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Eggerts Ostwind: Staatsbürgerliches

Vielleicht geht es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ähnlich. Ich jedenfalls habe das Gefühl, in den Tagen nach der Bundestags-Wahl mehr darüber informiert worden zu sein als zuvor, was die von uns gewählten oder nicht gewählten Personen und Parteien wollen, worüber sie sich mit der Konkurrenz irgendwie verständigen könnten, vor allem aber, wo sie ihre „roten Linien“ gezogen haben.

Auffällig: Grüne und FDP verwenden darauf besonders viel Energie - wohl, um in Gesprächen über die Regierungsbildung an Gewicht zuzulegen. Oder aber, um vorab Gründe für ein Scheitern solcher Gespräche in Nachbars Garten zu deponieren. Einig sind sich die beiden immerhin in ihrer Enttäuschung über die SPD. Schon am Wahlabend redeten sich Grüne und Liberale vor Mikrofonen und Kameras in Rage, weil die Sozis nach der ersten Hochrechnung ein deutliches Wort zu ihrer Zukunft geäußert, also klar gemacht hatten, in den kommenden Jahren nicht auf der Regierungsbank, sondern auf den harten Stühlen der Opposition sitzen zu wollen. Eine angesichts der trüben SPD-Wahlbilanz nachvollziehbare Reaktion. Die aber weder Grüne noch Liberale nachvollziehen können.
Denen fällt auf, dass sich die ehemals große Volkspartei SPD damit aus der staatsbürgerlichen Verpflichtung stehlen würde, das Gemeinwohl über Parteiinteressen zu stellen. Weshalb die Kanzlerin hoffen darf, am Ende doch eine Regierung in Farben Schwarz, Gelb und Grün zusammen zu bekommen. Des Gemeinwohls wegen.

Ihr Hans Eggert

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