdings noch Jahre vergehen... 

Weiter mitmachen!

19 Bürger und Verbände haben sich bisher an der Ideenfindung für die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes beteiligt. Auch weiterhin können Ideen im Rathaus abgegeben oder eingesandt werden, denn der Findungsprozess wird noch lange dauern. 

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